Teuer muss nicht gut sein – Schondorfer Bürger diskutieren übers Verkehrsgutachten Ammersee-West

Engagiert und besonnen haben sich kürzlich viele Schondorfer Bürger mit dem aktuellen Verkehrsgutachten der Ammersee-West Gemeinden auseinander gesetzt. Dem Gemeinderat war die Untersuchung, die auf Anregung der Ammersee-West-Bürgermeister im Auftrag der Regierung von Oberbayern erstellt wurde, bereits im Oktober 2008 präsentiert worden.

Dass die so genannte „große Lösung“ in Gestalt einer „Ammersee-Höhenstraße“ zwar die teuerste aber nicht zugleich die effektivste Lösung sein würde, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren, zeigte Bürgermeister Peter Wittmaack im gut besuchten Rathaussaal auf: Wie im KREISBOTEN berichtet würde die Straße Dießen, Utting und Schondorf großräumig bis zu einem neuen Autobahnzubringer zwischen Greifenberg und Windach umfahren (siehe Grafik). Rund 40 Prozent der 13400 Fahrzeuge, die täglich durch Schondorf rauschen, könnten auf diese Weise umgeleitet werden. Die kleinste der vier Umgehungsvarianten, die nördlich des Sportgeländes nach Westen abzweigend die Gemeinde Schondorf in engem Radius umfahren würde, verspricht dagegen eine Verkehrsentlastung in der Ortsmitte von über 55 Prozent. Doch auch die Nachteile dieser Variante lagen schnell auf der Hand: Mehrere Anwesende sahen die ortsnahe Moränenlandschaft ebenso bedroht wie die bislang ruhigen Wohngebiete im Westen. Erfahrungsgemäß, so Bürgermeister Wittmaack, würden sich Ortsränder schnell zu neuen Straßen hin ausweiten oder diese sogar noch überspringen. Hausgemachter Verkehr Während eindeutige Plädoyers für eine wie auch immer geartete Umgehung eher in der Minderzahl blieben, wurde auch darüber nachgedacht, welche Möglichkeiten zur innerörtlichen Verkehrsreduzierung bislang nicht genutzt werden. Gemeinderätin Helga Gall (Grüne) erinnerte daran, dass der Verkehr in Schondorf nachweislich zu einem Drittel hausgemacht sei. Als Alternative wurde ein weiterer Ausbau des innerörtlichen Fuß- und Radwegenetzes sowie die Intensivierung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) angespro- chen. Mit der Bayerischen Regionalbahn, die seit Dezember die Strecke Augsburg – Schongau bediene, sei bereits ein guter Anfang gemacht, meinte Gall. Mit Fantasie zum Tunnel Mit Blick auf die Durchgangsstraße wurde auch eine Tunnellösung thematisiert. Bei dieser zuletzt im Jahr 1994 heiß diskutierten Variante sei etwas Fantasie gefragt um Kosten zu sparen, meinte unter anderem der Schondorfer Künstler Andreas Kloker. Möglicherweise wäre eine Tieferlegung der Staatsstraße mit partiellen Abdeckelungen schon ausreichend. Wittmaack kündigte an, dass die Bürger auch weiterhin über den Planungsprozess informiert und nach Möglichkeit einbezogen werden sollen. Er hofft nun, dass den favorisierten Varianten schnell eine Machbarkeitsstudie folgt.

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