Trostlos, sieglos, hoffnungslos – Wieder ein Null-Punkte-Wochenende – EVL ist damit abgeschlagener Tabellenletzter

Der Sieg gegen Bad Nauheim zuletzt war wohl nur ein kurzes Strohfeuer. Mit einem schweren Rückfall in alte Eishockey-Zeiten steht der EV Landsberg 2000 so schlecht da, wie nie in dieser Saison zuvor. Am letzten Wochenende holte sich die Mannschaft wieder einmal gegen Passau (2:6) und beim EHC Klostersee (2:5) zwei derbe Pleiten ab.

Die Hiobsbotschaften im Laufe der letzten Woche (siehe unten stehenden Bericht) hatte wohl Spuren bei hinterlassen. Der EVL begann unkonzentriert und brachte die Gäste durch zwei Strafzeiten ins Spiel. Gleich mehrfach brannte es vor Varian Kirst lichterloh. Mit viel Glück blieben die Landsberger aber zunächst vom Rückstand verschont. Nach zehn Minuten schepperte es dann doch. Direkt nach einem Bully war die komplette EVL-Verteidigung, inklusive Kirst, im Tiefschlaf versunken, Daniel Bucheli reagierte zuerst und traf zum 0:1. Die Freude der Drei-Flüsse-Städter dauerte allerdings nur ganze 15(!) Sekunden. Als Kopie des ersten Tores schnappte sich dieses Mal Jordie Preston die Scheibe nach einem Bully und beförderte sie zum 1:1 ins Netz. Danach Landsberg endlich im Spiel und mit großen Chancen auf die Führung. Noah Katz hätte eigentlich in der 14. Minute treffen müssen, seinen Versuch aus nächster Nähe kratzte Passau´s Goalie Daniel Huber von der Torlinie. In der gleichen Minute hätte aber auch Alexander Popp freistehend zum 1:2 treffen können. Allerdings wäre dieser Spielstand nach dem ersten Drittel unverdient gewesen, denn der EVL durfte in den letzten Minuten sogar in doppelter Überzahl aufs Eis. Erst wurden die Gäste verwarnt, weil sie sechs Feldspieler auf dem Eis hatten, dann beschwerte sich Coach Klaus Feistl so lange beim Schiedsrichtergespann, bis er ebenfalls zwei Strafminuten dafür kassierte. Clayton Barthel nutzte die Gunst der Stunde und jagte einen Querpass von Patrick Gruber direkt von der blauen Linie in die Maschen zum 2:1 in der 19. Minute. Katastrophen-Pass zum Tor Wer allerdings meinte, der Treffer hätte der Ibelherr-Truppe Sicherheit gegeben, der irrte gewaltig. Bestes Beispiel war ein Katastrophen-Pass von Clayton Barthel direkt auf den Schläger von Daniel Bucheli. Der Passauer stürmer ließ sich nicht zweimal bitten, zog ab und versenkte dann den Nachschuss zum 2:2-Ausgleich in der 24. Minute. Zu diesem Zeitpunkt war Sebastian Wolsch schon nicht mehr dabei. Der EVL-Stürmer musste nach einem harten Check und einem Zusammenprall mit dem Gästegoalie mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Eis. Alleine daran lag es aber nicht, dass beim EVL überhaupt nichts mehr lief. Bei einem weiteren Angriff der Gäste verlor Andreas Widmann ohne Not einen Zweikampf, Bastian Werner kam völlig frei an den Puck und bedankte sich aus kurzer Distanz mit dem 2:3 in der 29. Minute. Zum Drittelende stand es dann sogar 2:5. Erst traf Tim Krymusa erneut direkt nach einem Bullyverlust der Landsberger in der 37. Minute, dann schob Nikolaus Meier dem verdutzten Varian Kirst die Scheibe durch die Schoner in der 40. Minute. Für den Keeper war nach seinem neuerlichen Klops Schluss, Alexander Reichelmeir wurde von Franz-Xaver Ibelherr in den Kasten gestellt. Dem jungen Mann war aber nicht vergönnt an diesem Abend sein Tor sauber zu halten. Mike Muller nahm knapp fünf Minuten vor dem Ende einen Querpass direkt und schickte die Scheibe zum 2:6-Endstand ins Netz. Die ganz schwachen Landsberger hatten nur noch eine Torchance in den letzten 20 Minuten. Alex White traf 90 Sekunden vor Schluss nur den Pfosten. Die EVL-Verantwortlichen reagierten nach der derben Pleite fassungslos. Franz-Xaver Ibelherr war derart bedient, dass er sich bei den Fans persönlich für die Leistung seiner Mannschaft entschuldigte. EVL ersatzgeschwächt Ganz anders dagegen das Spiel beim EHC Klostersee. Die Mannschaft zeigte richtig Biss, obwohl Landsberg, ohne die kranken Daniel Huhn und Andreas Schmelcher und mit den grippegeschwächten Brent Fritz, Andreas Widmann und Ronny Zientek antrat. Der EVL hatte sogar die erste gute Chance im Spiel. Allerdings rettete der Pfosten für den bereits geschlagenen Torhüter Patrick Ashton in der 1. Minute. Auf der anderen Seite Klostersee mit einer guten Möglichkeit, die sie aber nach knapp 15 Minuten kläglich versiebten. Im zweiten Abschnitt begann aber wieder das alte EVL-Leiden. Die Mannschaft kassierte eine Strafzeit nach der anderen – die Grafinger dankten es ihnen mit Gegentoren. Den Anfang machte Florian Saller zum 1:0 in der 24. Minute. Zuvor hatte Alex White allerdings die große Chance die Landsberger Führung in Unterzahl zu machen, traf mit seinem Alleingang aber nur den Pfosten. Auf der Strafbank hatte übrigens Ralph Crisan gesessen, der fünf Minuten später nach einem harten Check komplett vom Eis verwiesen wurde. Diesesmal nutzte Johannes Wieser seine Chance und erhöhte auf 2:0 in der 32. Minute. Allerdings waren sich die Hausherren ihrer Sache wohl zu sicher, denn noch im gleichen Überzahlspiel schlugen die Landsberger zurück. Alex White fuhr mit Daniel Nörenberg einen blitzsauberen Konter und überwand Patrick Ashton per Abstauber zum zwischenzeitlichen 2:1 in der 34. Minute. Weil aber immer noch reihenweise EVL-Spieler auf das Sünderbänkchen wanderten konnte der EHC-Klostersee vor der zweiten Pause den alten Abstand wieder herstellen. Maximilian Kaltenhauser hatte beim 3:1 in der 36. Minute leichtes Spiel, als die Grafinger gleich zwei Mannen mehr auf dem Eis hatten. Allerdings galt der Zorn von Coach Franz-Xaver Ibelherr hier nicht seinem Spieler, sondern dem Denklinger Schiedsrichter Michael-Andre Fröschle. „Das war teilweise parteiisch, was der gepfiffen hat“, erboste sich der Landsberger Übungsleiter. White´s zweites Tor Geschlagen waren die Landsberger allerdings noch nicht: Zehn Minuten vor dem Ende schaffte erneut Alex White das Anschlusstor zum 3:2. Freilich reichten danach aber die Kräfte nicht mehr, um das Spiel zu biegen. Im Gegenteil: Wieder Maximilian Kaltenhauser in der 54. Minute und Florian Saller in der 60. Minute mit einem Schuss ins leere Tor machten den 5:2-Endstand perfekt. Mittlerweile sind es acht Punkte, die der EVL2000 Rückstand auf den vorletzten Platz hat. Und dass sich die Situation bessert, ist eher unwahrscheinlich, zumal der Ibelherr-Truppe ein schweres Wochenende ins Haus steht. Am Freitag, um 20 Uhr gastiert die Überraschung der Saison vom EC Peiting, derzeitiger Zweiter, am Hungerbachweg. Am Sonntag treten die Landsberger dann beim EV Füssen, um 18 Uhr, an.

Auch interessant

Meistgelesen

Umzug startet mit Schreck
Umzug startet mit Schreck
Geister steigen aus dem See
Geister steigen aus dem See
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Passanten retten zwei Frauen aus brennendem Unfallauto
Hoher Schaden, keine Beute
Hoher Schaden, keine Beute

Kommentare