Mit Tempo 88 über den Zebrastreifen

Unglaublich Rekord: In der Tempo 30-Zone des Wohngebietes Am Kornfeld (Foto) raste ein Berufsschüler mit Tempo 88 in die städtische Radarfalle. Foto: kb

Es sind absolute Ausreißer, geben allerdings zu denken: Der eine fährt auf der Epfenhausener Straße im Bereich des „Zebrastreifens“ mit Tempo 88 stadtauswärts, 50 sind erlaubt, der andere donnert ebenfalls mit 88 Sachen durch die 30er-Zone Am Kornfeld. Gottlob endet diese Raserei ohne Unfall, gottlob ist sie auf der neuen Messanlage der Stadt in allen Details dokumentiert. Das Fahrverbot gibt den beiden Rasern reichlich Zeit zu reflektieren.

Ob die jungen Burschen künftig den Fuß vom Gas nehmen werden, bleibt zu bezweifeln. „Fahrverbote gibt es zumeist für einschlägig bekannte, bereits vorbelastete Personen“, weiß Ordnungsamtsleiter Ernst Müller. Anfang Februar dieses Jahres startete die Stadt die Überwachung des fließenden Verkehrs mit dem eigenen Messfahrzeug, was bis Ende Oktober zu 17 Fahrverboten führte, 14 davon in Tempo-30-Zonen. Allein das unterstreicht die Notwendigkeit einer intensiveren innerstädtischen Geschwin­- digkeitsüberwachung, die sich die Stadtoberen zum Ziel gesetzt haben. Müller dazu: „In Wohngebieten, vor Kindergärten und Schulen ist die Beanstandungsquote mehr als doppelt so hoch wie im Tempo-50- Bereich.“ So verwundert nicht, dass die Messzeiten im Verhältnis 75:25 zugunsten der 30er Bereiche aufgeteilt sind. Zwischen Anfang Februar und Ende Oktober war das mausgraue Überwachungswagen der Stadt 962 Stunden im Einsatz. Von 380828 gemessenen Fahrzeugen waren 13953, das sind 3,66 Prozent, zu schnell unterwegs. Im Tempo 50-Bereich liegt die Beanstandungsquote laut Müller bei 2,26 Prozent, also 3412 Fahrzeuge. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hingegen überschritten 10541 (4,59%) Fahrzeuglenker. Gut die Hälfte aller Verstöße liegt bei einer Überschrei­- tung von bis zu 10 km/h und etwa ein Drittel zwischen 10 und 20 km/h. Um mehr als 30 Sachen zu schnell unterwegs waren 28 Fahrzeuglenker. Nicht alle Verstöße führten im Berichtszeitraum zu Bußgeld, Punkten oder Fahrverbot. 228 Fälle (1,6 Prozent) habe man laut Müller einstellen müssen. Und das nicht etwa, weil der eine den anderen gut kannte… Allein aus straf- und personalrechtlichen Gründen laufe da absolut nichts, betonte der Ordnungsamtschef. Außerdem sehe sich der Kommunale Prüfungsverband solche Fälle besonders aufmerksam an. Gründe für die Einstellung könnte etwa sein, dass der Fahrer nicht ermittelt werden konnte oder eine Einsatzfahrt (Polizei, Feuerwehr, Arzt) vorlag. Nach den ersten neun Monaten mit städtischer Geschwindigkeitsüberwachung bilanzierte Ernst Müller, dass sich die Landsberger Technik „sehr gut etabliert“ habe. Gerne würden er und seine Mitarbeiter noch mehr für die Verkehrssicherheit tun und auch am Wochenende sowie nachts messen. Im Moment aber scheitere das noch am Personal. Insofern setzt Müller auf die aktuellen Haushaltsberatungen – eine halbe Stelle zusätzlich für die Verkehrsüberwachung hat er nämlich angemeldet. An der Finanzierung dürfte es wohl kaum scheitern. Im Haushaltsplan 2010 sind bei der Überwachung des fließenden Verkehrs 320000 Euro Einnahmen veranschlagt. „Das werden wir in diesem Jahr auch erreichen“, ist sich Ernst Müller sicher.

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