Thomas Glatz erhält Arbeitsstipendium vom Kunstminister

Freute sich mächtig: Thomas Glatz mit Kunstminister Wolfgang Heubisch (rechts) bei der Preisverleihung. Foto: Weber

Es war eine Premiere: Erstmals vergab Bayerns Kunstminister Wolfgang Heubisch Arbeitsstipendien für Autoren in den Sparten Lyrik, Roman, Kurzprosa und Kinder- und Jugendliteratur, dotiert mit immerhin jeweils 6000 Euro. Autoren brauchen Freiräume, deshalb sei ihm die Einrichtung eines staatlichen Literaturstipendiums seit langem ein besonderes Anliegen, erklärte Heubisch in seiner Ansprache. Einen der sechs Preise, und zwar den für Kurzprosa, erhielt der gebürtige Landsberger Autor Thomas Glatz, welcher seit Jahren Mitglied des Landsberger Autorenkreises ist.

„Thomas Glatz ist als Künstler ein absoluter Grenzgänger“, so der Minister in seiner Vorstellung bei der Preisverleihung in der Bayerischen Staatsbibliothek in München. „Er bewegt sich hauptsächlich in den Bereichen Literatur, Hörspiel und Konzeptkunst. Er wählt für seine Texte die kleine Form, eine literarische Technik, die im Gegensatz zur Schweiz und zu Österreich in Deutschland kaum angewendet wird. Diese Form ermöglicht es Thomas Glatz, seine sehr genauen Beobachtungen der Menschen, ihr Handeln und ihr Umfeld auf unaufdringliche Art und mit sprachlicher, ironischer Distanz bildhaft zu schildern.“ Im Anschluss an die Urkundenverleihung las Thomas Glatz aus seinem neuen Literaturprojekt „Parken nur Café Frühtau“. Danach fand ein öffentliches Werkstattgespräch mit den Jurymitgliedern statt, bei dem die Preisträger die Entstehungsgeschichte und Intention ihrer preisgekrönten Werke erläuterten. Thomas Glatz, der in Bamberg Sozialarbeit und an der Kunstakademie München und in Helsinki Bildende Kunst studierte, ist häufig beim Landsberger Autorenkreis zu Gast. Er kann bereits auf eine ganze Reihe von Veröffentlichungen zurückblicken, so auf die im Blackinkverlag erschienen Geschichte „Der König schläft im Schloss“, den Erzählband „Der dicke Koch hat frei und fährt mit dem Rad zum Teich“ und den Miniroman „Der Abendfresser“. Er macht Hörspiele (1. Preis des Hörspielwettbewerbs des Münchner Volkstheaters mit „München to go“, 2. Preis beim Deutschlandradio Berlin mit „Njswnstn“, beide zusammen mit Martin Krejci ) und war auch in verschiedenen Ausstellungen zu sehen, unter anderem in Ungarn und der Schweiz (Gartentor-Stipendiat in Thun), aber auch im Museo de Arte Contemporaneo Ateneo de Yucatan in Mexiko.

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