Tapfere Schneiderlein

Änderungs-Schneiderei: Die Arbeiter kommen an Fahrbahnrändern und anderen Begrenzungen kaum damit nach, die Steine passend zu machen (links). Fertig sieht es dann aus wie auf dem rechten Teil des Bildes. Fotos: Kruse

Müssen die Pflasterer beim Hauptplatzumbau außergewöhnlich viele und ungewöhnlich harte Steine schneiden? Ja, sagen die ausführenden Arbeiter bereits seit Wochen. Nein, sagte Tiefbauamtschef Hans Huttenloher in seinem Bericht im Landsberger Stadtrat. Die Klagen hatte er allerdings – wie viele Bürger – auch schon gehört: „Wir haben sehr kommunikative Pflasterer“, so Huttenloher. Diese führen teilweise angeregte Gespräche mit der umstehenden Bevölkerung, aber auch mit Ver­tretern der Stadt.

Für Handwerker stellt sich das Problem wohl wirklich, wofür Huttenloher aus Sicht der beauftragten Firma sogar Verständnis aufbringt. „Die brauchen alle drei Tage ein neues Sägeblatt für ihre Maschine, normalerweise hält die rund zwei Wochen.“ Eine Trennscheibe koste jeweils etwa 3000 Euro. Dass die Stadt für die Extra-Kosten einspringt, schließt er allerdings kategorisch aus. „Es war bekannt, dass wir diagonal verlegen lassen und es war auch bekannt, dass wir zweimal 350 Meter Fahrbahnrand haben. Diese 700 Meter waren ausgeschrieben und die werden auch bezahlt, mehr nicht.“ Dass „Granit hart ist“, sei ebenfalls nicht neu. Fakt ist allerdings, dass man mit dem Schneiden der Steine vor Ort tatsächlich sichtlich nicht nachkommt. Generell zeigte sich Huttenloher aber mit dem Zwischenergebnis zufrieden, „auch wenn es seit Mitte August gedauert hat, bis die Pflasterer das auch so verlegen, wie wir uns das vorstellen. Das ist schwierig zu pflastern und da gab es durchaus Diskussionen.“ Man liege in etwa im Zeitplan, voraussichtlich könne man den ersten Bauabschnitt wie vorgesehen zum 31. Oktober abschließen. Wenn es das Wetter zulässt, soll im November auf der Nordseite noch der neue Kanal verlegt werden, was ursprünglich für 2013 geplant war; die Einzelhandelsvertreter seien diesem Vorhaben „nicht abgeneigt“. Der Busverkehr werde davon nicht beeinträchtigt, lediglich die Taxi-Unternehmen müssten kurzzeitig einige Meter in Richtung Schmalzturm ausweichen. Parken auf der Brücke Mit (geplanten) Einschränkungen müssen in den nächsten Wochen die Anwohner des Klösterls und am Seelberg rechnen: Während der Pflasterarbeiten in diesem Bereich und in der zweiwöchigen „Ruhezeit“ der Steine danach können sie mit ihren Autos die Grundstücke nicht anfahren, erst ab Ende Oktober ist dieser Abschnitt wieder befahrbar. Die Stadt hat hier vorgesorgt, die Betroffenen erhalten einen Stellplatz in der Tiefgarage und einen Ausweis, mit dem sie 30 Minuten auf der Karolinenbrücke parken können – was die Verkehrsüberwachung bei anderen Kraftfahrzeugen inzwischen nicht mehr toleriert. Ein Nachspiel gibt es beim Pflaster allerdings tatsächlich noch. Da die Arbeiter erst im August (statt wie geplant im Juli) beginnen konnten, haben sich die Frachtkosten verdoppelt und das Bauunternehmen Kutter stellte ebenfalls eine höhere Rechnung für die Subunternehmer. Beide Forderungen, insgesamt 48000 Euro, seien bereits geprüft und müssten bezahlt werden, so Huttenloher. Die Verzögerungen waren zum einen durch einen Fehler in der Ausschreibung – der KREISBOTE berichtete –, aber auch dadurch entstanden, dass aus Fernost in der ersten Lieferung keine quadratischen Steine ankamen – die aber sind für das am Hauptplatz verlegte Muster nötig. Womit man wieder beim Thema „schneiden“ wäre. Um überhaupt arbeiten zu können, mussten die Arbeiter die benötigten Steine selbst herstellen, indem sie „lange“ rechteckige Exemplare halbierten. Da dies der fehlenden Lieferung geschuldet ist, will man „auch unsere chinesischen Freunde in die Pflicht nehmen“, Gespräche gebe es bereits. Die kleineren Reibereien sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Arbeit auf der Großbaustelle Hauptplatz grundsätzlich harmonisch verläuft. Hans Huttenloher: „Ich möchte mich ausdrücklich bei den Anliegern bedanken. Es ist Verständnis und Freundlichkeit da, alle Probleme konnten wir bis jetzt im Gespräch gut lösen, es ist ein sehr angenehmes Arbeiten. In dieser Hinsicht ist es eine schöne Baustelle.“

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