Konzert im Wohnzimmer

„The Church“-Gitarrist Marty Willson-Piper im Café Zirnheld

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Rappelvoll war es beim ersten Konzert im Café Zirnheld mit Geigerin Olivia und ihrem Ehemann, dem Gitarristen Marty Wilson-Piper von „The Church“.

Landsberg – Konzerträume gibt es in Landsberg einige. Seit letzter Woche hat sich das Repertoire um einen erhöht. Ins neue Jahr startete das Café Zirnheld im neuen Format: Musik im traditionsreichen Stadtcafé. Die ersten Gäste waren das Musikerehepaar Olivia und Marty Willson-Piper. Mit sanften Songs und poetischen Texten.

Die ersten Akkorde spielt Marty Willson-Piper noch hinterm Tresen. Denn es ist eng im Café: Alle Stühle im hinteren und vorderen Raum sind besetzt, Menschen sitzen dicht an dicht. Und schon nach wenigen Minuten ist es kuschelig warm. „Mein Deutsch ist nicht das Gelbe vom Ei“, startet Marty den Abend. Und wechselt ins Englische. Doch er wisse mehr über deutsche Bands als irgendjemand sonst im Raum, denn: „Es ist das Land dessen Musik ich am meisten liebe.“

Auch wenn ihn Einflüsse des Psychedelic Rock („The Church“) geprägt haben, ist sein Solospiel doch dem Singer-Songwriter-Stil verbunden. Die Kompositionen des 60-Jährigen zeichnen sich durch sanfte Melodien aus, die durch das klare Geigenspiel seiner Frau Olivia verstärkt werden.

Seine Texte sind teilweise äußerst poetisch. Die Inspiration dazu holt sich der nicht Sesshafte („Ich habe keine Katze, kein Auto, kein Heim“) auf seinen Reisen durch die Welt. „Alles, was man kennt, bemerkt man nicht mehr“, sagt er. Weshalb er immer mit offenen Augen durch neue Orte und Landschaften gehe. In den Texten ist das Psychedelische seiner „The Church“-Zeiten oft zu spüren. Zum Beispiel im Ausdruck einer „Pralinenschachtel voller Angst“ oder „verrauchten Illusionen in Reliquien-Museen.“

Marty Willson-Piper machte sich vor allem mit dem Spiel seiner 12-saitigen Gitarre einen Namen. Und das sowohl bei der australischen Rockband „The Church“, wo er mit 22 Jahren als Gitarrist einstieg und 35 Jahre blieb, als auch mit der englischen Indie-Band „All about Eve“, mit der er ein Album aufnahm. Er spielte zudem mit Musikerinnen wie Aimee Mann und schnupperte am Punk bei der australischen Band „The Saints“. Vielfältigkeit. Oder „Thinking outside the Box“, wie Marty es nennt.

Zirnheld-Pächterin Andrea Nisch war bei diesem Konzert die Verbindungsperson zu Willson-Piper. Unterstützung bekam sie in der Planung durch Edmund „Discy“ Epple. Der Eintritt war frei, für die Musiker wurde im Hut gesammelt. Ob die Kombination Zirnheld und Konzert wiederholt wird? Epple und Nisch sind sich mit Blick aufs volle Haus einig: „So wie‘s ausschaut: ja!“

Susanne Greiner

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