Rathausnot in Schondorf

Wenn der Bürgermeister in den Container umziehen muss

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Ungewohnter Anblick: Auf den Lehrerparklatz der Schondorfer Grundschule wurde ein Co­ntainer-Provisorium mit Bürgermeister-Büro und Teilen der Verwaltung eingerichtet.

Schondorf – Daran werden sich Lehrkräfte und Schüler gewöhnen müssen: Auf dem Lehrerparkplatz der Grundschule stehen bis mindestens Ende November Container, in denen das Bürgermeisterbüro und Abteilungen der Gemeindeverwaltung sowie der Verwaltungsgemeinschaft mit Greifenberg und Eching untergebracht wurden. Wie berichtet, gab es Anfang August einen massiven Wasserschaden im Rathaus, das in großen Teilen nicht mehr genutzt werden kann.

In der Grundschule wurde flugs eine Übergangslösung eingerichtet, die aber mit Beginn des neuen Schuljahres hinfällig wurde. Also beschloss der Gemeinderat die Anmietung von Bürocontainern, die wegen der vorhandenen Infrastruktur idealer­weise auf dem Lehrerparkplatz aufgestellt wurden. Die Kosten dafür liegen bei rund 76.000 Euro zuzüglich Erschließung, wobei zwei Drittel die Versicherung übernimmt. In den Containern „residieren“ jetzt Bürgermeister Alexander Herrmann mit Sekretariat, die Kämmerei und Finanzverwal­tung mit Kasse, das Technische und Juristische Bauamt sowie die Friedhofsverwaltung.

Im nicht durchfluteten Teil des Rathauses wurde ebenfalls improvisiert und zusammengerückt. Das Einwohnermeldeamt befindet sich im Sitzungssaal und das Trauungszimmer hat man zum Ordnungs-, Sozial-, Gewerbe- und Standesamt umfunktioniert. Geschäftsleiter Ralf Müller und das Personalamt konnten auch im Rathaus bleiben. Im Rathaus Eching wurde mit der Bauleitplanung eine Außenstelle eingerichtet.

Inzwischen wird im Rathaus mit Hochdruck an der Wiederherstellung gearbeitet. Trocknung, Abbruch der Türzargen, Entfernung der Bodenbeläge, Öffnung von Decken und Wänden, Sanitär-Demontage und vieles mehr haben bis jetzt rund 24.000 Euro gekostet, wie Bürgermeister Herrmann jetzt im Gemeinderat bekannt gab. Und er bekam einstimmig „freie Hand“ bis zu einem Betrag von 50.000 Euro für anstehende Arbeiten, vorbehaltlich der Freigabe durch den Bausachverständigen der Bayerischen Versicherungskammer. Damit muss man nicht für jede Beauftragung den Gemeinderat einberufen.
Dieter Roettig

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