Kein Platz für Tiere

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Am kommenden Wochenende, Samstag und Sonntag, findet wieder das große Sommerfest am Tierheim Landsberg statt.

Landsberg – Am kommenden Wochenende findet am Tierheims das Sommerfest statt. Traditioneller Termin dafür wäre das letzte Juli-Wochenende gewesen, doch diesmal zog der Tierschutzverein die Veranstaltung vor. Man hatte geplant, zu dieser Zeit mit einem Stand beim Stadtfest vertreten sein – doch die Stadt will die Tierschützer nicht dabei haben.

Man habe sich schon im Februar um einen Platz beim Stadtfest beworben, berichtete der Vorsitzende des Tierschutzvereins Detlef Großkopf vergangenen Mittwoch bei der Mitglie- derversammlung in der Sportzentrums-Gaststätte. Er erinnert: „Beim Hauptplatzfest im letzten Jahr haben wir mit unserem Verpflegungsstand gute Einnahmen erzielt.“ Und darauf sei das Tierheim dringend angewiesen, denn die Finanzlage des Vereins ist nach wie vor nicht rosig.

Umso härter traf ihn jetzt die Absage der Stadt. Begründet worden sei sie zunächst damit, dass es zu viele Bewerber für die begrenzte Anzahl an Ständen gegeben habe, erläuterte jetzt Großkopf. Und weiter: Nach Telefonaten und weiteren E-Mails habe es dann geheißen, das Stadtfest sei vor allem für die örtlichen Gastronomen gedacht. Wie auch immer: Das Tierheim schaut in die Röhre.

Nun hoffen die Tierschützer erst recht auf zahlreichen Besuch beim Sommerfest, das mit einer Tombola, Kuchen- und Getränkeverkauf einige Einnahmen bringen soll. Neben einem bunten Programm kann man ein Grundstück besichtigen, auf dem ein Kleintierparadies entstehen soll. Die rund 1300 Quadratmeter große Fläche neben dem Tierheim-Parkplatz sei dem Verein geschenkt worden, berichtete Großkopf. In Eigenregie habe man das völlig zugewachsene Gelände inzwischen gerodet und einen Zaun aufgestellt. „Wir planen, hier Freiläufe anzulegen, damit unsere Kleintiere von Frühjahr bis Herbst draußen sein können“, kündigte der Vorsitzende an. „Das wird eine ganze schicke Sache.“

Detaillierte Aufstellung

Mit dem Landkreis und den Gemeinden habe man sich im vergangenen Jahr auf eine Erhöhung der Fundtierpauschale einigen können. Sie beträgt nun 45 statt bisher 30 Cent pro Einwohner. Allerdings habe man akzeptieren müssen, dass dieser Betrag für drei Jahre festgeschrieben wurde. Einige Gemeinden hatten geargwöhnt, der Verein kassiere die Fundtierpauschale auch für Tiere, die aus dem Ausland nach Landsberg gebracht würden. Dem sei aber nicht so, betonte Großkopf. Mit detaillierten Aufstellungen über die Kostenanteile, die für Fundtiere aus den Gemeinden anfallen, habe er die Bedenken zerstreuen können.

Insgesamt betreute das Tierheim im vergangenen Jahr 183 Hunde, 191 Katzen und 188 Kleintiere. Im Schnitt wurden 80 Prozent von ihnen in ein neues Zuhause vermittelt. „Mit diesen Vermittlungsquoten liegen wir sehr gut im Rennen“, so der Vorsitzende. Sorgen bereitet ihm die nachlassende Spendenbereitschaft der Bevölkerung – trotz guter Wirtschaftslage sanken die Spen- deneinnahmen von 2011 bis 2013 um ein Drittel. Große Sprünge könne der Tierschutzverein deshalb nach wie vor nicht machen. Großkopf: „Aber wir stehen auch nicht am Rande des Ruins.“ Die Vereinsarbeit wird hauptsächlich aus den Beiträgen der rund 850 Mitglieder, den öffentlichen Geldern und gelegentlichen Erbschaften finanziert.

Die knapp 30 Anwesenden erteilten dem Vorstand einstimmig die Entlastung.

Kleintierparadies noch im Aufbau

Sein traditionelles Sommerfest veranstaltet der Tierschutzverein Landsberg am kommenden Wochenende, 5. und 6. Juli. Auf dem Tierheimgelände an der Schongauer Straße erwartet die Besucher an beiden Tagen von 12 bis 18 Uhr ein buntes und umfangreiches Programm für Groß und Klein. Unter dem Motto „Sport, Spaß und Arbeit mit Tieren“ wird in verschiedenen Vorführungen gezeigt, wie man seinen Vierbeiner sinnvoll be- schäftigen und dabei auch noch Spaß haben und etwas für seine Fitness tun kann.

Nicht nur interessant für Kinder dürfte das neue „Kleintierparadies“ sein, das sich zwar noch im Aufbau befindet, aber anlässlich des Sommerfestes zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. „Momentan ist das Gelände noch eine große Baustelle“, so Detlef Großkopf, Vorsitzender des Tierschutzvereins Landsberg, „wir möchten aber die Bevölkerung bereits früh mit einbeziehen, natürlich auch in der Hoffnung, dass der eine oder andere uns in diesem Projekt finanziell oder mit handwerklicher Hilfe unterstützen kann.“

Ulrike Osmn

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