Ein Sommer-Töpfermarkt?

Töpfermarkt Dießen: Corona-Verlauf entscheidet über einen Termin im Juli

Aussteller und Besucher auf dem Dießener Töpfermarkt
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Ob und wie der Dießener Töpfermarkt im Sommer nachgeholt werden kann, wird hauptsächlich die Pandemie-Lage entscheiden. In normalen Jahren kommen rund 150 Aussteller und bis zu 60.000 Besucher zu Europas größtem Keramik-Event an den Ammersee.
  • Dieter Roettig
    vonDieter Roettig
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Dießen – Bis ins Mittelalter hinein hat man den Überbringer einer schlechten Nachricht stellvertretend für deren Ursache oft böse zur Verantwortung gezogen. Gottlob ist das heutzutage nicht mehr so. Als Marktleiter Wolfgang Lösche vor dem Dießener Marktgemeinderat das coronabedingte Aus für den diesjährigen Christi Himmelfahrt-Töpfermarkt verkündete, gab es Verständnis und vor allem Bedauern.

Weil nämlich Lösche und die Rathausverwaltung bereits die komplette Vorbereitung gestemmt hatten. Wegen der steigenden Inzidenzzahlen, des Schneckentempos bei den Impfungen und der sich ständig ändernden Vorschriften musste man jetzt die Notbremse ziehen und den Termin vom 13. bis 16. Mai 2021 absagen. Mit viel Glück gibt es einen Ersatztermin von Donnerstag, 22. Juli, bis Sonntag, 25. Juli 2021.

Darüber diskutierten mit dem Marktgemeinderat Wolfgang Lösche, Bürgermeisterin Sandra Perzul und Geschäftsleiter Karl Heinz Springer. Den schriftlichen Absagen der bereits angemeldeten Keramiker wurde ein neuer Anmeldebogen für den eventuellen Sommer-Ersatztermin beigelegt. Unabhängig von der Pandemie-Entwicklung müssen noch eine Reihe von Fragen geklärt werden. So zum Beispiel, ob bei der Verschiebung mit der Unterstützung der örtlichen Vereine gerechnet werden kann oder ob die Parkplätze in der Nähe des Ammersee-Gymnasiums zur Verfügung stehen. Oder ob der Saal im Blauen Haus frei ist für eine Sonderausstellung der von der Marktgemeinde erworbenen hochkarätigen Siegerstücke des Dießener Keramikpreises. Der seit 2001 von der Brenn­ofenfirma Rohde ausgelobte Preis ist international begehrt und soll auch in diesem Jahr mit Ausstellung und Preisverleihung im Traidtcasten stattfinden.

Sollte es mit dem Ersatztermin im Juli klappen, wird das Ausstellungsgelände ab dem Seekiosk in Richtung Festplatz verschoben. Damit vermeidet man einen Konflikt mit den in diesen Tagen beginnenden Arbeiten in den Boxler-Anlagen als ersten Bauabschnitt der Seeanlagen-Umgestaltung.

Der weiße Pavillon als Wahrzeichen des Töpfermarktes soll wie gewohnt zwischen Kiosk und ADK-Gebäude errichtet werden. Werden wegen besonderer Sicherheits- und Hygienemaßnahmen erhöhte Kosten fällig, so gab der Gemeinderat bereits jetzt sein Okay dafür.

Während in normalen Zeiten bis zu 60.000 Besucher zu den rund 150 ausstellenden Keramikwerkstätten an den Ammersee strömen, konnte schon im vergangenen Jahr wegen Corona die 20. Ausgabe des Töpfermarktes nicht stattfinden. Mit viel Glück wird das Jubiläum nun in diesem Sommer nachgeholt.

Wenn das nicht klappt, schlug Gemeinderätin Hanni Baur (SPD) vor, den Dießener Töpfermarkt ins Internet auszulagern. Als Beispiel nannte sie den Sonnwend-Töpfermarkt in Friedberg, der letztes Jahr mit Erfolg zum virtuellen Rundgang eingeladen hatte. Entsprechende Unterlagen habe sie der Verwaltung zukommen lassen und bat nochmals um Prüfung, wieweit man das auf Dießen ummünzen könne.

Für die künftige Öffentlichkeitsarbeit des Dießener Töpfermarktes konnte die Journalistin und Autorin Maren Martell gewonnen werden, bewährt durch ihre Arbeit für das Fünf-Seen-Filmfestival, die Kreiskulturtage vom Landkreis Landsberg oder die Tutzinger Brahmstage. Maren Martell stammt aus Lübeck, studierte in Hamburg Volkswirtschaft und Politik und arbeitete unter anderem 25 Jahre für die Deutsche Presseagentur dpa. Seit 2005 lebt sie mit ihrer Familie am Ammersee und wurde hier durch ihren Bildband „Stege“ bekannt.

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