Kein vereinsheim, keine Tennisplätze

Tennisclub Greifenberg befürchtet Abwanderung

+
Kämpfen für den Erhalt des Greifenberger Tennisclubs: Vorsitzender Jürgen Brettel und seine Vorstandskollegen Nils-Olaf Kramer, Patricia Müller und Gernot Langenbeck (von links).

Greifenberg – Nicht nur die Unternehmerfamilie Klinke von Hardy‘s Fitness in Greifenberg ist nicht gut auf das Landratsamt zu sprechen. Der sich so lange hinziehende Bau des neuen Warmbades hemmt sie bei ihren Expansionsplänen (der KREISBOTE berichtete). Jetzt äußert auch der Tennis­club Greifenberg seinen Unmut gegenüber dem Landkreis. Seine vier Sandplätze und das Vereinsheim fallen den Parkflächen für das Warmbad zum Opfer.

Laut Vorstand Jürgen Brettel ist in diesem Jahr und wohl auch im Jahr 2021 weder ein freier Spielbetrieb noch Training für Punktspiele der sechs Mannschaften möglich: „Nach 50 Jahren steht der Tennisclub mit seinen hundert Mitgliedern, darunter 30 Kinder und Jugendliche, vor dem Nichts. Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen.“

Das Gelände der bisherigen Tennisanlage gehört dem Landkreis Landsberg, von dem es die Gemeinde Greifenberg angeblich erwerben und auch den Neubau von Plätzen und Vereinsheim finanziell unterstützen wollte. Doch dieses Entgegenkommen dem Traditionsverein gegenüber werde vom Landratsamt blockiert, so die Vorstandschaft. Es scheitere offenbar an einer unzureichenden Projektplanung des Warmbad-Neubaus. Deshalb wolle der Landkreis keine Flächen rund um das Warmbadgelände freigeben und sich alle Optionen offen lassen.

Dies sei so nicht zutreffend, wie Wolfgang Müller, Sprecher des Landratsamtes, dem KREISBOTEN gegenüber betonte. Bei einem persönlichen Gespräch mit Landrat Thomas Eichinger wurde dem Tennisclub versichert, man unterstütze seine Vorhaben im Rahmen der derzeitigen Möglichkeiten. Aber dem Warmbadbau mit seinem enormen finanziellen Aufwand werde zunächst absolute Priorität gegenüber allen anderen Vorhaben auf dem Areal und in der Umgebung eingeräumt. Erst nach der detaillierten Freianlagenplanung wie endgültiger Lage und Größe der Liegeflächen und Einrichtungen wie Kinderspielplatz oder Beachvolleyballplatz könne darüber entschieden werden, „ob und gegebenenfalls welche Teilflächen an die Gemeinde Greifenberg für den Tennisclubs abgegeben werden können.“

Wolfgang Müller: „Der Landkreis wirbt um Verständnis dafür, dass man sich als Bauherr einer Freizeitanlage für Zehntausende von Gästen pro Jahr durch Zusagen oder gar Verkäufe, Verpachtung oder Erbbaurecht von Grundstücksteilen während oder gar vor Beginn der Bauphase nicht selbst bei der künftigen Gestaltung einschränken kann.“

Die Verantwortlichen des Tennisclubs hätten zudem versichert, dass man in der Saison 2020 auf benachbarte Vereine bzw. Anlagen in Windach und Stegen ausweichen könne. Und aus Kulanz habe der Landkreis den Greifenbergern sogar die Pacht für den Spielbetrieb 2019 erlassen.

Mehr könne man momentan nicht tun, so Landratsamt-Sprecher Wolfgang Müller. Derzeit laufen bereits die Erdarbeiten für das Warmbad, wobei Abtrag und Abbruch auf den Liegewiesen sowie im Tennisplatzbereich gelagert werden.

Der Tennisclub Greifenberg befürchtet nun, dass Mitglieder jetzt zu den Nachbarvereinen abwandern und der Club vielleicht vor dem Aus steht. Auf der Internetseite www.tc-greifenberg.de hat man deshalb eine Online-Petition für Unterstützung und Erhalt des Traditionsvereins eingerichtet.
Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Landsberg: Kontaktverfolgung im Griff
Corona im Landkreis Landsberg: Kontaktverfolgung im Griff
Säulenhalle Landsberg: die 32. Jahresausstellung des RBK
Säulenhalle Landsberg: die 32. Jahresausstellung des RBK
Landsberg: Fahrerflucht nach Radunfall
Landsberg: Fahrerflucht nach Radunfall

Kommentare