Wo der "Titan" Realschüler motiviert

Im Fußballtrikot trat Schulleiter Martin Sulzenbacher vor rund 430 seiner Schüler. Dazu eine Menge geschäftiger Leute. In der Aula der Johann-Winklhofer-Realschule war am vorigen Mittwoch einiges anders als sonst und die Erwartungen groß. Denn: Oliver Kahn sollte kommen. Mancher glaubte nicht recht daran – ob er wirklich da ist?, zweifelte ein Junge noch kurz bevor der frühere Welttorhüter den Raum betrat. Was folgte war eine Lektion in Motivation nach dem „ich schaff’s-Programm“. Für die Lehrer gibt es eine Fortbildung, durch die sie künftig ihre Schüler besser zum Lernen ermutigen sollen.

Oliver Kahn ging sogleich auf die Schüler zu und suchte Kontakt. Mit Unterstützung von Dr. Thomas Hegemann, dem Leiter des „ich schaff’s“-Instituts in Augsburg, führte er durchs Motivationsprogramm. So gab es Star-Unterricht für die Schüler aus 14 Klassen der sechsten bis neunten Jahrgangsstufe. „Wer von euch weiß, was Motivation ist?“ war seine erste Frage, auf die sich viele Schüler meldeten. Kahn erarbeitete mit den Mädchen und Jungen persönliche Ziele, die „Zielkette“ (kleine Schritte zum Erfolg) und das Handeln. Am Schluss stand das Dankesagen und Feiern des Erfolges. Auch das sollten Kinder und Jugendliche lernen.Hierzu wie zu den anderen Schritten gab es einen kurzen Einspieler mit Szenen aus der Kahns Fußballer-Karriere. Dass sich Anstrengung lohnt, sahen die Schüler dann daran, wie ihr Gast in Siegerpose und mit Pokalen in den Händen jubilierte. Den Starbesuch und die baldige Lehrerfortbildung hat sich die Johann-Winklhofer-Realschule selbst verdient. Mit 100 anderen Schulen aus Bayern hatte sie sich um das Programm beworben und wurde als eine von zwölf ausgewählt. Die Einsendungen – Berichte über schulischen Aktivitäten, Fotos und Collagen, hatten Eindruck gemacht. „Wir besuchen besonders die engagierten Schulen, die bei denen es sich lohnt.“, erklärte Andreas Kalbitz, der Vertreter des Deutschen Kinderschutzbundes, die Gründe beim Pressegespräch. Auch für ihr Engagement heute, lobte Kalbitz die Schüler. Viele hatten bei der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt. Der Kinderschutzbund trägt die Initiative „ich schaff’s“, finanziert wird sie durch die Lechwerke AG. Der Motivationsstunde folgt Ende Oktober eine zweitägige Fortbildung für rund 25 Lehrer, bei denen die Inhalte von „ich schaff’s“ und die Umsetzung vermittelt werden. Auch eine Supervision, eine Auswertung, ist später geplant. Realschulkonrektor Franz Babl verspricht sich sehr viel davon, denn „bei der Motivation der Schüler sind wir häufig überfordert.“

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