Zu hoch, zu modern?

Trotz Kritik: Planung für Landsberger Schlossbergschule vergeben

Geplanter Neubau Schlossbergschule
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Der geplante moderne Anbau der Schlossbergschule unterbreche Blickbeziehungen, ist Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buchecker überzeugt. Auch eventuelle archäologische Funde könnten die Bauzeit drastisch erhöhen – und die Schuleröffnung verzögern.
  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Wie die Schlossbergschule nach der Sanierung inklusive Anbau aussehen soll, steht seit Monaten fest. Im Februar wurde der Siegerentwurf aus dem Realisierungswettbewerb der Öffentlichkeit präsentiert. Nun stellte ihn Planerin Victoria von Gaudecker offiziell dem Stadtrat vor. Dort wurden auch kritische Stimmen laut. Vor allem der kurz zuvor verabschiedete Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buchecker goss Wasser in den Wein.

Das Preisgericht hatte seinerzeit einstimmig für den Entwurf der Münchener Architektin votiert, auch die Schulleitung hatte sich dafür ausgesprochen. Die Planung war unter 18 Einreichungen die einzige, die den notwendigen Anbau im Norden positionieren und im Süden neue Freiflächen schaffen will.

Das Gebäude orientiert sich nach von Gaudeckers Worten am Grundriss der ehemaligen Burganlage auf dem Schlossberg. Mit geschlämmten Backsteinmauern wird die Ausführung des Neubaus optisch an die Stadtmauer angelehnt. Von einem öffentlichen Rundweg und der geplanten Gartenanlage aus werde man schöne Aussichten auf die Stadt genießen können. „Geschichte soll wieder erlebbar werden“, so die Planerin.

Nach seiner Stellungnahme aus Sicht des Denkmalschutzes befragt, äußerte sich der Noch-Stadtheimatpfleger Fees-Buchecker, dessen Amtszeit am 30. September endet, kritisch über die Planung. Der Anbau werde ein „sehr großer moderner Akzent“ im Stadtbild sein und durch seine Höhe bestehende Blickbeziehungen unterbrechen. Auch wegen der Notwendigkeit archäologischer Grabungen an dem historischen Stadtort warne er vor dem Vorhaben, so Fees-Buchecker.

Die CSU-Fraktion nahm die Steilvorlage bereitwillig an. „Wenn wir zwei, drei Jahre graben, könnte das ein Problem werden“, befand Christian Hettmer (CSU). Und dabei dränge doch die Zeit. „Wir brauchen die Schule schnell“, betonte auch Hettmers Fraktionskollege Harry Reitmeir.

Die Einwendungen des Denkmalschutzes seien dem Preisgericht bewusst und auch allen Stadtratsmitgliedern im Vorfeld zugänglich gewesen, konterte OBin Doris Baumgartl (UBV). Dass vor dem Baubeginn am Schlossberg archäologische Untersuchungen stattfinden müssen, sei von jeher klar gewesen und gelte für das komplette Gelände. „Egal, wo wir am Schlossberg bauen, wir werden immer graben müssen.“ Wie lange das dauert und welche Funde zu erwarten sind, ist offen. Sollte sich allerdings herausstellen, dass man mit dem Gebäude nicht so tief gehen könne wie vorgesehen, lasse sich die Planung anpassen, erklärte von Gaudecker. Baumgartl wies darauf hin, dass bei einem Anbau im Süden die Zeitverzögerung noch größer geworden wäre, weil man vor den Boden­untersuchungen den bestehenden Flachbau hätte abreißen müssen.

Lager der Kaiserlichen

Mit einer Gegenstimme wurde der Auftrag für die Gebäudeplanung und Freiflächengestaltung an das Büro Victoria von Gaudecker Architektur gemeinsam mit Hofstadt Architekten vergeben. Die Planung der Freianlagen ging an das Münchener Büro zaharias landschaftsarchitekten.

Auswirken werden sich die vorgeschalteten archäologischen Grabungsarbeiten übrigens auf das Lagerleben beim Ruethenfest 2023 – das Lager der „Kaiserlichen“ wird von seinem angestammten Platz auf dem Schlossberg in den südlichen Bereich verlegt werden müssen.

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