Handwerk mit Kunst und Kitsch

Landsberger Töpfermarkt: Zufriedenheit und ein klein wenig Kritik

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Fantastische und fantasiereiche Skulpturen präsentierte dieser Stand auf dem Landsberger Töpfermarkt. Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.
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Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.

Landsberg – Getöpfertes und Wasser, das scheint sich anzuziehen: Bilden die Ufer des Ammersees die Kulisse für den Dießener Töpfermarkt, so erstreckt sich auch das Landsberger Pendant entlang eines Gewässers. Trotz launischem Wetter ließ sich vergangenes Wochenende eine zufriedenstellende Besucherschar durch das bunte Angebot an Keramik und Tonwaren des Landsberger Töpfermarktes treiben, begleitet sowohl von einzelnen Regenschauern als auch vom Wasserrauschen der imposanten Lechstaustufe im Rücken. Ein wenig anders als der „große Bruder“ in Dießen kommt der Landsberger Töpfermarkt dann doch daher. Hört man einzelnen Ausstellern zu, dürfte sich alles wieder etwas mehr ums echte Handwerk drehen – und sollten Kunst und Kitsch deutlich weniger dominieren.

Fantastische und fantasiereiche Skulpturen präsentierte dieser Stand auf dem Landsberger Töpfermarkt. Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.

Recht zufrieden sitzt ein Aussteller zwischen seinen Exponaten. Der letzte Regenschauer hat kleine Pfützen in seinen Kunstwerken hinterlassen. Das bringt die farbigen Böden der tief geformten Tonschalen zum Leuchten. Er erfreut sich selbst an diesem Farbenspiel, nimmt lächelnd Worte des Lobes von Besuchern des Marktes entgegen. Die Resonanz sei bisher gut gewesen, sagt er, trotz des miesen Wetters habe er Umsatz gemacht. Bereits zum dritten Mal ist er beim Landsberger Töpfermarkt dabei. Er selbst könne leben mit diesem Crossover unterschiedlichster Ausprägungen hier vor Ort, wo sich vieles nicht klar einordnen lasse, ob es nun die Sparte Kunst, Kitsch oder Handwerk bediene. 

Trotz einiger Wetterkapriolen nutzten viele Besucher die Möglichkeit, entlang der Lechstaustufe durch das bunte Angebot zu flanieren.

Eigentlich, meint er, sei das auch nicht wichtig. „Den Leuten gefällt’s“, hängt er an und das sei ja irgendwie Hauptsache. Dass er sich seine Exponate dennoch auch auf dem Dießener Töpfermarkt vorstellen könne, eingebettet in den dort typischen Kontext, bejaht er. Doch sei eine Anfrage mittlerweile verschwendete Zeit. „Da fehlt mir das Vitamin B!“, sagt er.

Von der Pike auf gelernt

Einen ganz klaren Standpunkt zu einzelnen Teilnehmern des Landsberger Töpfermarkts hat der Aussteller einige Buden weiter. Ihm fehlt es definitiv an Substanz, an der Würdigung des Handwerks. Was vielen bereits als Kunst durchgeht, hat in seinen Augen dort nichts verloren. „Wir sind eines der wenigen Handwerksunternehmen, das noch ausbildet!“, erklärt er. Die hochwertigen Waren, die er und seine Frau am Stand ausstellen, sind durch Meisterhand entstanden; das Wissen und die Fertigkeiten werden von der Pike auf an den Handwerksnachwuchs weitergegeben. Wenn er sich jetzt so umblicke, könne er bisweilen nichts Gleichwertiges hier auf dem Töpfermarkt finden. Auf Nachfrage gibt er zu, auch schon in Dießen ausgestellt zu haben, als einer der ersten seit Gründung des Marktes. Dass Dießen den Weg Richtung Internationale Kunst auf hohem Niveau gegangen ist, kann er ideell schon teilen. Für jemanden wie ihn, der traditionelle, fundierte Handwerkskunst vertritt, ist dennoch Raum damit verloren gegangen.

Vielleicht liegt nun genau darin die Stärke des Landsberger Töpfermarkts, Raum zu schaffen für alle; für Kreative, für Künstler als auch Handwerker, für Kommerz – und eben auch für Kitsch. Den Besuchern jedenfalls scheint es tatsächlich gefallen zu haben, auch das können nicht nur befragte Aussteller bejahen. Eine junge Frau, die sich gerade ein erworbenes Kunstwerk in Papier einwickeln lässt, lacht über die Frage, ob sich hier Kunst und Kitsch ein Gemetzel liefern. „Nein“, sagt sie, „im Gegenteil. Der Stadt tut das gut!“ In ihren Augen sei es an der Zeit, der „bedeutungsschwangeren Kulturszene vor Ort auch einmal etwas Leichtes entgegenzusetzen“.

Regine Pätz

Rubriklistenbild: © Pätz

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