Baugerüst stürzt ein

Vier Tote bei Baustellen-Drama in Denklingen

Baustellen-Drama Denklingen - vier Tote
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Die Decke zwischen den beiden Gebäuden war bereits gegossen, als das Gerüst einstürzte und vier Arbeiter unter sich begrub.

Denklingen – Es ist eine furchtbare Tragödie, die sich am Freitagvormittag in Denklingen abgespielt hat. Vier Arbeiter einer örtlichen Baufirma verloren ihr Leben, als eine frisch betonierte Decke einstürzte und sie unter sich begrub. Das jüngste der vier Opfer war erst 16 Jahr alt. Ganz Denklingen befindet sich in Schockstarre.

Es ist kurz nach 11 Uhr am Freitagvormittag, als der Notruf in der Einsatzzentrale eingeht. Feuerwehr und Rettungskräfte eilen ins Denklinger Gewerbe­gebiet – nicht weit entfernt von der Großbaustelle Bürger- und Vereinezentrum. Zwei Rettungshubschrauber landen auf einer angrenzenden Wiese. Auf der Baustelle, wo ein örtliches Bauunternehmen gerade seinen neuen Firmensitz errichtet, bietet sich den zahlreichen Einsatzkräften ein fürchterliches Bild. Nur drei meterhohe Pfeiler lassen erahnen, wo sich eben noch die frisch betonierte Decke befunden haben muss. Am Boden erstreckt sich ein Trümmerfeld.

Einstürzende Betondecke begräbt vier Bauarbeiter unter sich

Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold
Denklingen - Baustellendrama - vier Tote
Baustellen-Drama am Freitag in Denklingen: vier Männer sterben, die Rettungskräfte sind machtlos. © Herold

Auf der Suche nach verschütteten Arbeitern graben sich die Einsatzkräfte teils mit bloßen Händen fieberhaft und mit vereinten Kräften durch den Berg aus flüssigem Beton, aus dem die Überreste des Gerüsts ragen, das unter der Last zusammengebrochen war. Es ist ein Wettlauf mit der Zeit. Vier Männer können von den Rettungskräften nach und nach geborgen werden, doch für sie kommt jede Hilfe zu spät. Ein weiterer, 57-jähriger Arbeiter, der sich in der Nähe befand, überlebt die Katastrophe leicht verletzt.

Zwei der verschütteten Bauarbeiter seien sofort ums Leben gekommen, berichtet Andreas Aichele, Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord, am Nachmittag vor Ort. Die beiden anderen habe der Rettungsdienst noch versucht zu reanimieren, jedoch ohne Erfolg.

Nach ersten Erkenntnissen hätten sich zwei der Männer auf der frisch betonierten Decke befunden, die zwei bereits errichtete Gebäude mit einander verbinden sollte, beschreibt Aichele. Die beiden anderen Männer seien unter der Konstruktion gestanden, als das Unglück geschah.

Wie es dazu kommen konnte, dass das Gerüst, das die frisch betonierte Decke hielt, plötzlich zusammenstürzte, dazu vermochte Aichele am Freitagnachmittag noch nichts zu sagen. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck hat in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Augsburg die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang übernommen. In Zusammenarbeit mit dem Gewerbeaufsichtsamt, der Berufsgenossenschaft und einem Gutachter fanden und finden Untersuchungen an der Unglücksstelle statt.

Im Dorf machte die schlimme Nachricht schnell die Runde. Trauer und Fassungslosigkeit sind groß, schließlich kennt nahezu jeder die Opfer, auch deren Familien und das Unternehmen, das seit über 60 Jahren im Ort verwurzelt ist. Im Rathaus wurden die Angehörigen von Notfallseelsorgern betreut. Der Jüngste der Männer, die an diesem Freitag ihr Leben verloren, war gerade mal 16 Jahre alt, die anderen 34 und 37. Alle stammen laut Polizei aus dem Landkreis Landsberg.

Bürgermeister Andreas Braun­egger, der im Rathaus den Angehörigen beistand, zeigte sich in einer ersten Reaktion tief betroffen über die Tragödie in seinem Ort.
Christoph Peters

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