Starkes Engagement

Der Nothelfer

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Ob limitierte Airbrush-Feuerwehrhelme zugunsten eines erkrankten Feuerwehrmannes oder Teddybären für die Bundeskanzlerin: Thomas Bihler ist um kreative Ideen im Flughafenverein München nie verlegen.

Landsberg – Thomas Bihler hat auch einen „richtigen“ Beruf. Für die Flughafen München Gesellschaft (FMG) leitet er das Referat für regionalpolitische Themen. Auch dem Aufsichtsrat der FMG gehört er an. Doch Bihlers Berufung ist eine andere. Der 52-Jährige ist Vorsitzender des Flughafenvereins. 1996 gegründet, hat er vielen Menschen in Not geholfen – rund um den Flughafen, aber auch rund um die Welt.

Drei Millionen Euro hat der Verein seit seiner Gründung vor 19 Jahren gesammelt, von Anfang an unter der Führung des Landsbergers. Das jüngste Projekt ist die Unterstützung eines Feuerwehrmanns vom Airport, der mit noch nicht einmal 50 Lebensjahren einen beidseitigen Schlaganfall erlitten hat und als Ernährer seiner Familie mit sieben Kindern ausfällt.

Los ging es Mitte der 90er Jahre mit einem „Flickerlteppich“, der für den guten Zweck geknüpft und dann „scheiberlweis“ versteigert wurde. Mit 78 Meter holte die Auslegeware einen Rekord. Die Länge war kein Zufall. Exakt 78 Meter hoch ist auch der Tower im Erdinger Moos. Gebraucht haben die Mitglieder damals 78 Stunden. Der Erlös kam bedürftigen Menschen in den Flughafenlandkreisen Erding und Freising zu Gute.

Schnelle Hilfe

Thomas Bihler hat einen Verein aufgezogen, der besonders schnell helfen kann. Dazu hat der 52-Jährige ein eigenes „Alarmierungssystem“ aufgebaut. „Wenn es irgendwo eine Notlage gibt, dann informieren wir alle Abteilungen des Konzerns, aber auch alle anderen Firmen auf dem Campus. Und dann dauert es nur ein paar Stunden und die ersten Spenden gehen ein“, erklärt er.

Die Nähe zum Airport ist auch dann nützlich, wenn es um die schnelle Verteilung der Hilfsgüter geht. Als 1999 in der Türkei die Erde bebte und 2004 ein Tsunami in Südostasien zehntausende Todesopfer forderte und Millionen obdachlos machte, da zogen sich Bihler und seine Helfer ihre signalfarbenen Jacken über und packten tonnenweise Hilfsgüter in Frachtcontainer, die nur wenige Stunden später per Flugzeug in die Krisenregion gingen.

Der Landsberger ist hervorragend vernetzt, meist genügen ein paar Anrufe bei einer Airline, und ein Flugzeugbauch wird für den Verein freigeräumt. Beim Tsunami organisierte er sogar eine Riesen-Boeing 747, die mit den Spenden aus dem Erdinger Moos um die halbe Welt flog.

Bereits fünf Jahre währt Bihlers Engagement für Lettland, das Land, das er bereits mehrmals mit Hilfskonvois besucht hat. Eine ganze – ausrangierte – Feuerwehr hat er schon nach Osteuropa transferiert, dazu Tonnen an Kleidung, Möbel und anderen Sachspenden.

Für Hochwasseropfer

Und als vor zwei Jahren die Gegend rund um den Flughafen im Hochwasser zu versinken drohte, sammelte er unter dem Tower eine sechsstellige Summe, um sie an die Opfer zu überweisen. Auch hier erweisen sich Bihlers Netzwerke als überaus stabil. „Es kommt immer wieder vor, dass mich ein Bürgermeister oder Landrat bittet, wenn eine Familie in Not ist.“ Der Millionensammler hat noch nie einen im Regen stehen lassen.

Hans Moritz

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