Tor-Garanten gesucht

Spitzenspieler Sebastian Bonfert verlässt zur kommenden Saison den TSV Landsberg und wechselt nach Memmingen. Foto: Krivec

Die Schockwellen aus der verlorenen Relegation zur Bayernliga reichen bis in die kommende Saison: Sebastian Bonfert verlässt den TSV Landsberg und wechselt zum FC Memmingen, der Regionalligist vermeldet ihn bereits als Neuzugang und „Wunschspieler“ auf seiner Internetseite. Für Fußball-Abteilungsleiter Sepp Hintermeier ein weiterer Nackenschlag. „Ich bin mir sicher, wenn wir aufgestiegen wären, wäre er bei uns geblieben. Er geht auch sicher nicht wegen des Geldes, aber mit 24 sucht er dann eben noch einmal die sportliche Herausforderung.“

Der Verlust des Mittelfeldmannes wiegt umso schwerer, als er voraussichtlich nicht gleichwertig zu ersetzen ist, zumindest nicht mit den Mitteln, die in Landsberg zur Verfügung stehen. Hintermeier: „Er ist einer der Spitzenspieler in dieser Liga, wo soll ich denn so einen herholen?“ Das nächste Problem hat er im Angriff: Stefan Strohhofer hat sich zwar noch nicht entschieden, ob er weiter für den TSV spielen will, im Moment ist das aber auch nicht relevant. Nach seinem Kreuzbandriss im vorletzten Saisonspiel fällt der 25-Jährige ohnehin für Monate aus. Hintermeier rechnet „in diesem Kalenderjahr nicht mehr damit, dass er spielt.“ Zwei weitere Abgänge wiegen weniger schwer: Dass das Engagement von Askin Ünlü und Bajram Nebihi jeweils auf Zeit angelegt war, deutete sich schon bei ihrer Verpflichtung in der Winterpause an. Was Sepp Hintermeier daran ärgert: „Im Nachhinein war die Geschichte mit Nebihi umsonst, weil er uns in den entscheidenden Spielen nicht zur Verfügung gestanden hat. Aber es konnte ja keiner wissen, dass sie ihn in Affing gleich so umhauen, dass er nicht mehr spielen kann.“ Womit man wieder beim Auslöser der Schockwelle angekommen ist: die Relegationspartien gegen den FC Affing, als sich der TSV bereits sicher in der nächsten Runde wähnte, letztlich aber mit einem 2:2 zuhause noch ausschied. Vor allem die Art und Weise ärgert den Abteilungsleiter. „Soviele Zuschauer hatten wir seit 15 Jahren in Landsberg nicht mehr. Dann muss ich nur eine Viertelstunde noch das 2:0 halten und bin eine Runde weiter. Stattdessen kassieren wir wieder sofort nach der Pause das Tor. Ich kann mir das nur noch so erklären, dass es unseren Spielern einfach an der nötigen Konzentration fehlt.“ Zumal auf exakt diese Weise im Laufe der Saison etliche Punkte verschenkt wurden, so dass die Landsberger schon die Relegation hätten vermeiden können. Hintermeier wurmt das entsprechend. „Ich habe das bis heute nicht überwunden. Das muss man sich mal anschauen, jetzt steigt Unterföhring auf, die hatten in der Tabelle zehn Punkte weniger als wir. In Sonthofen kassieren wir auch mit dem ersten Angriff nach der Pause das 1:2 und rennen dann 45 Minuten erfolglos an. An unsere Spiele gegen Eching und Pipinsried mag ich gar nicht denken. So leicht wird's nie wieder, aufzusteigen.“ Die fehlende Konstanz und der dadurch verpasste Aufstieg wirken sich nun auch auf die Kaderplanung für die kommende Saison aus. Der Kern der Mannschaft dürfte zwar bleiben, neben beiden Torhütern und einigen Abwehrspielern hat auch Lenker Muriz Salemovic bereits seine Zusage gegeben, auch in der Landesliga weiter für den TSV zu spielen. Gesucht sind noch ein Stürmer, ein Mittelfeldspieler und Verstärkungen für die Außenpositionen. Spektakuläre Namen werden allerdings voraussichtlich kaum dabei sein. „Von oben werden wir sicher niemand holen, grundsätzlich werden wir auf junge Leute setzen.“ Bereits unter Dach und Fach ist die Verpflichtung von Armin Sanktjohanser. Der 21-jährige Mittelfeldmann kommt vom VfL Kaufering. Bei anderen Akteuren ist man zwar schon relativ weit, solange aber von den abgebenden Vereinen die Freigabe nicht erteilt ist, will Hintermeier keine weiteren Namen nennen. Ein wenig Zeit hat er noch, die Verträge zu unterschreiben, das Transferfenster schließt am 30. Juni, direkt danach beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Wann allerdings Punktspielstart ist, steht ebenfalls noch in den Sternen. „Wir wissen noch nicht einmal, mit wievielen Mannschaften die Liga diesmal gespielt wird“, so der Abteilungsleiter. Bei 18 Teams beginnt die Saison am 27. Juli, bei 19 bereits eine Woche vorher. Bei so vielen Unsicherheiten tut man sich im Moment auch noch schwer, ein Saisonziel zu formulieren. Hintermeier: „Durch Bonferts Abgang sind wir offensiv sehr geschwächt. Und wir wissen noch gar nicht, wer in der Liga ist und wie stark die Gegner sind.“ Da greift dann eine alte Regel: „Wir müssen sehen, dass wir gar nicht erst unten reinkommen und dann so schnell wie möglich 40 Punkte holen.“ Das Thema Bonfert hat Sepp Hintermeier übrigens nicht endgültig abgehakt: „Es gibt immer einen Weg zurück für ihn.“

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