Tiefgarage: Nur nichts verbauen!

Soll die Erweiterung der städtischen Tiefgarage Lechstraße doch überbaubar sein? Eine Entscheidungshilfe zu dieser Frage dürfen demnächst die Architekten Trebte und Häusele auf die Ratstische legen. Das Münchener Büro erhielt am Mittwoch im Werkausschuss des Stadtrates den Auftrag, die Tiefgaragenplanung zu erstellen und im Zuge dessen zu ermitteln, mit wel- chen Mehrkosten bei angepasster Statik zu rechnen wäre.

Das Büro Trepte und Häusele war bereits mit der Vorplanung der Tiefgaragenerweiterung befasst. Danach können in dem zweigeschossig als Quartiersgarage konzipier- ten Projekt zwischen Sozialstation St. Martin und Ignaz-Kögler-Gymnasium bis zu 194 weitere Autos Platz finden. Entgegen früherer Vorstellungen soll das AKE-Areal nicht mehr bebaut und Grünfläche mit Freizeitnutzung werden – OB Ingo Lehmann sprach von Beachvolleyball und Boule. Dem Gestaltungswettbewerb „Stadt – Land – Fluss“ folgend sei man bedacht, die Bebauung zum Lech hin auszudünnen. Allenfalls eine Erweiterung der Sozialstation in Richtung Norden sei an der Stelle denkbar. Ungeachtet dessen sprachen sich die Stadträte Christoph Jell (UBV) und Dr. Benedikt Ball (CSU) dafür aus, mit Planung und Bauausführung „für alle Eventualitäten“ gerüstet zu sein – sprich eine Überbauung des neuen Tiefgaragen- traktes grundsätzlich zu ermöglichen. Die Erweiterung unter dem Infantrieparkplatz zwischen Stadtbücherei und Kino lässt dies übrigens zu – im Gegensatz zum alten Tiefgaragenteil zwischen Amtsgericht und AWO-Mehrgenerationenhaus. Er sei gerne bereit, die Mehrkosten für kräftigere Fundamente ermitteln zu lassen, sagte OB Lehmann, doch dürfe das nicht zu einer völligen Umgestaltung der Tiefgarage führen. Der vom Werk- ausschuss vergebene Planungsauftrag umfasst 60000 Euro. Teure Altlasten Im Moment erfolgt der Abriss des einstigen AKE-Kindergartens. Danach steht die Altlastenentsorgung an. Zehn Kleinraumbohrungen hätten laut Werkleiter Norbert Köhler im Vorfeld „künstliche Verfüllungen auf dem gesamten Areal“ zutage gefördert – bis zu 4,7 Meter hoch, insgesamt rund 13000 Kubikmeter. Unter der Grasnarbe schlummern mit 40 und 30 Prozent in der Hauptsache Asche und Schlacke, weiterhin Glas- und Porzellanbruch sowie Asphalt und Teerpappe. Das „tendenziell eher beruhigende Untersuchungsergebnis“ sei kein Anlass, das Projekt zurückzufahren, sagte Lehmann. „Da hätten ganz andere Stoffe rauskommen können“, fügte er im Hinblick auf das alte Krankenhaus an dieser Stelle an. Für die Entsorgung des belasteten Erdreiches muss die Stadt rund 750000 Euro hinblättern – das sind fast 100000 Euro weniger als ursprünglich angenommen.

Auch interessant

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Tempo 30 in der Münchener Straße
Tempo 30 in der Münchener Straße
Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See

Kommentare