Ein Topf muss für alle reichen

Die Toilettenfrage auf dem Parkplatz Waitzinger Wiese hat den Bauausschuss erneut beschäftigt: Parkplatzbesucher mit einem dringenden Bedürfnis sollen die WC-Anlage nun – anders als ursprünglich geplant – bald beim Gottesackerangerweg vorfinden. Dort will die Stadt ein Gebäude errichten, dass eine vollautomatische Toilette, überdachte Parkautomaten, Infostele und einen Lagerraum für die Stadtwerke miteinander kombiniert. Kosten wird die Anlage rund 250000 Euro.

Der Parkplatz ist seit November letzten Jahres in Betrieb. „Wir haben festgestellt, dass die Parker die Plätze in Richtung Ausfahrt Gottesackerangerweg, zur Altstadt hin bevorzugen“, erklärt Hans Huttenloher vom Tiefbau-Referat der Stadt. Daher sei der Standort für die Toilettenanlage noch einmal überdacht worden – im September 2009 war beschlossen worden, dass WC im Norden der Waitzinger Wiese zu errichten. Dieser hat laut Huttenloher noch weitere Nachteile: Es seien nur kleine Vordächer an den Eingängen möglich, auch zum Friedhof sei die Entfernung sehr groß, Wartemöglichkeiten gebe es nur auf der Fahrspur des Parkplatzes. Und ungünstig sei zudem, dass die Parkscheinautomaten sich von hier aus gesehen am entgegengesetzten Ende des Parkplatzes befänden. Huttenloher schlug daher vor, in der Grünfläche an der Ausfahrt zum Gottesackerangerweg ein Gebäude als „Komplettlösung“ mit Toilette und Co. zu errichten. Vorgesehen ist auch eine Art Laubengang. Der Bauausschuss stimmte schließlich mit 12:3 dafür. Lange wurde über die Einzelheiten der Toilettenanlage diskutiert: „Ein Raum mit einem Topf für Damen und Herren und Behinderte, ein Raum mit zwei Urinalen“, heißt es in der Beschlussvorlage. Daran hatte sich besonders Landsbergs 3. Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) gestört und auf das im September letzten Jahres beschlossene WC mit Geschlechtertrennung verwiesen. „Ich sehe keinen Grund, warum man das jetzt wieder ändern soll. Wir hatten uns darauf geeinigt, Damen und Herren zu trennen!“, hielt sie vor und verlangte, daran festzuhalten. Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) versuchte zu beruhigen: „Nach jedem Vorgang wird der ganze Raum gespült, außerdem sind die Urinale in dem zweiten Raum untergebracht.“ Traudl Lüßmann (Grüne) stieß sich an dem Laubengang und meinte, das sich hier schnell ein unerwünschter Treffpunkt ergeben würde. Für den guten Auftritt In Rot-Orange wird sich die Anlage von außen präsentieren. Passend dazu hat die Landschaftsarchitektin der Stadt, Pia Becker, die Bepflanzung drum herum geplant. „Für diesen Platz, an dem viele Reisende und Besucher ankommen und sich die Stadt somit präsentiert, ist eine etwas bessere Bepflanzung vorgesehen“, erklärte sie. Zudem verhindere dies, dass wild geparkt werde. Rosenbeete wird es geben, die die Rottöne der WC-Anlage wieder zeigen. Eine hohe Hecke im Westen und im Osten, parallel zu den Parkplätzen, Bäume mit hellem Grün hat Becker unter anderem geplant. Zu den für die WC-Anlage allein veranschlagten Ausgaben von rund 160000 Euro kommen noch etwa 80000 Euro dazu. Diese Summe ist nötig, um neue Ver- und Entsorgungsleitungen zu verlegen, die Außenflächen zu pflastern und die Kassenautomaten zu versetzen und anzupassen. Zudem soll damit die Infostele finanziert werden. Außerdem müssen die auf der Nordseite der Waitzinger Wiese zunächst ausgesparten Stellplätze wieder hergestellt werden. Vor dem Bauausschuss sprach Huttenloher auch weitere Kosten an – für Wartung und Unterhalt der Anlage (18000 Euro), die tägliche Reinigung und die Gebühren für Kanal, Wasser und Strom.

Meistgelesen

Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Babys der Woche im Klinikum Landsberg
Lisa will Bierkönigin sein
Lisa will Bierkönigin sein
Eine Leiche muss her!
Eine Leiche muss her!
Himmel oder Hummel
Himmel oder Hummel

Kommentare