Zur Hochzeit Symbole an der Halde

Trauung in der Pfarrkirche Denklingen - aber keine Feier danach

Hochzeitssymbole an der Halde südlich von Denklingen.
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Die zwei Ringe und das Kreuz am Hanggrundstück südlich von Denklingen.
  • vonJohannes Jais
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Denklingen – „Die Überraschung ist gelungen“, sagt Brautmutter Sabine Lehner und lacht herzlich. Ihr Mann Georg und der Schwiegersohn haben an der Halde südlich von Denklingen mit einem Drainagevlies ein Kreuz und zwei weiße Ringe aufgebracht. Anlass war die Hochzeit im Hause Lehner. Tochter Franziska und ihr Bräutigam Gabriel Eckert gaben sich in der Denklinger Kirche das Ja-Wort.

100 geladene Gäste kamen zum Gottesdienst in die große Kirche St. Michael, die regulär bis zu 500 Personen fasst. Der Hochzeitstermin wurde im Dezember festgesetzt; ihr Mann und sie wollten die kirchliche Trauung im April nicht auf einen späteren Zeitpunkt im Sommer oder Herbst beziehungsweise gar ins nächste Jahr verschieben, betont Franziska Lehner (25).

Dekan Oliver Grimm von der Pfarreiengemeinschaft Fuchstal bestätigt, dass es in Denklingen im Jahr 2021 die erste Trauung war. Es war aber auch der erste mögliche Termin – nämlich der Samstag vor dem Weißen Sonntag. Zudem war es in der Pfarrkirche Denklingen die erste Trauung seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Eine kirchliche Trauung ohne nachfolgende weltliche Feier: Das ist allemal eine Besonderheit. Aber ihr und ihrem Mann, der aus Kornwestheim bei Stuttgart kommt, sei das Ja-Wort vor dem Traualtar wichtig, sagt Franziska Lehner. „Wir sind nicht nur auf dem Papier katholisch“, ergänzt sie. Die Messe in Denklingen hat ein Pfarrer aus der Heimat von Bräutigam Gabriel Eckert zelebriert.

Das Brautpaar: Franziska und Gabriel haben kirchlich geheiratet – aber ohne Feier danach.

Dass gleich nach der Kirche „Schluss ist“ mit dem Hochzeitstag, war für alle ungewöhnlich. Doch das junge Ehepaar und die Brautmutter sind der Meinung, dass eine weltliche Feier nachgeholt und eventuell kurzfristig angesetzt werden kann, wenn die Bestimmungen mit Blick auf Corona wieder gelockert werden.

Schon einige Tage vor der Trauung im April hatten sich Georg Lehner, der Brautvater, und Schwiegersohn Gabriel Eckert viel Arbeit und Mühe gemacht, auf dem Grundstück an der Halde ein grünes Herz als Grundriss anzulegen. Darauf haben sie dann mit dem Drainagevlies zwei große Ringe und ein Kreuz gezogen – als Symbol für den Ehebund und für den Glauben. Mitgeholfen haben bei der Aktion auch Franziskas jüngere Schwester und deren Partner.

Die Brautmutter spricht von einer „Überraschung“. Aber so ganz ohne Vorahnung war Franziska Eckert nicht. Zwar habe ihr Mann Gabriel nicht verraten, wohin und wozu er sich auf den Weg macht. Doch am Tag danach habe er seinen argen Muskelkater kaum verbergen können. Und der war eindeutig auf das Auf und Ab sowie auf die Handarbeit am steilen Hang zurückzuführen, bekundet die Braut mit einem Schmunzeln. Der Muskelkater vergeht – die Liebe hingegen soll für immer zu spüren sein.

Die Vorgaben

Bezüglich der Teilnehmerzahl bei Beerdigungen, Trauungen oder anderen Gottesdiensten regelt nicht die Kirche die Vorgaben, sondern das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Das Bundesinfektionsgesetz wurde am 22. April geändert und in Folge die Bayerische Infektionsschutzmaßnahmen-Verordnung am 27. April. Die Trauung in Denklingen vom 10. April fällt also nicht unter die neue Regelung.

Zusammenkünfte, die der Religionsausübung dienen – Trauerzeremonien, sowie auch Trauungszeremonien – sind von einer zahlenmäßigen Beschränkung nicht betroffen. In Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstteilnehmerzahl nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Meter zu anderen Plätzen gewahrt wird. In der Denklinger Pfarrkirche finden deshalb 100 Personen Platz. Laut Pfarrer Grimm wurde auf Grund der Anmeldungen zur Hochzeit ein personalisierter Sitzplan erstellt, der im Ernstfall auch der Rückverfolgung der Infektionskette gedient hätte. Selbstverständlich gilt die Maskenpflicht, der Gemeindegesang ist untersagt; zudem liegt ein Schutz- und Hygienekonzept vor.

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