Ein Tor, ein Assist und ein Sieg – Thorsten Rau schenkt seinen Ex-Kollegen kräftig ein

Es sind Geschichten, die nur der Sport schreiben kann. Vor wenigen Wochen noch war Thorsten Rau Kapitän beim ESV Kaufbeuren. Weil es dort aber ge- hörig Ärger gab und Rau suspendiert wurde, wechselte er kurzerhand zum EV Landsberg 2000. Am Freitag gab es dafür die späte Rache. Rau revanchierte sich mit einer Vorlage und einem Tor zum verdienten 3:1-Sieg gegen den großen Nachbarn.

Dabei hatte EVL-Trainer Franz-Xaver Ibelherr im Laufe der Woche etliche Probleme, die ganze Mannschaft auf das Eis zu bekommen. Thorsten Rau, Christian Köllner und Markus Rohde meldeten sich krank, Daniel Huhn zog die Option, bei einem höherklassigen Verein (Heilbronn) zu spielen. Pünktlich zum Spiel am Freitag waren zumindest Rau und Rohde wieder dabei. Von Beginn an war dieses Derby eine sehr flotte Angelegenheit. Vor allem der EVL versuchte in der Anfangsphase mit viel Tempo Druck auf den Kasten von Florian Hechenrieder zu machen. Ausgerechnet Thorsten Rau hatte nach seinem Rauswurf beim ESVK nach wenigen Sekunden die erste Chance, verzog aber nur knapp. Das Engagement der Landsberger wurde aber bald belohnt. Im zweiten Überzahlspiel stöpselte Rau die Scheibe an die blaue Linie und Clayton Barthel schlenzte das Spielgerät in seiner unnachahmlichen Art ins rechte untere Eck zum 1:0 (10.). Genau zwei Minuten später rappelte es erneut im Kaufbeurer Tor. Jordie Preston lief nach einem gewonnenen Zweikampf in der eigenen Zone mit Noah Katz einen schnellen Konter und tunnelte Hechenrieder rotzfrech zum 2:0 (12.). Auf der anderen Seite hatte sein Gegenüber Peter Holgrem Glück als Kevin Saurette mit einem wuchtigen Schuss nur die Querlatte traf (13.). Auch danach die Kaufbeurer etwas druckvoller, aber ohne Erfolg im Abschluss. Im zweiten Drittel gab es im Gegensatz zu den ersten 20 Minuten wenig Torraumszenen, dafür blieb die Partie weiter spannend, weil beide Teams ein hohes Tempo gingen. Sensationelles leistete aber Goalie Peter Holmgren in der 34. Minute. Als Daniel Opolzer am linken Pfosten frei auftauchte und nur noch die Scheibe über die Linie drücken musste, verhinderte er mit einem tollen Reflex den Anschlusstreffer. Die beste EVL-Chance hatte noch Alex White, der bei einem Konter in der 40. Minute aber zu ungenau schoss. Kaufbeuren versuchte zu Beginn des Schlussdrittels mit etlichen strammen Schüssen zum Erfolg zu kommen– das Tor machte aber wieder der EVL. Ausgerechnet Thorsten Rau übertölpelte Florian Hechenrieder in der 47. Minute vom rechten Bullykreis zum 3:0. Die Gäste setzen nach und kamen prompt zum 3:1. Peter Holmgren konnte einen Schlagschuss von Daniel Rau nicht festhalten und Derek Switzer setzte den Nachschuss unter die Latte (53.). Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit guten Szenen auf beiden Seiten. Tore fielen aber keine mehr und so blieb es beim Überraschungssieg des EVL 2000 im Derby gegen den großen Nachbarn aus dem Ostallgäu. Früher Rückstand Am Sonntag standen die Lechstädter aber schnell wieder auf dem Boden der Tatsachen. Bei den Passau Black Hawks dauerte es gerade mal drei Minuten, bis die Hausherren in Führung gingen. Tim Krymusa nutzte in Überzahl einen Stellungsfehler zum 1:0. Als die Passauer gerade drauf und dran waren nachzulegen, schlugen urplötzlich die Landsberger zurück. Innerhalb von zweieinhalb Minuten besorgten Noah Katz (7.) und Jordie Preston (9.) die 2:1-Führung für den EVL. Die Ibelherr-Truppe schien das Spiel im Griff zu haben, brachte sich aber durch Fehler wieder in Schwierigkeiten. Erneut Tim Krymusa nutzte in der Landsberger Zone alle Freiheiten und besorgte noch vor der Pause den 2:2-Ausgleich (15.). Ein Doppelschlag innerhalb von 59 Sekunden kurz nach Wiederbeginn brachte die Hausherren dann auf die Siegerstraße. Jeweils nach schönen Kombinationen schossen Alexander Gantschnig (25.) und Stefan Ortolf (26.) die Passauer auf 4:2 davon. Landsberg zwar danach bemüht und mit etlichen Schüssen in Richtung Tor, aber eben nicht aufs Tor. Am nähesten kam noch Jordie Preston, der bei einem Versuch nur die Latte traf. Ein Anschlusstor hätte vielleicht noch einmal Auftrieb gegeben, so wurden aber die Beine im letzten Drittel immer schwerer. Folgerichtig, dann das 5:2 von Bastian Werner in der 48. Minute, der einen Konter erfolgreich abschloss. Lediglich das letzte Highlight in der Partie war dem EVL noch vergönnt. Nach einem Pass über die Bande von seinem Bruder Dominik drosch Daniel Nörenberg die Scheibe von halblinks in den Torwinkel zum 5:3-Endstand (54.). Anpfiff für die Meckerer Es war nicht die Niederlage, die Franz-Xaver Ibelherr hinterher zu schaffen machten, sondern vielmehr die Disziplin. Paul Caponigri und Jordie Preston kassierten jeweils eine 10-Minuten-Strafe wegen Meckerns. „Das hat mir gar nicht gefallen, das habe ich den beiden nach dem Spiel auch deutlich gesagt.“ Bei Preston tut die Strafe besonders weh, denn nach seinem dritten „Zehner“ ist er am Freitagabend bei den Hannover Indians gesperrt. Am Sonntag (18 Uhr) gegen Deggendorf Fire ist er dann aber wieder dabei.

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