Asyl ist Menschenrecht

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Klaus Hermes (Helferkreis Asyl Geltendorf), Sachbuchautorin Christine Schulz-Reiss und Monika Steinhauser vom Münchner Flüchtlingsrat (von links) am ersten Wochenende der Themenwochen „zuflucht“ im Geltendorfer Bürgerhaus.

Geltendorf – Mit einer gut besuchten Auftaktveranstaltung sind die Themenwochen „zuflucht“ im Bürgerhaus gestartet. Trotz Eiseskälte und Feiertag kamen am Freitag Abend rund 120 Besucher zur Vernissage der Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“. Die vom Verein ProAsyl konzipierte Plakat-Ausstellung zeigt Fluchtursachen und Hintergründe, Zahlen und Zusammenhänge auf – und die Geltendorfer hatten noch mehr getan. Auf weiteren Plakaten berichten drei im Ort lebende Flüchtlinge, was sie hinter sich bringen mussten, bevor sie in Geltendorf Zuflucht fanden.

In den von der Journalistin Sigrid Römer-Eisele aufgezeichneten Schilderungen beschreiben zwei Syrer und ein Afghane die fast unmenschlichen Anstrengungen der Flucht – Laufen bis zur Erschöpfung, Hunger, Inhaftierung, Eingepferchtsein mit Dutzenden anderen auf engstem Raum. Nach Wochen und Monaten dann die Ankunft in Deutschland und schließlich der Weg nach Geltendorf, wo sich alle drei sehr wohlfühlen.

Besonders betroffen macht das Schicksal des 30-jährigen Afghanen, der in seinem Heimatland als Minenräumer für die UN gearbeitet hat, deshalb von den Taliban bedroht wurde und fliehen musste, weil er seines Lebens nicht mehr sicher war. Dass Flüchtlinge aus Afghanistan trotz solcher Zustände ihrem Heimatland keine gute Bleibeperspektive in Deutschland haben, kritisierte Monika Stein­hauser, Geschäftsführerin des Münchner Flüchtlingsrats und Gastrednerin des Abends. Die Abschiebung gut integrierter Afghanen wertete sie als Signal an die Bevölkerung im Heimatland, sich ja nicht auf den Weg zu machen. „Die hektischen Gesetzesänderungen seit Ende 2015 sollen Flüchtlinge abschrecken und vergraulen“, so Steinhauser.

Mit der Ausstellung wolle man Verständnis wecken für die Flüchtlinge und ihre Situation, sagte Klaus Hermes vom Asylhelferkreis. „Und wir wollen Bewusstsein schaffen für die Allgemeingültigkeit der Menschenrechte.“ Steinhauser zitierte in diesem Zusammenhang den Artikel 14 der UN-Menschenrechtscharta, wonach jeder das Recht hat, in anderen Ländern Schutz vor Verfolgung zu suchen. „Damit ist das Thema Obergrenze schon geklärt. Es gibt keine Zahl, ab der der nächste kein Mensch mehr wäre.“

Intensiviert wurden die Themen Flucht und Integration am nächsten Abend bei einer Lesung von Sachbuchautorin Christine Schulz-Reiss, die auch Gelegenheit zur Diskussion bot. Eine weitere Lesung am Samstag, 14. Januar, beleuchtet die Problematik aus fiktiver Sicht. Der deutsch-libanesische Erfolgsautor Pierre Jarawan wird ab 18 Uhr einen Auszug aus seinem Roman „Am Ende bleiben die Zedern“ vorstellen. Das Buch, das acht Wochen lang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, verbindet eine Familiengeschichte mit dem dramatischen Schicksal des Nahen Ostens.

Die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ läuft noch an den kommenden beiden Wochenenden; ist samstags von 13 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Ulrike Osman

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