Zwischen Unrat und Dreck:

Wie schlecht geht es dem Schaf?

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Eingepfercht zwischen Unrat und Dreck: „Den Schafen in Utting geht es sichtbar schlecht“, sagt PETA-Sprecherin Eva Schmid, im Veterinäramt Landsberg ist von „immer wieder kleinere Mängel“ die Rede.

Utting – Kleinere Verstöße oder grobe Missstände? Tierschützer sind auf eine Schafhaltung am Ammersee auf­merksam geworden und haben beim Veterinäramt in Landsberg Anzeige erstattet.

Den Tieren gehe es schlecht, so eine Sprecherin der Tierrechtsorganisation PETA. Sie befänden sich auf einem „völlig vermüllten Grundstück“ und hätten kein sauberes Trinkwasser, einige Tiere würden lahmen. Das Veterinamt gibt an, dem Betrieb be­reits seit 2010 mehrfach Auflagen erteilt zu haben, denen er auch nachkomme. „Der Halter braucht immer wieder ein bisschen Anstoß“, so Wolfgang Müller, Pressesprecher des Landratsamtes.

Es sei ein trauriges Bild gewesen, das sich einem PETA-Informanten auf dem Hof in Utting geboten habe, schreibt die Tierrechtsorganisation in einer Pressemitteilung. Den Schafen habe zum Zeitpunkt der Inaugenscheinnahme nur verdrecktes Trinkwasser zur Verfügung gestanden. Der Zaun, der das Gelände umgab, sei an einigen Stellen eingebrochen gewesen.

Die Tierschützer alarmierten das Veterinäramt in Landsberg, stellten bei einer Nachkontrolle jedoch keine Besserung fest – im Gegenteil. Die Zustände hätten sich sogar noch verschlechtert. An einigen der Schafe entdeckte der Informant Verletzungen. Ein Teil der Herde sei in einen Verschlag eingezwängt gewesen, andere Tiere wären auf dem mit scharfkantigen Gegenständen übersäten Gelände frei herumgelaufen. „Den Schafen in Utting geht es sichtbar schlecht“, so Kathrin Eva Schmid, Campaignerin für Misstands-Meldungen bei PETA. „Was muss noch passieren, damit die Behörde endlich einschreitet?“

Das Landratsamt weist die Vorwürfe zurück. Der Betrieb sei dem Veterinäramt bekannt und würde immer wieder überprüft. „Mit dem Schafhalter stehen wir schon seit Mitte 2010 in Kontakt“, erklärt Pressesprecher Müller. Tatsächlich würden immer wieder kleinere Mängel beanstandet. Manchmal gehe es um die Einstreu, manchmal um sauberes Wasser oder um die Gestaltung der Zäune. Die entsprechenden Auflagen habe der Halter bisher jedes Mal erfüllt. „Er braucht immer ein bisschen Anstoß.“

Auf dem Hof leben etwa 80 Schafe. „Es ist nicht so, dass die Tiere verwahrlost sind oder leiden“, betont der Pressesprecher der Kreisbehörde. Das Er­füllen von Auflagen würde das Veterinäramt jeweils nach vier bis sechs Wochen überprüfen, unabhängig davon gebe es in Abständen unangemeldete Kontrollen. Der letzte Besuch aus dem Landratsamt habe vor etwa drei Wochen stattgefunden. Im übrigen werde die Herde auch von einem Tierarzt betreut, der Missstände melden würde.

„Wir hatten leider schon öfter den Fall, dass PETA weit übers Ziel hinaus schießt“, meint Müller. Oft würden Dinge angeprangert, die in Wirklichkeit nicht so gravierend seien - „manchmal von Leuten, die gar nicht vor Ort waren“. PETA lässt sich jedoch nicht beirren und hat gegen den Schafhalter bei der Staatsanwaltschaft Strafanzeige erstattet.

Ulrike Osman

Schafhaltung zwischen Unrat und Dreck

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