Kommunalwahl 2014:

Eichinger nach Eichner?

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Kandidaten-Quartett: Michael Kießling, Wilhelm Böhm, Bernd Pössinger und Thomas Eichinger (von links) bewarben sich darum, von der CSU als Nachfolger für Landrat Walter Eichner in die Kommunalwahl 2014 geschickt zu werden – die Delegierten entschieden sich letztlich für den Schondorfer Thomas Eichinger.

Landkreis – Es ist entschieden: Eichinger folgt auf Eichner. Die Landkreis-CSU entschied sich bei ihrer Delegiertenversammlung am Samstag dafür, den 39-jährigen Thomas Eichinger für die Kommunalwahl als Nachfolger von Landrat Walter Eichner ins Rennen zu schicken.

Bei der Kreisdelegiertenversammlung am Samstag im Gasthof Probst in Weil erzielte der 39-jährige Jurist aus Schondorf gegen seine drei Mitbewerber schon im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit – allerdings eine hauchdünne: Eichinger erhielt 56 von 111 abgegebenen Stimmen. Für den Hurlacher Bürgermeister Wilhelm Böhm votierten 26 Delegierte, der stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Michael Kießling bekam 16 und Bernd Kösslinger, Kreisvorsitzender der CSU-Mittelstandsunion, 13 Stimmen.

Alle vier Kandidaten hätten das Zeug, die Nachfolge von Landrat Walter Eichner anzutreten, betonte Kreisvorsitzender Alex Dorow zu Beginn der Versammlung. „Vier Richtige sind in diesem Fall mehr Wert als sechs Richtige im Lotto.“ Um eine geheime Abstimmung zu gewährleisten, hatte man im Saal des Gasthauses vier Wahlkabinen aufgebaut.

Jeder Bewerber erhielt zuvor noch einmal 15 Minuten Zeit, sich und seine Ziele vorzustellen. Um niemanden zu bevorzugen, entschied das Los über die Reihenfolge, in der die Kandidaten ans Podium traten. Eine solide Haushaltspolitik, Wirtschafts- und Familienförderung, Weiterführung des Schulentwicklungsplans, hohe Qualität der medizinischen Versorgung und der Betreuung von Senioren – inhaltlich wiesen die vier Christsozialen naturgemäß zahlreiche Übereinstimmungen auf.

Unterschiedliche Standpunkte vertraten dagegen Böhm und Eichinger beim Thema MVV-Beitritt. Böhm hätte ihn forcieren wollen, um den Landkreis für Pendler noch attraktiver zu machen. Eichinger setzt dagegen darauf, mit günstigen Gewerbegrundstücken mehr Wirtschaftsbetriebe in die Region zu locken und Firmen einer Branche an einem Standort zu konzentrieren. Für die Bildung eines solchen Clusters eigne sich unter anderem das Gelände des Fliegerhorsts in Penzing.

Der 51-jährige Bernd Kösslinger aus Finning wollte den Landkreis unter anderem durch Stärkung der weichen Standortfaktoren für Firmen und Fachkräfte interessanter machen. Er sprach Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten an, ein umfassendes Kinderbetreuungsangebot und Ganztagsklassen auch an den Gymnasien.

Michael Kießling (39), Bauingenieur mit Wohnsitz in Denklingen, forderte die Gründung einer Jugendakademie als Begegnungsstätte für Unternehmen und Nachwuchskräfte sowie einen Ausbau der Infrastruktur auch in Sachen Internet.

Da die Nominierung des Landratskandidaten mit absoluter Mehrheit erfolgen musste, stimmte Wahlleiter Alexander Dobrindt die Delegierten auf die Möglichkeit einer Stichwahl ein. Doch konnte der CSU-Generalsekretär schon nach dem ersten Wahlgang Thomas Eichinger als Sieger bekanntgeben. Landrat Walter Eichner, selbst kein Delegierter, war der Versammlung ferngeblieben. Für ihn war Stellvertreter Peter Ditsch da, dem am Schluss nur noch die Aufgabe blieb, Glückwünsche an Dorow und Dobrindt auszusprechen. Beide hatten am Vortag Geburtstag gehabt – Dorow den 49. und Dobrindt den 43.

Ulrike Osman

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