Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs fürs Penzinger Feld stehen fest

Das Landratsamt als Stadt-Entrée

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Der Entwurf des Gewinners: das Büro Zwischenräume Architekten + Stadtplaner mit Landschaftsarchitektin Barbara Weihs. Das Landratsamtsgebäude (unten rechts, in Erst- (dunkel) und Zweitbauphase (hell)) wird als Entrée in die Stadt zwischen den beiden Kreiseln der Münchener Straße verortet.

Landsberg – „Landrat und OB sind ob des Entwurfs in Freude vereint.“ Ein Satz verkündet von Landrat Thomas Eichinger bei der Vorstellung der Gewinner des städtebaulichen Wettbewerbs für den Teilneubau des Landratsamtes auf dem Penzinger Feld. Der Entwurf verortet das neue Gebäude allerdings auf einem Gebiet, das noch nicht dem Landkreis gehört – östlich des Grundstückes, das er schon erwerben konnte. „Wir haben bereits erste interne Besprechungen mit den Grundstückseigentümern gehabt“, beruhigt Oberbürgermeister Mathias Neuner auf das Gesamtareal. Und wenn der Grundstückserwerb erfolgreich sei, „ist das auch im Stadtrat mehrheitsfähig“.

Es sei ein gemeinschaftliches Projekt, versichern OB und Landrat. Nicht umsonst saßen im Preisgericht neben Architekten und Stadtplanern, Landrat und OB auch zwei Kreisräte – Josef Loy (CSU) und Alexander Herrmann (GAL) – und zwei Stadtratsmitglieder – Zweite Bürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) und Berthold Lesch (CSU). Die Gemeinschaft von Stadt und Landkreis sei wichtig, denn, so OB Neuner, beim Penzinger Feld handle es sich um einen „sensiblen Ort, der nach wie vor heftig diskutiert wird.“

Denn glücklich ist der Stadtrat über die Entscheidung des Kreistages, das neue Gebäude an den Ortsrand zu verlegen, nicht. Eine Maßnahme, die nicht dem verfolgten Konzept „Stärkung der Innenstadt“ folge, da mit dem Amt auch zahlreiche Arbeitskräfte sowie die Besucher des Amtes an den Ortsrand zögen – ein „Ausbluten der Stadt“, befürchtet der Stadtrat. Aber wenn es denn der Rand sein müsse, so solle auch der Mehrwert des insgesamt rund 20 Hektar großen Gebietes für die Stadt mitgedacht werden, so die Forderung. Weshalb der Wettbewerb aus zwei Bausteinen besteht, der Landratsamt-Planung als Realisierungswettbewerb und ein Ideenteil für die bauliche Entwicklung des umgebenden Geländes „als Grundlage für weitere Diskussionen für die Stadt“, konkretisiert Diplom-Ingenieurin Monika Beltinger vom Wettbewerbsbetreuer LARS consult. Ob und wenn ja, welche Gebäude für welche Bewohner und/oder Firmen hier entstehen könnten, ist also noch reine Fiktion. Nichts Konkretes.

Den ersten Preis des Wettbewerbs und die damit verbundenen 23.000 Euro erhält das Büro Zwischenräume Architekten u. Stadtplaner mit Landschaftsarchitektin Barbara Weihs. Ein Entwurf, der laut Preisgericht „eigenständig und identitätsstiftend“ sei. In diesem Entwurf liegt das Landratsamtgebäude mit Tiefgarage direkt am Stadt­eingang zwischen ersten und zweitem Kreisel, hinter einer ‚Waldinsel‘ an der Münchener Straße. Auf einem Grundstück, das bisher weder dem Landkreis noch der Stadt gehört.

Der Landkreis habe sich eigentlich einen anderen „Fleck ausgesucht“, so Beltinger. „Aber innerhalb des Wettbewerbs gab es eine Öffnung für einen eventuell besseren Platz“. Eine Chance, die vom Gewinner genutzt wurde. Was wohl auch ausschlaggebend war. Denn sowohl OB als auch Landrat finden den Bau an dieser Stelle, als Stadtentrée perfekt. Wobei Neuner noch die Aussicht betonte: „Wenn man auf der Münchener Straße hereinfährt, sieht man dann das Landratsamt und dann das Bayertor in seinem Selbstverständnis.“

Das neue Gebäude mit einer offenen Eingangshalle.

Mitgeplant seien auch Bushaltestelle und Fahrradstellplätze, betont Stadtplanerin und Architektin Mechthild Siedenburg. Das Gebäude selbst biete eine „große, offene Halle mit Blick in den Innenhof“. Die Haustiefe sei dabei variabel, biete Raum für unterschiedlichste Büros. Ebenso miteingeplant wurde ein Versammlungs- und Veranstaltungsraum. Und zwar ganz oben „mit unverbautem Blick in die Berge“.

Das umgebende Gebiet wird als reines Gewerbegebiet gestaltet, wobei unterschiedlichste Gewerbe vorgesehen seien, betont Architektin Brigitte Henning: Werkstätten, Räume für Ausstellungen, Firmen, kleinteilige Handwerkerhöfe, Lager­flächen. Ein „Mittagspark“ genannter Grünstreifen trenne hierbei mögliche ‚laute‘ Gewerbe zur Autobahn hin ab. Weitere Vegetationsräume dienten als „Sport-, Bewegungs-, Ruhebereiche“. „Den Nutzungsdruck zur Bebauung sehen wir hier als relativ gering“, begründete die Architektin die eher lockere Bebauung.

Der zweite Preis (13.800 Euro) geht an ein Kollektiv: Hummel Kraus Stadtplaner, Architekt Hahn Wensch, Landschaftsarchitektin Nicole M. Meier Lund Stadtplaner und Architekt Felix Salazar. Deren Entwurf präsentierte eine zusätzliche Verkehrs­anbindung des Gebietes, um den zweiten (Waldorf-)Kreisel zu entlasten. Das Preisgericht lobte den Entwurf als „robustes Grundgerüst mit hohem Entwicklungspotential.“ Den dritten Preis (9.200 Euro) erhielten Grassinger Emrich Architekten und Herman Salm Landschaftsarchitekten. Die Worte des Preisgerichts: „Eine kraftvolle, durchdachte Form“, die „große Heterogenität in gesamtheitlicher Homogenität“ biete.

„Die Würfel sind gefallen“, freute sich Eichinger. Den Bau wünscht er lieber früher als später: „Demnächst beziehen wir unsere 14. Außenstelle.“ Im Mai stehe der Beschluss des Kreisausschusses an, mit diesem Plan fortzufahren. Im Sommer erhoffe er sich den Aufstellungsbeschluss der Stadt – ob das noch vor der Sommerpause möglich sein wird, stellte Neuner infrage. Zudem müsse man noch den Grundstückstausch mit der Stadt besprechen, um letztendlich einen Realisierungswettbewerb zu starten. Dessen Wettbewerbs­ergebnis könne man frühestens Ende des Jahres erwarten. Und was den eventuellen Erweiterungsbau des Gebäudes (in der Skizze hellgrau) angehe, um das gesamte Amt zu verlagern: Der sei frühestens in 20 Jahren aktuell. „Aber so haben wir Luft für die kommenden Jahre.“

Susanne Greiner

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