Geheimnisvolles Kunstwerk

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Begeisterte Gesichter rund um die neue Fahne des Soldaten-, Veteranen- und Kameradschaftsvereins (von rechts): Corina Stranninger (Fahnenbraut), Andreas Huber (Heimat- und Trachtenverein d’ Ammertaler), Anna Brink (Fahnenmutter), Paul Blinia (Fahnenträger), Jürgen Zirch (Vorsitzender), Helmut Stranninger (Vorstandsmitglied), Herbert Kirsch (Bürgermeister und Schirmherr der neuen Fahne), Kurt Ziese (Ehrenvorsitzender), Herbert Schwarz (Beisitzer) und Robert Hölzl (Fahnenstickerei Eibl).

Das Geheimnis ist zu einem kleinen Teil gelüftet: Der Soldaten-, Veteranen- und Kameradschaftsverein Dießen zeigt einen Ausschnitt aus der neuen Fahne. Das gesamte textile Kunstwerk wird erst bei der Fahnenweihe am Sonntag, 27. Juli 2014 im Marienmünster zu Dießen enthüllt. 

Die neue Fahne tritt an die Stelle einer kostbaren Antiquität, die um 1883 – oder früher – entstanden ist und mehrere Renovierungen überlebt hat.

„Diese Fahne hat Geschichte geschrieben und gilt als historische Besonderheit“, erklärte Robert Hölzl von der Fahnenstickerei Eibl, „ich kann nur gratulieren – halten sie die Fahne in Ehren.“ Er riet dem Dießener Verein, sie zu konservieren und auszustellen, „weil sie mehr erlebt hat als andere Fahnen und auch nie ein Raub von Siegermächten geworden ist.“ 

Bei Jürgen Zirch, Vorsitzender des Kameradschaftsvereins, begegneten sich die historische und die neue Fahne. Fast zwei Jahre wurde geplant und entwickelt. Mehrfach sei zum Beispiel das neue Logo des Vereins modifiziert und die Motive für die Fahne verändert und weiterentwickelt worden. Das Ergebnis hat die Beteiligten begeistert: „Selten“, meint Bürgermeister Herbert Kirsch, „sieht man ein Fahnenkunstwerk, das mit soviel feiner Handarbeit die Schönheiten des Ortes herausarbeitet.“ Fahnenträger Paul Blinia freut sich heute schon, die Fahne zum Altar zu tragen, „die Kirchenbesucher werden staunen – nicht jeden Tag sieht man so ein außergewöhnliches textiles Kunstwerk.“ 

Für Robert Hölzl ist die Zusammenarbeit mit dem Dießener Verein überaus erfolgreich gewesen. Die Fahne ist im Quadrat 1,40 Meter und zeigt damit stattliche Größe für heutige Flaggen- oder Standartenkultur. Ihre ganze Pracht entfaltet die Stickerei auf Brillantsamt und Hölzl wies auf die Lebendigkeit der Motive auf der sogenannten Ortsseite hin: Das Marienmünster im Fokus ist flankiert vom Mausoleum auf dem Friedhof St. Johann, vom Rathaus und von historischen Fischerhütten vor dem Seeufer. 

Auf der Vereinsseite sieht man in Anlehnung an die alte Fahne das Königliche Wappen in Glanzgoldstickerei. Die Schutzheilige der Kanoniere, die Heilige Barbara ist dargestellt wie auch das neue Vereinslogo mit dem geänderten Namen „Soldaten-, Reservisten- und Kameradschaftsverein Dießen“. „Mit Gott für Frieden und Heimat“, ist zu lesen und die Friedenstauben signalisieren die Hoffnung, dass keine weiteren Kriegsdaten mehr eingestickt werden müssen in der Zukunft. Hingewiesen wurde noch auf die Nadelmalerei, die spezielle Sticktechniken miteinander verbindet. Gekürt wird die Fahne mit einem ebenso augenfälligen Fahnenspitz. 

„Die Finanzierung haben wir auch im Griff“, so Zirch. Viel Zuspruch aus der Bevölkerung und von Sponsoren habe die Basis geschaffen, „darüber sind wir überaus dankbar.“ Dass es noch weiter geht und noch Finanzierungslücken zu schließen sind, resultiere aus den Fahnenbändern und vielen Details rund um die Fahnenweihe. Ein rundes, schönes Fest soll es werden, das ins verkürzte Seefest eingebunden ist von Freitag, 25. Juli bis Montag, 27. Juli. Bis dahin müsse noch einiges finanziell abgesichert werden.

Beate Bentele

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