Autoverkehr darf wieder rollen

Testphase der Fußgängerzone beendet: Entscheidung für nächste Saison nach Auswertung

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Die erste saisonale Testphase der Dießener Fußgängerzone in der Mühlstraße und am Untermüllerplatz ist beendet. Die Schilder wurden demontiert beziehungsweise eingehüllt.

Dießen – Seit Sonntag, punkt 20 Uhr, ist die Testphase der Fußgängerzone Mühlstraße und Untermüllerplatz fürs Erste beendet. Jetzt wird die Beschilderung abgebaut beziehungsweise eingehüllt und der Autoverkehr kann auch an den Wochenenden wieder durch Dießens „gute Stube“ rollen. Ob es im kommenden Sommer zu einer weiteren Testphase oder zu einer ganz anderen Lösung kommen wird, entscheidet der Marktgemeinderat nach der Auswertung von Verkehrsplaner Robert Ulzhöfer von der Planungsgesellschaft Stadt-Land-Verkehr.

Über Sinn oder Unsinn der temporären Fußgängerzone wurde im Vorfeld und auch während der Testphase heftig diskutiert. Dießener und Tagestouristen, die mit der Bahn oder dem Schiff kamen, fanden die Flaniermeile vom See bis hoch zum Maibaum gut, Autofahrer hingegen waren ratlos und sauer, weil sie hier nicht mehr durchfahren und parken durften. Wer dennoch parkte, musste mit einem 35-Euro-Knöllchen rechnen. Das Risiko war aber gering, weil der für die Überwachung zuständige Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland an den Wochenenden nur stundenweise kontrollierte. Und so kam es, dass munter weiter geparkt und durchgefahren wurde, darunter auch viele PKWs mit Landsberger Kennzeichen. Gut angenommen wurde die nachträglich vom Marktgemeinderat erteilte Erlaubnis, dass Radfahrer in der Fußgängerzone nicht schieben müssen, sondern strampeln dürfen.

Erste Zählungen der Studenten von Verkehrsplaner Ulzhöfer ergaben, dass sich an den Samstagnachmittagen und sonntags eine große Anzahl von Spaziergängern aus den Seeanlagen durch die Bahnunterführung auf den Untermüllerplatz bewegte. Von dort ging aber nur eine Minderheit die Mühlstraße hinauf. Einige Geschäfte dort hatten am Samstag bis abends geöffnet, was aber die Besucher scheinbar nicht wussten. Auch das attraktive Tosbecken zum „Wasser-Erleben“ wurde nicht zum Publikumsmagnet. Und vom Maibaum die Mühlstraße runter spazierten noch weniger Besucher, weil sie rund um den Marktplatz keine Parkmöglichkeiten fanden.

Schuld daran war das immer noch fehlende neue Parkleitsystem, dessen Beschilderung eigentlich zum Start der Testphase stehen sollte. Polizei, Landratsamt Landsberg und das Straßenbauamt Weilheim hatten sich gegen die ursprünglich vorgesehenen bis zu 2,50 Meter breiten Schilder ausgesprochen, so dass nunmehr abgespeckte Versionen mit einer Maximalbreite von 1,50 Metern zum Einsatz kommen. Laut Dießens Geschäftsleiter Karl Heinz Springer müsste das Parkleitsystem in diesen Tagen installiert werden. Zu spät für die Besucher der nunmehr beendeten Testphase der Fußgängerzone.

Leidtragende der Testphase waren nach eigenen Aussagen die Gastronomen in der Mühlstraße und am Untermüllerplatz. Sie hätten zum Teil erhebliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Die Gäste seien es gewohnt, bis zum Lokal vorzufahren und scheuten die paar Minuten Fußweg vom großen Bahnhofsparkplatz.

Zusammen mit der endgültigen Auswertung der Fußgängerzone und einer zusätzlichen Anwohner-Befragung wird auch wieder als Alternative über die Einführung einer Einbahnstraßenregelung in der Mühlstraße diskutiert. Anwohner würden hier die Regelung von „unten nach oben“ bevorzugen. Ginge die Einbahnregelung vom Maibaum runter zum Untermüllerplatz, wäre das für die Autofahrer eine schnelle Abkürzung zum Bahnhof. An die Geschwindigkeitsbegrenzung der als „Spielstraße“ deklarierten Mühlstraße halten sich eh die wenigsten Autofahrer, so ein frustrierter Anwohner.

Dieter Roettig

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