In kleine Teile zersägt

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Eine Wand und die Decke sind geschafft: 100 Kubikmeter fasste der Wasserbehälter im Turm des Bayertors, der nun Stück für Stück herausgesägt wird. Helmut Maier von den Stadtwerken tippt auf weitere vier Wochen Arbeitszeit.

Landsberg – Gewarnt hatte Helmut Maier, Leiter der Planungsabteilung bei den Stadtwerken, schon im Voraus: „Es ist ziemlich dreckig da oben.“ Durch die Eingangstür unten am Bayertor geht es im Turm nach oben, zuletzt auf einer mit Schlamm bedeckten Leiter durch eine aus der Betondecke herausgeschnittene Luke mitten in den Trinkwasserbehälter hinein. Nach langem Warten ist es endlich soweit: Nachdem er seit 2013 nicht mehr gebraucht wird, kommt der Betonklotz raus.

Die Decke und eine Wand des Wasserbehälters sind schon fast weg: Der zwölf Zentimeter dicke Beton wurde in kleine Teile zersägt und über die herausgeschnittene Luke und eine ausgebaute Dachgaube nach unten transportiert. Fehlen „nur“ noch die drei restlichen Wände, die mit einem Abstand von knapp 20 Zentimetern zu den Turmmauern eingebaut wurden: „Ich schätze mal, das bedeutet noch drei oder eher vier Wochen Arbeit, bis alles draußen ist, also Ende Januar“, sagt Maier.

Immerhin beträgt die Grundfläche des Behälters 31 Quadratmeter, die lichte Höhe liegt bei 3,30 Metern. Die Kosten für den Ausbau tragen allein die Stadtwerke; kalkuliert wird mit 90.000 Euro, die nach Maiers Sicht gut eingehalten werden können. Unterhalb des für Landsbergs Trinkwassersorgung inzwischen nicht mehr nötige Hochbehälters wurde eine provisorische Decke eingezogen und abgedichtet, um den Raum darunter und somit den ganzen Turm vor Wasser und Schmutz zu schützen.

Um doppelt sicher zu gehen, ist auch noch der Boden darunter abgedichtet. Das ganze Unterfangen sei „extrem wasserlastig“, da der Beton nass gesägt werden muss. Der Boden des Behälters wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit aus statischen Gründen im Turm bleiben. „Dieser Boden mit dem Tonnengewölbe darunter könnte aus den 20er oder 30er Jahren sein“, mutmaßt Maier. Die verwendeten Eisenträger sehen anders aus als die an der Holzdecke über dem Behälter, die Maier zeitlich in den 60ern verortet. Allerdings bestehe der Boden aus zwei verschiedenen Betonschichten, weshalb Maier vermutet, dass der Behälter zu Beginn anders aussah („eventuell war vorher was Einfacheres drin“) und erst seit den 60ern in seiner jetzigen Form existiert.

Wann der Wasserbehälter eingebaut und ob er im Lauf der Jahre verändert wurde, ist nicht sicher: Es gibt keine Dokumentation über den Bau, weshalb zu Beginn der Arbeiten erst Mal Probebohrungen genommen wurden, um zu sehen, wie es innen überhaupt aussieht. Dann maßen die Stadtwerke den Tank auf, aber „unser erstes Aufmaß stimmt auch nicht so ganz, das müssen wir nochmal ändern“, gibt Maier zu. Zum Abschluss der Bauarbeiten wird die jetzt noch ziemlich schmale Einstiegsluke vergrößert, damit eine breitere Treppe eingebaut werden kann. Zukünftige Besucher müssen sich also nicht mehr die enge Wendeltreppe nach oben quälen.

Der Wasserbehälter diente dazu, den erforderlichen Druck für die Leitungen in die Stadt herzustellen. Das übernimmt jetzt der Hochbehälter bei Pitzling, der auf ungefähr gleicher Höhe liegt. „Draußen vor dem Bayertor unter den kleinen Hügeln befinden sich die Hochbehälter, in denen das Wasser gespeichert wird“, klärt der Leiter der Planungsabteilung. Und weil die Stadtwerke schon mal dabei sind, testen sie gleich noch etwas aus: In die Leitungen wurde eine kleine Turbine eingebaut: „Vielleicht können wir da noch ein bisschen Strom gewinnen“, lacht Maier.

Susanne Greiner

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