Triebhof: Die Nachbarn sind skeptisch

Die Ausweisung einer Fremdenverkehrseinrichtung am Triebhof und der damit verbundene Nutzungsdruck auf das in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Naturschutzgebiet Seeholz passen nicht zusammen. Das meint jedenfalls der Uttinger Gemeinderat, der befürchtet, das Schutzgebiet könnte Schaden nehmen. Die Empfehlung der Nachbargemeinde Utting an die die Marktgemeinde Dießen lautet deshalb einstimmig, den Flächennutzungsplan (FNP) in einigen Details nochmals zu überarbeiten.

Bürgermeister Josef Lutzenberger (GAL) erinnerte eingangs auch an die Stellungnahme des Holzhauser Vereins „Unser Dorf“ der sich, wie berichtet, bereits mit einer großangelegten Unterschriftenaktion gegen das Vorhaben ausgesprochen hatte. Kritisiert wurde auch, dass die Forderung nach Pufferzonen als Schutz für das Naturschutzgebiet im FNP zwar formuliert wurde, aber im Landschaftsplan nicht umgesetzt worden sei. Auch eine Aussage zur Mindestbreite der Pufferzonen wäre nach Ansicht des Gremiums wünschenswert. Im Uttinger Landschaftsplan sei die naturnahe Entwicklung des Kreutbachs beziehungsweise des Seeholzgrabens, die beide Gemeindegebiete berühren, festgeschrieben. Entsprechende Maßnahmen empfahlen die Uttinger auch im kurzen Bachbereich der an die Dießener Flur grenzt. Diese Maßnahme, so der Vorschlag des Gemeinderats, sollte durch ein entsprechendes Symbol im Landschaftsplan der Marktgemeinde deutlich gemacht werden. Ein deutliches Zeichen gab das Gremium mit der Aussage, dass die Erschließung der Fremdenverkehrseinrichtung keinesfalls über den Kreutweg erfolgen kann. Der Kreutweg ist eine kleine Verbindungsstraße zwischen dem Triebhof und Holzhausen, die auf Anliegerverkehr beschränkt ist. Wie Planerin Ulrike Angerer vom Planungsverband auf Nachfrage von Michael Weber (FW) bestätigte, wäre der Betrieb einer Driving Range für Golfer oder eine Reitanlage in der so genannten Pufferzone durchaus möglich. Sie gelten nicht als Bebauung, sondern als „Nebenanlagen“. Franz Wegele (GAL) kritisierte, dass aus seiner Sicht die Ausweisung für ein Sondergebiet Tourismus mit fast drei Hektar grundsätzlich zu groß gewählt sei. Hinzu kommen fünf Hektar, die als Grünflächen – inklusive Pufferzonen – ausgewiesen werden. Von Angerer hielt dagegen, dass die fast 700 Unterschriften vom Verein „Unser Dorf“ zwar abgewogen werden müssten, die Planungshoheit in solchen Fragen jedoch voll und ganz bei der Gemeinde Dießen liege. Das wusste auch Peter Noll (GAL), der allerdings betonte, dass genauestens darauf geachtet werden müsse, dass die Planung die Infrastruktur und die Seezugänge der Gemeinde Utting nicht über Gebühr belaste. Deshalb sei ihm die ausschließliche Erschließung von der Staatsstraße her besonders wichtig. Aus diesem Grund könne auch die Seeanbindung nicht über den Kreutweg erfolgen, meinte auch Klaus Richter (CSU). In Utting wünsche man sich sanften Tourismus, keinen Massentourismus. Grundsätzlich begrüßte Richter jedoch die Planung, denn dadurch verbessere sich das Angebot in der Region. „Total dagegen“, war Petra Herzog (FW). Es sei keine Lösung von Strukturproblemen, auf Gebieten mit landwirtschaftlicher Nutzung im Außenbereich eine Hotelanlage zu bauen.

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