KREISBOTEN-Serie: Feuerwehrkommandanten im Landkreis Landsberg

Thomas Lindner: "Die Feuerwehr ist keine One-Man-Show"

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Thomas Lindner ist seit 2013 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Pflugdorf-Stadl. Er freut sich vor allem über die Unterstützung von der Gemeinde.

Pflugdorf-Stadl – Damit die Feuerwehren im Landkreis ihre Arbeit erledigen können, brauchen sie auch die Unterstützung der Gemeinden. Ein Beispiel, wo das besonders gut funktioniert, ist Pflugdorf-Stadl. Der 1. Kommandant Thomas Lindner erzählt dem KREISBOTEN, wie die Zusammenarbeit läuft – und warum er nicht bis auf Ewig Kommandant bleiben will.

„Wir sind nicht nur eine Pflichtaufgabe für die Gemeinde. Wir werden wertgeschätzt“, meint der 36-Jährige. Er ist froh über die gute Zusammenarbeit, dass sei nicht selbstverständlich. „Wir bekommen die vollste Unterstützung der Gemeinde und man hat auch immer ein offenes Ohr.“

Die Unterstützung macht sich unter anderem in der Ausstattung der Feuerwehr Pflugdorf-Stadl bemerkbar. In den letzten Jahren wurden Ausrüstung und Fahrzeuge auf den neuesten Stand gebracht. 2011 ein neues Feuerwehrgerätehaus, 2017 das neue HLF 20 und noch gut verpackt stehen jede Menge neue Spinde im Gerätehaus. „Die sind dringend notwendig. Wir haben einfach keinen Platz für unsere Einsatzkleidung“, erklärt Lindner.

Bei 88 Aktiven und nochmal 17 Jugendfeuerwehrlern braucht es halt schon etwas mehr Platz. Was die Pflugdorf-Stadler im Übrigen zu einer der stärksten Feuerwehren im Landkreis mache, wie Lindner nicht ganz ohne Stolz erklärt. Allerdings sei das nicht selbstverständlich. „Man muss immer am Ball bleiben. Ansonsten braucht man sich nicht wundern, wenn es irgendwann weniger werden.“ Ein Patentrezept, wie man Menschen für die Feuerwehr gewinnt, hat Lindner jedoch nicht. „Die neuen Medien spielen durchaus eine Rolle. Anschlagtafeln liest ja heutzutage keiner mehr.“ Deshalb wollen die Kameraden zukünftig auch auf Facebook richtig aktiv werden.

Lindner selbst ist vor 22 Jahren ganz ohne Social Media zur Feuerwehr gekommen. „Als Bub hat das einen einfach interessiert. Und auf dem Land gehörte das irgendwie dazu.“ Zudem sei sein Vater auch schon bei der Feuerwehr gewesen. Heute sei es immer noch so, dass jüngere Generationen es ihren Eltern gleich tun. Nur die Zugezogenen im Dorf erreiche man nicht so gut.

2009 wurde Lindner 2. Kommandant. 2013 ging‘s dann nochmal eine Stufe höher. Lindner scheint die Aufgabe gerne zu übernehmen. Die Bürokratie mache zwar viel Arbeit. „Das wird aber auf mehreren Schultern verteilt. Die Feuerwehr ist keine One-Man-Show.“

Für den 36-Jährigen ist auch klar, dass er seinen Posten nicht ewig behalten möchte. Er ist davon überzeugt, dass es für eine Feuerwehr nicht gut ist, wenn ein und derselbe zu lange an der Spitze steht. „Es muss auch mal ein frischer Wind kommen. Es braucht neue Ideen, damit man nicht immer im gleichen Trott weitermacht.“ Deshalb sei ja auch die Nachwuchs-Gewinnung so wichtig.

Doch was ist eigentlich das Tolle am Feuerwehrler-Dasein? „Es ist die Gesamtheit. Ich will das gar nicht auf eine Sache reduzieren.“ Doch ein positiver Moment kommt ihm schon in den Sinn: Wenn mal eine Kindergartengruppe zu Besuch sei und man dann in die großen Augen der Kinder schaue, „dann weiß man schon, warum man das macht.“
Stephanie Novy

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