Neuer Stadtkämmerer in Landsberg

Thomas Beyhl ist Landsbergs neuer Haushaltsmeister

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Freuen sich auf eine gute Zusammenarbeit: der neue Kämmerer der Stadt Landsberg Thomas Beyhl (rechts) und Oberbürgermeister Mathias Neuner.

Landsberg – Thomas Beyhl kann sich freuen: An seinem ersten Arbeitstag, dem 1. Dezember, hat er gleich mal frei. Denn das ist ein Sonntag. Dafür steht gleich am 4. Dezember der erste Finanzausschuss für den neuen Stadtkämmerer Landsbergs an. Und am Tag darauf die Betriebsversammlung Forst. Den Haushaltsplan für Landsberg 2035 hat Beyhl bereits kennengelernt. Sein Fazit: „Der hat‘s in sich.“ Aber er freue sich auf seine Arbeit: „Es ist ein spannendes Gebiet.“

Für den 48-jährigen Hessen ist die Arbeit als Kämmerer einer Stadtverwaltung neu. Bisher war er in der freien Wirtschaft zugange. Und da breit gefächert: von einer der größten Beratungsgesellschaften Deutschlands über Softwarefirmen bis hin zu Sicherheitstechnik. „Aber um Geld geht‘s eigentlich immer“, fasst Beyhl zusammen. Und natürlich um die Doppik, nach der auch der Landsberger Haushalt läuft. Für ein Amt, das noch die ältere Kameralistik anwende, hätte er sich wahrscheinlich nicht beworben. Allerdings habe er bisher sozusagen ‚gegen die Stadt‘ gearbeitet. Um der jeweiligen Firma eine möglichst geringe Gewerbesteuer zu verschaffen. Jetzt stehe er auf der anderen Seite. Vom Umsatzvolumen her unterscheiden sich die Jobs allerdings nicht sonderlich. Jongliert er in Landsberg mit rund 100 Millionen Euro, waren es bei seinem letzten Job auch schon gut 50 Millionen.

Sein bisheriges Einsatzgebiet beschreibt der im hessischen Benzheim Geborene mit ‚weltweit‘. Das ständige Reisen durch die Metropolen der Welt ging aber auf Kosten der Familie. Er und seine Partnerin – die beiden sind nicht verheiratet – kennen sich seit zwölf Jahren. Jetzt haben sie einen Sohn bekommen. Und der fremdele, weil er so oft weg sei, erzählt Beyhl. Mit ein Grund, die große weite Welt gegen die überschaubare Lechstadt einzutauschen. „Aber ich habe noch keinen Job gehabt, wo es mir langweilig war.“

Mit seiner Partnerin lebt Beyhl in Großaitingen, rund 30 Kilometer von Landsberg entfernt. Und da will er auch nicht weg, unter anderem, weil seine Partnerin in der Gemeinde des Landkreises Augsburg verwurzelt sei. Ob ihm der Arbeitsweg und eventuelle Staus nicht zu einem Umzug bewegen könnten? Er kenne den Stau in Shanghai, antwortet Beyhl spontan, da könne ihn nichts mehr schrecken.

Von seiner Partnerin und seinen Schwiegereltern lernt der Hesse seit zwölf Jahren auch bairisch. Aber aufgewachsen ist er im Badischen, weshalb der hessische Akzent immer noch durchdringt. Studiert hat Beyhl Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Steuerrecht. Gelebt hat er unter anderem auch in Mannheim. Aber Landsberg gefällt ihm, der Tierpark, das Inselbad, die Staustufen: „Die Stadt sieht toll aus.“

In seiner Position als Stadtkämmerer hat Beyhl Mitarbeiterverantwortung. Denn er ist neben seiner Arbeit als Syndikus Steuerberater, also weisungsgebundener Berater, auch Chef der Liegenschaftsverwaltung, also auch Schulen oder Forst. Ein Kettensägekurs, wie ihn Beyhls Vorgänger Peter Jung gemacht hat, kann da nicht schaden.

Es sei ein Glück, dass man Beyhl einstellen könne, sagt Oberbürgermeister Mathias Neuner. „Wir haben da einen guten Fang gemacht.“ Beyhl bringe viel Erfahrung aus der freien Wirtschaft mit und sei beim Steuerthema ein Fachmann. Der Grundstock zum Haushalt stehe bereits, so Neuner, aber man müsse noch ein paar Sachen streichen, Prioritäten setzen. „Mal sehen, ob wir den Haushalt im Dezember noch hinbekommen.“ Ihm sei aber auch das Miteinander wichtig, bekräftigt Neuner. Und da sei die erste Vertrauensbasis schon bereits errichtet.

Bei der Vorstellung schreibt Thomas Beyhl seine Termine auf ein Blatt Papier. Eher ungewöhnlich. Der Grund: Sein Handy ist im Eimer. „Das hat mein Sohn gewässert.“
Susanne Greiner

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