20 Straftaten und noch mehr

Der Versuchung immer wieder erlegen - bis zum Knast

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Das war zu viel: Nachdem sie nun auch die Tageskasse eines Landsberger Lokals einsteckte, muss eine 53-jährige Küchenhilfe ins Gefängnis.

Landsberg – Das hat schon was: Nur zwei Tage nach ihrer jüngsten Verurteilung auf Bewährung ist eine 53-Jährige erneut straffällig geworden. Weil die vielfach vorbestrafte Angeklagte offensichtlich die Einnahmen eines Landsberger Lokals klaute, musste sie sich jetzt erneut vor Gericht verantworten. Und landet prompt im Knast – für ein Jahr und zwei Monate.

Die 53-jährige war im März und April vergangenen Jahres als Küchenhilfe angestellt. In diesem Zeitraum verschwanden immer wieder Briefkuverts mit den Einnahmen des Lokals. Schließlich reichte es dem Chef des Betriebs und ließ Anzeige erstatten. Aber wer das Geld gestohlen haben könnte, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ganz klar. „Dass Geld wegkommt passiert bei uns öfter mal. Wir haben sehr viele Arbeitskräfte, das könnte jeder gewesen sein“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin vor Gericht.

Die Buchhalterin des Lokals, die ebenfalls als Zeugin geladen war, konnte jedoch Licht ins Dunkel bringen. Sie habe ausgewertet, welche Mitarbeiter zum Zeitpunkt des Diebstahls Dienst hatten. Der Verdacht fiel auf die Küchenhilfe. Von ihren Vorgesetzten zur Rede gestellt soll sie in einem persönlichen Gespräch und per Whatsapp-Nachricht den Diebstahl zugegeben haben. Dem Angebot der Geschäftsführung, das Geld straffrei zurückzubringen, kam sie nach Aussage der Zeugin aber nicht nach.

Richter Michael Eberle gegenüber gestand die Angeklagte, eines der Briefkuverts mit den Vormittagseinnahmen von 650 Euro gestohlen zu haben. Sie habe das Geld gebraucht, um ihre Mietrückstände zu bezahlen. Da ihr Arbeitgeber ihr eine Wohnung in Landsberg in Aussicht gestellt hatte, habe sie ihre alte gekündigt. Nachdem aus der Wohnungsvermittlung aber doch nichts geworden sei, musste sie Mietrückstände zurückzahlen.

Ein weiteres vermisstes Kuvert mit 1.019 Euro gestohlen zu haben, stritt die Angeklagte jedoch ab. Dem widersprachen weitere Zeugen. Sie berichteten, dass die Angeklagte ihnen von dem Diebstahl erzählt habe.

Staatsanwältin Melanie Ostermeier forderte, auch in Anbetracht des „immensen Vorstrafenregisters“ der Angeklagten, eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten. Anwalt Felix Bredschneijder warf daraufhin ein, seine Mandantin verdiene eine Bewährungsstrafe. Denn die 53-Jährige befindet sich in einer schwierigen Lebenslage. Sie hat seit längerem psychische Probleme sowie Schwierigkeiten mit Drogen- und Alkoholkonsum. Derzeit befindet sie sich aber auf dem Weg der Besserung und absolviere eine Therapie.

Richter Eberle hatte da allerdings nicht viel Hoffnung. „Für eine Bewährung hätte ich Vertrauen haben müssen, dass Sie zukünftig keine weiteren Straftaten begehen“, wendet er sich an die Angeklagte. Das sei nicht der Fall, da sie ja in der Vergangenheit bereits mehrmals rückfällig geworden sei. 20 Straftaten lasten bereits auf ihr. Besonders negativ ins Gewicht gefallen sei, dass sie nur zwei Tage nach ihrer letzten Ver­ur­teilung Geld von ihrem Arbeitgeber gestohlen habe. Die 53-jährige wurde schließlich zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten ohne Bewährung verurteilt. Außerdem muss sie den Geschädigten 1.200 Euro zurückzahlen und die Kosten des Verfahrens tragen.

Sophie Vondung

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