Tendenz zum Kaputtsparen

Die Tage des maroden 33-Meter-Becken (oben rechts) im Warmbad Greifenberg sind gezählt. Es soll im kommenden Jahr einem Kinderspielplatz weichen. Luftbild: Hardy’s

Sie sind familienfreundlich, gesundheitsfördernd und beliebt, doch sie sind auch in die Jahre gekommen und kosten den Landkreis Jahr für Jahr eine Menge Geld. Deshalb sorgt sich FDP-Kreisrat Markus Wasserle um die Schwimmbäder in Greifenberg, Thaining und Kaufering und möchte sie mit Hilfe eines Fördervereins unterstützen. Er soll in den kommenden Wochen gegründet werden.

Wasserle hofft, durch die Beiträge möglichst vieler Mitglieder Gelder zusammen zu bekommen, die dem Erhalt der landkreiseigenen Bäder dienen. Noch bevor der Verein offiziell existiert, hat er bereits das erste Projekt übernommen: den Bau eines neuen Spielplatzes im Warmfreibad Greifenberg. Das Bad war in der vergangenen Woche Thema im Finanz- und Kreisausschuss, weil eines der vier Becken sanierungsbedürftig ist. Die Verrohrung des 33-Meter-Beckens ist defekt, eine Erneuerung würde mindestens 60000 Euro kosten. Da aber das Becken ohnehin nur an 15 Tagen im Jahr ausgelastet ist, beschloss man nun die Stilllegung. Das Becken wird zugeschüttet und mit Rasen bepflanzt. Auf der Fläche soll eine neuer Spielplatz entstehen. Der Landkreis wird 30000 Euro der Maßnahme tragen, der Förderverein soll 20000 Euro übernehmen. Immer dann, wenn für die Schwimmbäder Neuanschaffungen diskutiert werden, steht die Frage im Raum, ob es sich überhaupt noch lohnt. „Im letzten Jahr waren für Thaining und Greifenberg neue Wasserrutschen beantragt“, erinnert sich Wasserle. „Thaining hat eine bekommen, Greifenberg nicht, weil man nicht sicher war, wie lange der Betrieb dort überhaupt noch weiterläuft.“ Für den stellvertreten FDP-Kreisvorsitzenden ist das eine eindeutige „Tendenz zum Kaputtsparen“. Dem möchte er mit Hilfe des Fördervereins entgegen treten. Die Schließung des Greifenberger 33-Meter-Beckens sei zwar kein Drama, zumal dafür ein Spielplatz entsteht. Doch Wasserle sieht die Gefahr des stückweisen Verfalls. „Die Bäder müssen attraktiv bleiben. Ohne Unterstützung wird Greifenberg kurz- bis mittelfristig geschlossen und Thaining mittelfristig auch“, ist sich Wasserle sicher. „Der Trend ist klar erkennbar, und den müssen wir stoppen.“ Er hat deshalb schon Gespräche mit den Bürgermeistern, dem Landkreis und mit Bäderleiter Thomas Zeck geführt und durchweg positive Reaktionen erhalten. Die Überlegung ist denkbar einfach: Werden möglichst viele Landkreisbürger und auch Gemeinden Mitglied im Förderverein, lässt sich relativ schnell und vor allem regelmäßig finanzielle Unterstützung für die Bäder zusammen­- tragen. „Der Mitgliedsbeitrag soll nicht hoch sein“, beteuert Wasserle. Ihm schwebt eine Größenordnung von vielleicht 15 Euro im Jahr vor. Außerdem soll der Verein Veranstaltungen organisieren, die weitere Mittel einspielen.

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