Mit Leserumfrage

Landrat Thomas Eichinger: Landsberg braucht endlich eine Süd-Umgehung!

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Zwei, bereits zur Jahrtausendwende erwogene Routenführungen (rot) für die von Landrat Thomas Eichinger nun wieder angeregte Südumgehung.

Landkreis – Dass der Landrat und der Oberbürgermeister nicht selten auf gegensätzlichen Linien fahren, ist allgemein bekannt. Spätestens seit der Diskussion um den geplanten Bau der Kreisbehörde auf dem Penzinger Feld. Da gehen die Meinungen auch in punc­to Stadtentwicklung meilenweit auseinander. Beim Verkehr scheint es nicht anders zu sein. Während Mathias Neuner große Stücke auf das noch ausstehende (innerstädtische) Verkehrskonzept setzt, bringt Thomas Eichinger die Südumgehung ins Spiel. Und mahnt bei den Stadtoberen an, auf das richtige Pferd zu setzten.

Offensichtlich sah sich Thomas (Eichinger) kurz vor Weihnachten gemüßigt, seinem Parteifreund Mathias (Neuner) noch ein großes Paket unter den städtischen Christbaum zu legen. Inhalt: Richtungweisendes für ein wirksames und zukunftträchtiges Landsberger Verkehrskonzept. Allein mit einer „Entauto-Politik“ sei es nämlich nicht getan, übte der Landkreis­chef Kritik am eingeschlagenen Weg. Mehr noch, eine „Strategie für den Entlastungsverkehr“ fordert Eichinger ein. Seine Frage ist dabei nicht, „Südumgehung ja oder nein?“, sondern: „Welche Trasse ist für die Südspange vorgesehen?“.

Angesichts der unbestrittenen Tatsache, dass die (Verkehrs-)Belastung für Stadt und Landkreis immer größer werde, sei es höchste Zeit zu handeln. Schließlich gehen für Untersuchung, Planung und Umsetzung solcher Vorhaben schnell mal zehn Jahre ins Land.

Für Thomas Eichinger steht fest: „So wie jetzt kann man‘s jedenfalls nicht weiterlaufen lassen, sonst machen die Leute bald einen großen Bogen um Landsberg.“ Der Landrat schnürte in sein Weihnachtspaket übrigens nicht nur gute Ratschläge, sondern auch ein Angebot: „Ich bin mit dem Landkreis gerne dabei, wenn sich die Stadt auf die Suche nach einer Entlastung macht.“ Einer der Gründe dafür: die Anbindung des neuen Landratsamts. Behördenbesucher aus dem südlichen Landkreis sollen um die staubehaftete Innenstadt herum zum Penzinger Feld gelotst werden.

Im Verwaltungsbau Kathari­nenstraße 1 scheint das Präsent an die Stadt noch unter dem Christbaum zu liegen. Ungeöffnet. Oder einfach unerwünscht? Träfe Letzteres zu, könnte es ja in die Von-Kühlmann-Straße retournieren – zur Versteigerung „ungewünschter Weihnachtsgeschenke“, der alljährlichen Aktion der Familienoase Landsberg in Kooperation mit dem Landratsamt. Eine Reaktion auf Eichingers öffentlichen Vorstoß hat es vom Oberbürgermeister jedenfalls noch nicht gegeben.

Ganz anders sein Herausforderer Moritz Hartmann. Der Grünen-Stadtrat wetterte prompt: „Die Ratschläge des Landrats gehen absolut in einer falsche Richtung.“ Zunächst erinnert er Eichinger an das Klimaschutzkonzept des Landkreis, in dem geschrieben stehe, dass 38 Prozent des CO2-Ausstoßes dem Verkehr zuzuordnen seien. Wer also den Klimaschutz ernst nehme, müsse strikt auf eine Reduzierung des motorisierten Straßenverkehrs, auf die Verkehrswende, setzen. Die von Eichinger wieder ins Spiel gebrachte Südumgehung sei „völlig realitätsfern“ – in finanzieller und verkehrsplanerischer Sicht ebenso wie aus Gründen des Naturschutzes.

Eine Südumgehung und deren Auswirkung waren bereits zur Jahrtausendwende untersucht und im Herbst 2001 präsentiert worden. Die beiden stadtnahen Varianten, Tunnel oder Brückenschlag zur Krachenbergschlucht, schieden aus Kostengründen beziehungsweise dem Ensemble­schutz aus. Die beiden anderen Umgehungsvarianten legten die Stadtoberen in die Planungs­schublade – „für die nächste Politikergeneration“, wie es damals hieß. Die Schublade indes blieb bis heute geschlossen. Weder OB Neuner noch der neue Stadtrat wagten sich an das Thema.

Die stadtnähere Variante führt von der B17 auf Höhe des Bahngleises nach Osten, überspannt Lech und Lechpark mit einer 700 Meter langen Talbrücke und wird nach dem Anschluss an die Ummendorfer/Weilheimer Straße bis zur Osttangente geführt. Trassenlänge: drei Kilometer. Variante 2 beginnt südlich des Tierheimes, durchschneidet den Stadtwald, führt über eine 400 Meter lange Brücke über den Lech­stausee am Campingplatz vorbei zur Ummendorfer Straße und dann zum Anschluss der Weilheimer Straße an die Osttangente. Trassenlänge: 3,5 Kilometer.

Nach Ansicht von Verkehrsexperten entlastet eine stadtferne Südumgehung den Hauptplatz nur bei einer gleichzeitigen Sperrung der Durchfahrtsmöglichkeit im Altstadtbereich.

KREISBOTE Leserumfrage


Toni Schwaiger

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