Einer für alle, fast alle für einen

Thomas Eichinger vom CSU-Kreisverband als Landratskandidat 2020 nominiert

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Nominiert: Landrat Thomas Eichinger mit Lebensgefährtin Franziska Rosin und CSU-Kreisvorsitzender Michael Kießling (von links).

Landkreis – Thomas Eichinger zieht mit absolutem Rückhalt seiner Partei in den anstehenden Kommunalwahlkampf. Der amtierende Landrat wurde bei der Aufstellungsversammlung des CSU-Kreisverbands im Alten Wirt in Eresing mit 98 von 98 gültigen (und zwei ungültigen) Stimmen als Kandidat nominiert. Zuvor hatte sich bereits die CSU-Kreistagsfraktion einstimmig für eine erneute Kandidatur des Amtsinhabers ausgesprochen.

Schulen, Straßen, öffentlicher Nahverkehr, Digitalisierung, Pflege, Naherholung, die Konversion des Fliegerhorsts in Penzing und der Neubau des Landratsamts – es war eine lange Liste an Aufgaben, die Eichinger in seiner Bewerbungsrede aufzählte. Als einer der boomenden Landkreise rund um München befinde sich Landsberg in einer gesegneten Phase der Hochkonjunktur, so dass investive Maßnahmen trotz der Preissteigerungen im Baugewerbe gestemmt werden können, machte der Landrat deutlich.

Dass Kostenschätzungen schnell überholt sind, werde sich vermutlich auch beim Ausbau der Beruflichen Schulen zeigen („Wir haben mit 20 bis 30 Millionen gerechnet, aber da werden wir wohl nicht rauskommen“). Und es zeige sich auch aktuell in der Stadt Landsberg, dabei gehe es dort „bloß um ein Brückerl“, so Eichinger in Anspielung auf den geplanten Lechsteg – Schützenhilfe für OB Mathias Neuner, der angesichts der Kostensteigerung mit Gegenwind aus dem Stadtrat zu kämpfen hat.

Den Handwerksbetrieben wäre es sogar lieber, wenn neue öffentliche Aufträge erst in der nächsten Rezessionsphase kämen, so Eichinger, der direkt von einem Treffen mit Handwerksvertretern nach Eresing gekommen war. „Aber wann ist das? Wir können unsere Infrastruktur nicht aufschieben.“ Deshalb werde man auch in der nächsten Wahlperiode Geld in die Hand nehmen müssen, um zum Beispiel die 200 Kilometer Kreisstraßen weiter zu ertüchtigen und Unfallschwerpunkte zu entschärfen.

Gleichzeitig werde es darum gehen, durch Ausbau des ÖPNV die Straße zu entlasten. Eichinger will ein Konzept für den Nahverkehr erarbeiten, in dem auch ein verbessertes Busnetz vorkommt. Mit dem MVV werde über einen Beitritt des Landkreises verhandelt. Um die täglichen Pendlerströme zu entzerren, müsse aber auch die Region als Wirtschaftsstandort gestärkt werden, damit mehr Arbeitsplätze vor Ort entstehen. „Die Stadt Landsberg macht das vor.“

Angesichts einer älter werdenden Gesellschaft seien im Landkreis bis 2030 mindestens 400 bis 600 neue Pflegeplätze notwendig, so Eichinger. Da die Privatwirtschaft wenig Neigung zeige, in diesem Bereich zu investieren („Ich hatte alle Anbieter im Landratsamt“), werde es der Landkreis tun müssen. „Die Öffentliche Hand ist ein wichtiger Player in diesem Bereich.“

Im Falle seiner Wiederwahl will der Amtsinhaber außerdem ein neues Kreistags-Gremium schaffen, das sich mit Naherholung und Freizeiteinrichtungen befasst – ein Thema, das aus Eichingers Sicht bisher zu sehr aus der Verwaltung gesteuert wurde.

Für die anstehende Konversion des Fliegerhorsts in Penzing schlägt er die Gründung eines kommunalen Zweckverbands vor, der als Träger auftritt. „Wir müssen eine organische, nachhaltige Entwicklung hinbekommen, die uns auch verkehrlich nicht überfordert.“ Er werde nach der Kommunalwahl mit der Gemeinde Penzing das Gespräch suchen, kündigte Eichinger an.

Wer den Landrat bei der Wahl am 15. März herausfordern wird, ist noch völlig offen. Die Grünen als zweitstärkste Fraktion im Kreistag wollen am 16. September ihren Kandidaten nominieren. Mindestens einen Bewerber gibt es laut Kreisverbandssprecher Martin Erdmann bereits. Für die SPD teilt Kreisvorsitzender Markus Wasserle mit, man werde im Oktober einen Kandidaten aufstellen.

Ulrike Osman

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