Die Turnmatte als Showbühne – 29. Bayerisches Turnerjugendtreffen in Landsberg

Mit leuchtenden Augen erzählen Verena Engelbrecht und Vanessa Schuster, beide vom Turnverein Augsburg, von den letzten zwei Tagen in Landsberg. Die 16-Jährigen sind zwei von rund 1200 Teilnehmern des 29. Bayerischen Turnerjugendtreffens, das am vergangenen Wochenende in der Lechstadt zu Gast war. Jetzt sind die Turnerinnen besonders aufgeregt und die 39,80 – ihre Wertung – schwirrt ihnen im Kopf herum, denn gleich beginnt die Siegerehrung im Sportzentrum.

Verenas und Vanessas Hoffnungen auf den ersten Platz sollten sich später im Sportzentrum erfüllen. Ihre Mannschaft siegte in der Wettkampfklasse TGM Jugend mit den vier Disziplinen Turnen, Tanzen, Gymnastik und Laufen. Wie gut sie sich bewegen können, zeigte die achtköpfige Mädchengruppe aus Augsburg mit einer Vorführung. Dabei kam ein traditionelles Gerät wieder zum Einsatz, das heute eher selten benutzt wird – der Reifen. Grazil und sehr synchron wirbelten die Augsburgerinnen damit herum. Lebendige und originelle Tanz- und Turneinlagen präsentierten bei der Siegerehrung auch viele weitere Gruppen, wodurch der Abend im Sportzentrum Showcharakter bekam. Sogar Live-Gesang kam auf die Turnmatte. Die Stimmung war daher nicht nur auf den Siegerkästen, die passend zum Sport als Podeste dienten, sehr gut. Bei der Vielzahl der Teilnehmer standen manchmal mehr als 30 Turner dort oben und ließen sich bejubeln. Vielseitige Disziplinen Vorher waren sie bei der TGM, der Turner-Gruppen-Meisterschaft, der TGW (Turn-Gruppen-Wettkampf) und beim Turnerjugend-Vierkampf gegen- einander angetreten. Auch Schwimmen und Mini-Trampolin-Springen stand auf dem vielseitigen Sportprogramm. Organisiert hat die Großveranstaltung der TSV Landsberg, hauptsächlich die Abteilung Turnen. Dessen Jugendleiterin Brigitte Heinz war die Verantwortliche. Etwa ein halbes Jahr vorher begann sie mit den Vorbereitungen. Am Samstagabend lief sie zur Hochform auf und koordinierte die anderen TSVler, damit auch die Abschlussveranstaltung ein Erfolg wird. Mitgeholfen haben auch die Mädchen der TSV-Tanzgruppe Bootylicious. In Schichten wurden sie eingeteilt – zum Beispiel beim Kuchen verkaufen oder zum Servieren beim Empfang der Ehrengäste in der Wandelhalle. „Wir schlafen schon fast hier“, erzählt die 21-jährige Lydia Dittlein schmunzelnd von dem, was sie hier leisten. Gut geplant werden musste vor allem die Unterbringung der Sportler und ihrer Betreuer aus ganz Bayern. Im Dominikus-Zimmermann-Gymnasium und der Johann-Winklhofer-Realschule fanden sich geeignete Räume. Wie Andreas Bender, der Vorsitzende der Bayerischen Turnerjugend erklärte, sei es nicht leicht für das jährliche Turnerjugendtreffen einen Ausrichter zu finden. Der Aufwand schrecke viele ab. Mit Landsberg ist der Verband voll zufrieden -– besonders was die Verpflegung betrifft. „Sogar heute am Feiertag gab’s frische Semmeln für uns!“, so Bender. Dass viele turnende Vereine aus dem Allgäu und dem Großraum München kommen, sprach ebenfalls für die Lechstadt als Standort. Nächstes Jahr trifft sich die Turnerjugend übrigens in Eggenfelden. Über die Gäste wiederum freute sich Oberbürgermeister Ingo Lehmann und betonte: „Wir verstehen uns als Sportstadt.“ Die Stadt stellte die Sportanlagen für die Wettkämpfe bereit. 56 Vereine und 80 Gruppen ist die Bilanz des Wettkampftreffens. Ein bisschen schade war es dann schon, bei all den Turnbegeisterten, dass der TSV Landsberg keine teilnehmende Mannschaft stellte. Es fehlte an einer geeigneten Gruppe. Um Teilnehmer vorzubereiten, hätten sie zu wenig Zeit gehabt, weiß Organisatorin Heinz. „Aus is und gar is und schad is dass wahr is...“ heißt es in der „ÄktschnPress“, dem Magazin der Bayerischen Turnerjugend, das am Sonntag druckfrisch über das Geschehene informierte. Ganz sportlich nach dem Motto „Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf“ denken die Turner dort schon an das Jubiläumstreffen im nächsten Jahr. Vielleicht sind dann ja auch Landsberger dabei.

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