Tolle Schiedsrichter – Ausgezeichnet: Tim Erdt und Erhard Kinscher

Den Besuch des ehemaligen Fifa-Schiedsrichters Urs Meier in Landsberg hat der Kreisverband der Volks- und Raiffeisenbanken zum Anlass für eine besondere Ehrung genommen. Stellvertretend für alle Schiedsrichter, die in der Region tätig sind, erhielten Tim Erdt (20) aus Obermühlhausen und Erhard Kinscher (83) aus Schwifting mit je einer Urkunde und einem Gutschein ausgezeichnet. Beiden wurden „außergewöhnliche Leistungen“ attestiert.

Tim Erdt absolvierte bereits mit 14 Jahren seinen Schiedsrichterschein und machte danach eine rasante Karriere. Mit 15 pfiff er Seniorenspiele in der B-Klasse, mit 16 war er in der Kreisklasse aktiv und mit 18 bereits in der Bezirksliga. Im Oktober vergangenen Jahres kam es dann jedoch zu einem Zwischenfall, der ihn fast dazu bewogen hätte, die Pfeife an den Nagel zu hängen. In einem Bezirksligaspiel zwischen der SK Srbija München und dem FC Hammerau wurde der junge Unparteiische von einem Spieler mit einem Faustschlag niedergeschlagen – weil der vorher die rote Karte gesehen hatte. „Ob ich nochmal pfeife, das weiß ich noch nicht“, sagte Erdt hinterher einer Zeitung. Doch ein halbes Jahr später stand er wieder auf dem Platz, inzwischen sogar in der Bezirks­oberliga und als Linienrichter in der Landes- und der A-Jugendbundesliga. „Ich wollte nicht aufgeben“, so der 20-Jährige. „Und schließlich sollten auch nicht diejenigen ihr Ziel erreichen, die einfach nicht auf den Fußballplatz gehören.“ Dieser Mut und diese Willenskraft verdienten eine Auszeichnung, betonte Manfred Stagl, Vorstand der VR-Bank Starnberg-Herrsching. Und auch Urs Meier zog den Hut vor dem jungen Kollegen, ebenso wie vor Erhard Kinscher, der mit seinen 83 Jahren auf eine über 50-jährige Karriere als Schiedsrichter zurückblickt. Den Fußballsport lernte Kinscher in englischer Kriegsgefangenschaft kennen und lieben. 1948 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des FC Penzing, für den er als Feldspieler und Torwart aktiv war. 1957 tauschte er das Mannschaftstrikot mit der schwarzen Schiedsrichterkluft und bestritt in den nächsten 50 Jahren rund 2000 Spiele in dieser Funktion, das letzte, immer noch topfit, im Alter von 81 Jahren. „Diese Lebensleistung verdient unser aller Anerkennung“, so Stagl. Und auch Schiri-Kollege Urs Meier war „begeistert, neben einem so tollen Mann auf der Bühne zu stehen“.

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