Trostpreis für die "X-Men"

Zwar gewann der X-Press im letzten Heimspiel gegen die Erlangen Sharks haushoch, allerdings fehlten weitere zwei Punkte Unterschied zur Tabellenspitze. Fotos: Krivec

Fünf Sekunden vor Schluss hätte alles perfekt gepasst: 26:14 führte der X-Press gegen den Tabellenführer aus Erlangen, Landsberg war noch einmal in aussichtsreicher Position in Ballbesitz und Dominik Krahn machte sich bereits auf den Weg in die Endzone. Wäre der Ball zu ihm gekommen, hätte das nicht nur Sieg und Tabellenführung, sondern auch den besseren direkten Vergleich gegen die Sharks bedeutet. Doch Quarterback Jason Bertrand, bis dahin einmal mehr herausragend, geriet vor dem Pass unter starke Bedrängnis und die hellwache Verteidigung der Erlanger schnappte sich den Ball.

Mit eben dieser ersten Interception im Spiel stand fest: Den Landsbergern fehlen im direkten Vergleich mit Erlangen zwei Punkte. Hätte man mit 14 Punkten Unterschied gewonnen, hätte der bessere Gesamtscore in der Liga den Ausschlag zugunsten des X-Press gegeben. „Wir hatten es selbst in der Hand“, ärgerte sich Präsident Knut Dins nach der Partie. Zum einen machte man allerdings in einigen Situationen zuviele Fehler, zudem erwies sich die Erlanger Offensive als erwartet schwerer Gegner. Noch unangenehmer war allerdings ein übles Foul eines Verteidigers, der Quarterback Jason Bertrand regelwidrig zweimal am Helmgitter um die eigene Achse drehte. Der Referee ließ jedoch weiterspielen. In die Kategorie „Landsberger Fehler“ gehörte dagegen der erste Touchdown, den die Gastgeber zuließen. Zehn Yards hatten die Sharks im vierten Versuch zu überwinden, das roch nach einem Passspielzug und so fanden sich auch gleich drei Landsberger Verteidiger beim Erlanger Receiver ein. So richtig zuständig fühlte sich dann aber scheinbar niemand, so dass der Angreifer den Ball recht locker herunterpflücken konnte. Wer noch nicht wusste, was eine „Double-Wing-T-Offense“ ist, bekam es an diesem Nachmittag vorgeführt. Massiv schoben die Sharks mit mehreren Spielern immer wieder durch die Mitte, was dahinter mit dem Ball passiert, ist bei dieser Spielweise für die Verteidigung extrem spät zu erkennen. Durch eine Lücke brach der jeweilige Angreifer mit dem Ball dann ein ums andere Mal durch und erzielte zum Leidwesen der X-Men meist deutlichen Raumgewinn. Ausgerechnet, als sich Erlangen mehrmals bis auf wenige Meter an die Endzone herangearbeitet hatte, gelang es dann mit aufopferungsvoller Arbeit aber, alle vier Versuche zu stoppen. Zudem punktete die Offense auch wieder so zuverlässig wie optisch attraktiv: Bertrand lauf- und wurfstark, Schäfer mit Schubkraft, Krahn mit spektakulär gefangenen Touchdown-Pässen – kein Wunder, dass der X-Press über den besten Angriff der gesamten Liga verfügt. Das ist allerdings nur ein Trostpreis, denn sollte Erlangen nicht völlig überraschend im letzten Punktspiel in Bamberg straucheln, bleibt für die Landsberger nur Platz zwei. Damit spielt man im Halbfinale auf jeden Fall auswärts und müsste auch ein eventuelles Finale auf fremdem Platz austragen.

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