Traumreise unter freiem Himmel

Nach der Eröffnung des 12. Landsberger Kino-Open-Airs durch Olympia-Filmtheater-Betreiber Rudolf Gilk (links) gab Regisseur Joseph Vilsmaier Einblicke in die Dreharbeiten für jüngstes Werk, „Bavaria“. Foto: Eckstein

Es war ein Wetter, wie geschaffen für Freiluftveranstaltungen. Der warme Sommerabend lockte viele hundert Menschen zum Auftakt des Kino-Open-Airs auf den Rossmarkt. Sie wollten sich Joseph Vilsmaiers „Bavaria – Traumreise durch Bayern“ anzuschauen und natürlich den Regisseur selbst erleben. Vilsmaier war eigens zur Premiere seines Films in die Lechstadt gereist .

Bereits um 20.30 Uhr reichte die Bestuhlung auf dem Rossmarkt nicht mehr aus. Manche Cineasten saßen auf eigens mit­- gebrachten Campingstühlen, es wurden Bierbänke aufgestellt, viele standen trotzdem. Es scheint, als hätten sämtliche Landsberger Kinofans das schöne Wetter ausgenutzt – aus den vergangenen Jahren weiß man, dass der Regen beim Kino-Open-Air manchmal schneller kommt, als gedacht. Der Premierenfilm samt Blick auf den Regisseur selbst tat ein Übriges: eine „Traumreise durch Bayern“, ein Blick von oben, von einer „Wolke – und das bereits zu Lebzeiten“, wie Rudolf Gilk, Betreiber des Olympia-Filmtheaters und zusammen mit Stadt und KREISBOTE Veranstalter des Kino- Open-Airs scherzhaft anmerkte. Und dieser Blick von oben zeigt wirklich wunderschöne, spektakuläre Bilder. Er wolle die schönen Seiten Bayerns zeigen, eine „Traumreise“, keine „Alptraumreise“, erklärte Regisseur Joseph Vilsmaier („Schlafes Bruder“, „Comedian Harmonists“) in Anspielung auf viele Kritiken. „Bayern ist nun mal schön, das kann ich nicht verändern.“ Und so fliegt die Kamera unter den Klängen von Haindling über Felder, Flüsse und Berge, historische Städte und imposante Bergmassive, aber auch Flughäfen und Industrieanlagen, zeigt den Bulldog ebenso wie den ICE und die Roboter in den Werkshallen der Autoindustrie, die Wies’n und die Allianz-Arena. Und doch ist dieser Blick nicht verklärt, wie kleine ironische Brechungen zeigen. So schweift die Kamera über das prunkvolle Interieur Neuschwansteins und endet bei einer Einstellung, die einen Reinigungsmann mit brummendem Staubsauger zeigt. Innenansichten der Münchener Suppenküche kontrastieren mit den Schaufenstern der Maximilianstraße. Ansonsten gibt es reichlich Menschen in Tracht zu sehen: feiernd, betend, wallfahrend. Fast könnte man meinen, sämtliche Feste Bayerns (außer dem Oktoberfest) seien religiös geprägt, Kultur gibt es in Bayreuth, Passion in Oberammergau, alle Bayern tragen Dirndl und Lederhose – man hätte sich auch Aufnahmen eines der berühmten historischen Feste gewünscht: dem Further Drachenstich oder der Landshuter Hochzeit oder gar der Kaltenberger Ritterspiele, immerhin die größten der Welt. „Bavaria – das ist ein Kontinent“ so die Einleitung des Films. Dass man den nicht in 90 Minuten erfassen kann, ist klar. Der Anspruch des Films ist es zu zeigen „was ist Bayern wirklich“. Ist das Bayern? Touristen würden dem zu 100 Prozent zu­stimmen. Wir Bayern sagen: Fast, nur ein bisschen bunter – das ruft doch nach einer Fortsetzung… Weitere Informationen zum 12. Landsberger Kino-Open-Air (bis 15. August) gibt es auf www.kino-landsberg.de.

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