Wohnwohlgefühl im Tiny House

Komfortabel leben im Minihaus Eching

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So schick kann man ein Tiny House einrichten, wie hier das von Thomas und Katrin Wetzel in Eching. Das mobile Haus in der Größe eines Bauwagens wurde allerdings nicht zum dauerhaften Wohnen konzipiert, sondern als gemütlicher Rückzugsort zum Relaxen.

Dießen – Erstmals stand auf der Agenda des Dießener Bau- und Umweltausschusses eine Voranfrage für die Errichtung eines „Tiny House“, also wörtlich übersetzt eines winzigen Hauses. Sowohl Begriff und Trend zum „Leben auf kleinem Fuß“ kommen aus den USA und sorgen hierzulande meist für Missverständnisse. In Amerika haben viele der Kleinsthäuser Räder oder sind auf Trailern verankert, damit sie jederzeit mobil sind und komplett umziehen können. Ganz anders in Deutschland, wo auch für ein Tiny House Bauvorschriften und Genehmigungspflichten gelten.

Bauamtsleiterin Johanna Schäffert klärte Marktgemeinderätin Petra Sander (Grüne) auf, die auch der Meinung war, ein kleines Häuschen auf Rädern brauche keine Baugenehmigung. Ob mobil oder stationär, ein Gebäude ab 75 Kubikmeter Rauminhalt braucht eine Baugenehmigung, so Schäffert. Noch dazu, wenn es zu Wohnzwecken errichtet wird. Und darum ging es in der Voranfrage für den Bau eines Kleinsthauses im Geltungsbereich „Ortsabrundungssatzung östliche Fischermartlstraße“. Der Bauwerber möchte hier für einen Einpersonenhaushalt ein Tiny House mit 25 Quadratmetern Grundfläche in den Maßen 2,5 mal 10 Meter sowie eine Terrasse errichten.

Er fragte konkret nach, ob das Gebäude an die südliche Grundstücksgrenze sowie eine Veranda auf das südlich angrenzende Grundstück gebaut werden darf. Laut Eingabeskizze beträgt der Abstand zur Fischermartlstraße circa fünf Meter. Auf der Nordseite zwischen Wohnhaus und nördlicher Grundstücksgrenze ist eine Garage geplant, die allerdings nur neun Meter lang sein darf. Aufgrund der geringen Wohnfläche von unter 50 Quadratmetern genügt laut Beschlussvorlage zudem nur ein Stellplatz. Das angrenzende Nachbargrundstück liegt außerhalb der Ortsabrundungssatzung und damit im Außenbereich. Laut Rücksprache von Bauamtsleiterin Johanna Schäffert mit dem Landratsamt wäre jedoch eine „untergeordnete Bebauung“ mit einer Terrasse möglich. Vorausgesetzt, der Nachbar hätte nichts dagegen. Man könne auch nicht davon ausgehen, dass durch die Terrasse „die Entstehung, Erweiterung oder Verfestigung einer Splittersiedlung“ zu befürchten wäre. Der Bau- und Umweltausschuss erklärte schließlich einstimmig das gemeindliche Einvernehmen für den Bauvorbescheidsantrag.

Vielleicht macht das künftige Tiny House in Dießen Schule für weitere Projekte dieser Art? In Zeiten steigender Mieten werden solch alternative Wohnmodelle immer interessanter. Auf kleinem Raum lebt es sich kostengünstig und zugleich umweltverträglicher. „Downsizing“ heißt der Trend in den USA, also Minimalismus als neues Wohnwohlgefühl.

Dieter Roettig

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