Holi-Premiere:

Open Air in Schlumpfhausen

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Vorwiegend blau und grün gefärbt erlebten die Besucher ein farbenfrohes Fest.

Landsberg – Wer am Samstag, etwa nach dem ersten Farbabwurf, die Waitzinger Wiese betrat, musste lächeln und zweimal hinschauen, ähnelten die Wesen, die dort herumliefen, den Bewohnern des Schlumpf­dorfes – blau-grüne Shirts, blaue Gesichter und gar blaue Haare. Die Stimmung war ähnlich ausgelassen fröhlich und größtenteils friedlich.

Des Rätsels Lösung für die Farbe: beim ersten Abwurf kamen hauptsächlich blaue und grüne Farbbeutel zum Einsatz, während die folgenden in allen Regenbogenfarben schillerten. Ursprünglich soll die Farbe beim traditionellen indischen Holi-Fest, das zu Beginn des Frühlings gefeiert wird, Dämonen vertreiben. Die Menschen verteilen mit der (zuvor geweihten) Farbe Segenswünsche, die Kastenschranken sind für diesen Zeitraum aufgehoben, alle feiern gemeinsam. Seit einigen Jahren hat jedoch die internationale Partyszene den Brauch adaptiert und zu kommerziellen Events umfunktioniert. Das erste Holi in Deutschland fand im letzten Jahr – natürlich – in Berlin statt.

Doch solche kulturellen Feinheiten schienen die Partygemeinde auf der Waitzinger Wiese nicht zu stören, Meldungen, dass Kölner und Augsburger Holi-Besucherinnen auch Tage später mit quitschbunten Haaren herumlaufen müssen, auch nicht. Nur einige Vorsichtige hatten sich prophylaktisch in Maler-Overalls gehüllt, manche umwickelten die schicken Schuhe mit Papier. Tanzen, feiern, bei herrlichem Sommerwetter. Zwischendurch sorgte eine Tanzgruppe für Stimmung, die DJs und Moderatoren leisteten gute Arbeit – und das während vieler Stunden. „Es hat viel Spaß gemacht“, so das Fazit von vier jungen Besucherinnen. „Es war eine tolle Stimmung, auch von den Leuten her. Besser als Fasching!“

Für den reibungslosen Ablauf sorgte ein großes Aufgebot an Security und Rotem Kreuz. Für die Sanitäter war es ebenfalls ein relativ friedlicher Tag, so die Einschätzung eines Helfers vor Ort. Einige kleinere Verletzungen wie Augenreizungen durch das Farbpulver, eine Verletzte, die im Krankenhaus behandelt wurde.

Laut Polizeibericht wollte ein 24-jähiger Mann die 20-jährige kennenlernen, worauf deren Freund dem Anderen mit der Faust ins Gesicht schlug. Der 24-Jährige holte Freunde und kam mit diesen wieder zu dem „Eifersüchtigen" zurück. Der „Eifersüchtige" ging dann auch noch auf den Bruder des 24-Jährigen los. Ein bis dahin unbeteiligter Besucher der Veran­- staltung mischte sich in den Streit ein und wollte ebenfalls auf den Bruder des 24-Jährigen losgehen, traf aber die junge Frau, um die sich der Streit gedreht hatte, am Kopf. Der Schlag war so heftig, das die junge Frau stark benommen war und im Krankenhaus behandelt werden musste. Für diesen Vorfall sucht die Polizei nach Zeugen.

Ebenfalls mit den Schattenseiten einer Musikveranstaltung hatten nicht nur die Anwohner, sondern auch die Bewohner der Schwaighofsiedlung und des Landsberger Ostens zu tun: durch den konstanten Westwind erlebten sie das Festival lautstark mit.

Doch der größte Teil der Gäste erlebte ein buntes, lautes, fröhliches Fest. Auch der Veranstalter zeigte sich zufrieden. „Es war eine runde, bunte Sache“ erklärte Christopher Dietz von werk:b events dem KREISBOTEN: „Und es ist ein schönes Element, dass der Grundgedanke des Holi, die Gleichheit der Leute, so zur Geltung kommt. Das macht das Entspannende“.

Bis auf die eine Rauferei habe es keine Zwischenfälle gegeben, was bei rund 2000 Menschen zwischen 17 und 23 ge­- wiss keine Selbstverständlichkeit sei. „Doch das liegt wahrscheinlich auch am Thema des Holi“, meint Dietz. Ob es im nächsten Jahr eine Wiederholung der Veranstaltung in der Lechstadt gebe, müsse man abwarten: „Mal schauen, wie sich das entwickelt, ob Holis dann immer noch interessant sind.“ Die Landsberger Besucher würden sich wohl über eine Neuauflage freuen...

Patricia Eckstein

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