"Die Situation ist angespannt"

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Der neue Vorstand des Landsberger Tierschutzvereins (von links): Karin Kronberger (Schriftführerin) Elke Kornfelder (Schatzmeisterin), Detlef Großkopf (1. Vorsitzender) und Daniela Bach (2. Vorsitzende).

Landsberg – Vor nur 39 der 845 stimmberechtige Mitglieder und einem Hund konnte der Vorsitzende des Tierschutzvereins Landsberg, Detlef Großkopf, durchaus Positives berichten. Die Vermittlungsquote bei Hunde, Katzen und Kleintieren lag im Jahr 2012 bei stolzen 81,4 Prozent. „Ein gutes Ergebnis.“

Insgesamt hatte das Tierheim an der Schongauer Straße im vergangenen Jahr 514 Tiere in seiner Obhut, darunter 65 entlaufene Hunde. Weitere 111 wurden von ihren Besitzern aus unterschiedlichen Gründen abgegeben. Von den entlaufenen Tieren konnten 59 wieder ihren Besitzern zurückgegeben werden. Die Freude war nicht selten groß, als sie ihre vierbeini­- gen Lieblinge wieder aus dem Tierheim abholen konnten. 108 Hunde aller Rassen fanden einen neuen Besitzer. Unverständnis äußerte Landsbergs oberster Tierschützer für Menschen, die ein Tier aus dem Heim holen und es am nächsten Tag wieder zurückbringen, weil es „irgendetwas angestellt“ hat. Gute Vermittlungsquoten gab es auch bei Katzen und Kleintieren.

Der Unterhalt eines Tierheimes ist teuer und ohne freiwillige Helfer überhaupt nicht zu machen, stellte der Vorsitzende fest. Sorgen bereiten den Tierschützern weiterhin die Finanzen. „Die Situation ist ange­- spannt, wir leben von der Hand in den Mund“, so Großkopf. Er ärgert sich, dass die Fundtierpauschale, die die Gemeinden dem Tierschutzverein bezahlen, im Landkreis deutlich unter dem Durchschnitt anderer Landkreise liegt.

Grundsätzlich ist es Aufgabe der Kommune, sich um Fundtiere zu kümmern. Dafür, dass der Tierschutzverein diese Verpflichtung übernimmt, zahlten die Gemeinden bisher 20 Cent pro Einwohner an die Tierschützer. Zwar sei es gelungen, in intensiven Verhandlungen mit dem Landkreis, diese Pauschale ab 2013 um 10 Cent zu erhöhen, doch decke dies auch weiterhin nicht die Kosten.

50 Cent sollten es sein

Der Vergleich mit anderen Landkreisen macht Landsbergs Tierschützer neidisch. Dachau zahlt pro Kopf der Bevölkerung einen Euro, Garmisch Partenkirchen 60 Cent und viele andere Nachbarlandkreise immerhin noch zwischen 40 und 50 Cent pro Einwohne. „Von den zwei Euro, die teilweise in den neuen Bundesländern bezahlt werden, wollen wir gar nicht erst reden“, sagt Detlef Großkopf. Er wünscht sich 50 Cent.

Die Mitgliederversammlung erteilt dem Vorsitzenden das Mandat, erneut in Verhandlungen mit dem Landratsamt und den Bürgermeistern zu treten. Immerhin zahlen von den 31 Landkreisgemeinden 30 ihre Fundtierpauschale. Eine Gemeinde bezahle nicht, weil der Gemeinderat dies abgelehnt habe.

„Natürlich“ habe man versucht, „andere Einnahmequellen“ zu akquirieren. Gewinn­- bringend sei etwa die Aufnahme von „Pensionstieren“. Die größten Posten bei den Einnahmen waren 2012 Spenden in der Größenordnung von 50000 Euro, aus Mitgliedsbeiträgen kamen 27000 Euro zusammen und die Zuschüsse aus den Gemeinden für Fundtiere belief sich auf 22000 Euro.

Bei den Ausgaben sind es die Personalkosten, die trotz der vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern mit 96800 Euro den größten Posten ausmachen. Die Tierarztkosten schlagen mit 32000 Euro zu Buche. Positiv wirken sich im Ausgabenbereich die Tierfutterspenden von Firmen aus.

Detlef Großkopf als 1. Vorsitzender, Stellvertreterin Daniela Bach und Schatz­meisterin Elke Kornfelder wurden bei den Vorstandswahlen in ihren Ämtern bestätigt. Neu in das Gremium wurde Karin Kronberger als Schriftführerin gewählt. Sie übernahm das Amt von Petra Gast, die nicht mehr zur Wahl angetreten war. Beiräte sind Thomas Drexl, Gerd Fischer, Petra Gast, Werner Heinzler, Yvonne Hildebrand, Daniela Kraus, Hertha Plank, Christian Uckermann, Marietta Warschun und Jasmin Wassermann.

Siegfried Spörer

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