Teuflisch gut

Dem Greifenberger Bergläufer Ludwig Bichler (vorne) und seinen Konkurrenten bot sich während des Rennens ein überwältigender Blick auf die Schweizer Alpen. Genießen freilich konnten ihn die meisten wohl erst im Ziel auf dem Schilthorn. Foto: FT Jahn

Schon der Name allein klingt, als würde der Weg direkt zu einem Rendez-vous mit Mephisto höchstpersönlich führen. Und irgendwie mag das auch zu­- treffen, denn wer den Schilthorn Inferno Berglauf in der Schweiz bezwungen hat, der ist zumindest für Außenstehende direkt durch die Hölle gegangen. 21,1 Kilometer verteilt auf 2175 Höhenmeter verlangen den Teilnehmern fast Unmenschliches ab. Kein Wunder, dass sich der Sieger des Rennens auch in diesem Jahr Europameister der Extrem-Bergläufer nennen darf. Mit Ludwig Bichler stellte sich auch ein Greifenberger der Herausforderung – und gewann prompt den Titel in seiner Altersklasse.

402 Männer und 98 Frauen aus 17 Nationen waren angereist, um an der 5. Extrem-Berglauf-Eurpoameisterschaft teilzunehmen. Allein 116 Athleten zählte das deutsche Aufgebot – darunter Ludwig Bichler von der FT Jahn Landsberg. Wie alle anderen Konkurrenten warf auch der Greifenberger vor dem Start einen sorgenvollen Blick auf das Thermometer. Das zeigte hochsommerliche 25 Grad im 795 Meter hoch gelegenen Lauterbrunnen – keine angenehme Voraussetzung für ein Rennen wie dieses, das körperliche Höchstleistungen von den Sportlern verlangt. Doch die Veranstalter hatten vorgesorgt und zahlreiche Verpflegungsstationen entlang der Strecke errichtet, um die Athleten vor dem Dehydrieren aufgrund des Wasserverlustes zu bewahren. Vor der pittoresken Bergkulisse der Schweizer Alpen ging das Feld schließlich auf die Strecke, die bis zum Drehrestaurant am Schilthorn auf 2970 Metern kein einziges Mal bergab führen sollte. Gestalteten sich die Steigungen am Anfang noch recht gemäßigt, wurden sie mit zunehmender Laufdistanz immer brutaler. Als erfahrener Bergläufer ging Bichler das Rennen langsam an, eine Taktik, die sich schon bald auszahlen sollte. Denn je höher der Jahnler kam, desto mehr seiner Konkurrenten konnte Bichler wieder überholen. Beeindruckende Zeit Nach 2 Stunden, 40 Minuten und 24 Sekunden hatte es der Extremsportler schließlich geschafft: Bichler erreichte als Erster seiner Altersklasse (M 55) erschöpft und glücklich das Ziel auf dem Schilthorn. Wie stark die Leistung des Greifenbergers einzuordnen ist, zeigt ein Blick auf seine Konkurrenten. Der letzte in seiner Altersklasse benötigte immerhin rund fünf Stunden für die Strecke. Und auch der Abstand zum schnellsten Mann an diesem Tag hielt sich in Grenzen: Der deutsche Seriensieger Markus Jenne hatte den Gipfel des Schilthorns gerade einmal 33 Minuten vor Bichler erreicht.

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