Traumstadt in Oberdießen

Die erste Gemeinschaftsausstellung der Maler Hauber Senior (1903 - 1987) und Junior (1941) war eine der erfolgreichsten Sonderexpositionen des Malura Museums. Dieses Resümee zog Museumsdirektor Andrew Malura zum Abschluss der Personalschau, die mit ihrer familiären Atmosphäre das Münchener Schwabing mit Oberdießen zusammenführte.

Mehrere 100 Besucher, darunter Künstlerkollegen der Familien Hauber und Malura, kamen an den vier Ausstellungswochenenden in das ehemalige Sommeratelier des Malers Oswald Malura (1906 – 2003) im beschaulichen Oberdießen, nicht zuletzt um ihn und den schon vor 22 Jahren verstorbenen Franz Ferry Hauber zu ehren. Eine enge Freundschaft hatte die beiden Maler und Visionäre, Schüler der Münchener Akademie der Bildenden Künste, die gleichsam als Synonyme für Schwabinger Kunst und für das berühmte Münchner Künstlerviertel gelten, fast ein dreiviertel Jahrhundert lang verbunden. Der in Oberschlesien geborene Kunstmaler, Mal- und Zeichenlehrer, Galerist, Weltenbummler und „Weltverbesserer“ Malura und der Urmünchner Hauber waren die Aktivisten der „Traumstadt“, ein Schwabinger Künstler- und Intellektuellenkreis, mit legendären „Bürgerversammlungen“, Treffen und Feiern. Für Franz Ferry Hauber lag die Traumstadt in wärmeren Regionen, denn sein Motiv waren südliche Kulturlandschaften im Spiel grüner Töne, wie die Oberdießener Ausstellung dokumentierte, dazu auch zwei nichtgegenständliche Werke, die eine Brücke zum Schaffen des Sohnes Peter schlagen. Als Vertreter der nächstfolgenden Künstlergeneration bleibt Peter Hauber mit seinen Landschaften auf dem Weg des Vaters, zeigt aber in seinen abstrakten Arbeiten eine völlig eigene Formensprache. Diese Verschiedenheit, aber die gemeinsame Verpflichtung zu Harmonie und Farbenspiel, hatte den be- sonderen Reiz der 37. Sonderexposition des Malura Museum getragen. Auf der Finissage, mit der das Museum in die Sommerpause startete, ging es auch um die „Traumstadt“: Der Schauspieler Christian Hoening wartete mit Kostproben aus den „Flower Tales“ des Dichters Peter Paul Althaus auf, der als Schwabinger Traumstädter in den frühen 60ern des vergangenen Jahrhunderts die Poesiesparte bestimmte. Prosatexte von Tucholsky sowie Gedichtetes von Ringelnatz und Mascha Kaléko gaben mit Heiterkeit und feiner Ironie der Lesung den Pfiff und den Pfeffer. Stücke von Haydn, Debussy und Prokofjiev hatte Franziska Reif ausgewählt. Die Pianististin, Bundespreisträgerin von „Jugend musiziert“, ausgezeichnet auch mit dem Landsberger Kulturförderpreis, begleitete zudem das Liederprogramm ihrer Schwester, der Sängerin Claudia Mattuschat. Das Malura Museum Oberdiessen mit seinem Café ist nach den Ferien ab September wieder geöffnet, jeweils Samstag und Sonntag von 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung unter Telefon 08243/3638.

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