Führung unter Kollegen

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Auch eine historische Modenschau zählte zum Programm des Bayersichen Gästeführertages in Landsberg, den der Verein „Landsberger Gästeführer am Lechrain“ durchführte.

Landsberg – Ein Gästeführer, der die eigenen Kollegen durch die Stadt führt, steht unter besonderer Beobachtung. „Das war schon heftig“, sagt Sieglinde Soyer, die Vorsitzende des Vereins „Landsberger Gästeführer am Lechrain“, und lacht. „Es wird viel mehr hinterfragt als bei normalen Führungen.“ Der Verein hatte am Freitag und Samstag im Rahmen des 13. Bayerischen Gästeführertags rund 120 Kollegen aus 23 Städten sowie Österreich und der Schweiz zu Gast. „Das Interesse war so groß, dass wir noch einen Tag hätten dranhängen können.“

Bei der Tagung ging es um Fachthemen und Fortbildung, aber auch darum, Landsberg zu präsentieren. Neben Vorträgen und Referaten in der Wandelhalle des Sportzentrums standen deshalb auch Stadtfüh- rungen und eine historische Modenschau auf dem Programm. Die sei besonders gut angekommen, berichtet Soyer. Die Landsberger Gästeführer besitzen 18 verschiedene historische Kostüme – vom gotischen bis zum modernen Gewand – für ihre Themenführungen. 

Zur Modenschau sei sogar ein Kamerateam des Bayerischen Fernsehens erschienen. „Das Interesse an Landsberg ist riesengroß“, bilanziert die Vorsitzende. Das gilt offenbar nicht nur für die Stadt, sondern auch für die Region und hier besonders für die Prähistorische Siedlung Pestenacker. Dies, obwohl diese nach den Worten Landrat Thomas Eichingers touristisch schwer zu erschließen sei, da sie als Bodendenkmal ja unsichtbar ist. 

Insgesamt sieht Eichinger im Landkreis Landkreis durchaus noch Potential, den Tourismus weiter ausbauen. Derzeit konzentriere sich dieser auf Landsberg und den Ammersee. „Im restlichen Gebiet ist man noch zurückhaltend.“ Für die Lage an der Romantischen Straße empfehle sich unter anderem auch ein Ausbau des Fahrrad-Tourismus. Aus München angereist war unter anderem Franz-Josef Pschierer, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Dort habe man den Bereich Tourismus neu geordnet und in einer eigenen Abteilung zusammengefasst, um den 30 Millionen Euro Wertschöpfung und den 500000 Arbeitsplätzen gerecht zu werden, die der Tourismus generiere. 

Bei Gästeführern lege man Wert auf Qualifizierung und Zertifizierung. „Touristen wollen Kompetenz.“ Dies unterstrichen auch Ursula Franz, Ehrenvorsitzende des Münchner Gästeführervereins, und die Landsberger Vorsitzende Sieglinde Soyer. „Die Anforderungen an Gästeführer haben sich geändert.“ Landsbergs Oberbürgermeister Mathias Neuner, der gleichzeitig Vorsitzender des Touris- musverbands Ammersee-Lech ist, bescheinigte den Gästeführern, Aushängeschilder und Multiplikatoren ihrer Stadt zu sein. 

Und die Lechstadt ihrerseits lege Wert darauf, ihren historischen Kern zu erhalten und ihr Erbe zu pflegen, unter anderem, indem sie jedes Jahr unter ein spezielles Motto stelle. Nach dem Herkomer-Jahr 2014 und dem Ruethenfest heuer sei 2016 ein Dominikus-Zimmermann-Jahr an der Reihe, dessen Tod sich dann zum 250. Mal jährt.

Ulrike Osman

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