"Jetzt wuppen wir den Laden"

Mit CSU und UBV: Thomas Salzberger (SPD) will Kauferinger Bürgermeister werden

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Jetzt ist es offiziell: Thomas Salzberger (2. von rechts) ist Bürgermeisterkandidat der Kauferinger SPD. Sascha Kenzler (links) von der UBV und Meinrad Mayrock (rechts) von der CSU sicherten die Unterstützung ihrer Fraktionen zu. Die des SPD- Unterbezirksvorsitzenden Markus Wasserle ist ihm ebenfalls sicher.

Kaufering – Thomas Salzber­ger ist von der Kauferinger Orts-SPD einstimmig zum Bürgermeisterkandidaten gekürt worden. Die CSU hatte bereits im Vorfeld angekündigt, den 53-Jährigen zu unterstützen und auf einen eigenen Kandidaten zu verzichten. Am Nominierungsabend stellte sich auch die UBV ganz offiziell hinter Salzberger.

„Ich denke, wir werden einen besonderen Abend haben“, kündigte SPD-Ortsvorsitzender Michael Gröger zu Beginn der Versammlung im voll besetzten Saal des Gasthauses Zur Brücke an. Neben 18 wahlberechtigten Mitgliedern waren auch etliche Gäste erschienen, darunter Landsbergs Ex-OB Ingo Lehmann, der Vorsitzende des Kauferinger Seniorenbeirats Dr. Börries Graf zu Castell, Meinrad Mayrock von der Orts-CSU, Sascha Kenzler von der UBV und weitere Marktgemeinderäte. Als Sitzungsleiter fungierte der Vilgertshofener Bürgermeister Albert Thurner, der darauf hofft, nach dem Kauferinger Wahltag nicht mehr der einzige SPD-Rathauschef im Landkreis zu sein.

Für Salzberger ist es der vierte Anlauf aufs Bürgermeisteramt. Beim letzten Mal scheiterte er in der Stichwahl nur knapp. Deshalb hätten viele Kauferinger ihn ermutigt, noch einmal anzutreten, so der Verwaltungsfachmann, der - wie er berichtete - vor wenigen Tagen die Prüfung für den gehobenen Dienst bestanden hat.

Salzberger, gebürtig aus Plattling in Niederbayern, lebt seit 28 Jahren in Kaufering und sitzt seit 2008 im Marktgemeinderat. Beruflich ist der Vater dreier Kinder bei der Stadt Landsberg beschäftigt, wo er die Vergabestelle leitet. Zuvor war er unter anderem in den Bereichen Beschaffung, Finanz-, Kassen- und Personalwesen bei der Stadt München tätig.

„Ich möchte Kaufering helfen, deshalb trete ich nochmal an“, sagte Salzberger in seiner Bewerbungsrede. Zu seinen Zielen zählen die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für junge Leute, Ältere und Familien, eine weiterhin schwarze Null bei der Nahwärmeversorgung und Maßnahmen zum Klimaschutz unter Einbindung der engagierten Jugend. Er will den barrierefreien Umbau des Kauferinger Bahnhofs vorantreiben, der von der Deutschen Bahn zuletzt von 2021 auf 2023 verschoben worden war. „Wir bleiben so lange dran, bis das gemacht ist“, versprach Salzberger. Außerdem will er darauf drängen, dass der Landkreis ein Parkhaus im Süden des Bahnhofs baut.

In der Verwaltung will der 53-Jährige Wirtschaftlichkeit, Effektivität und Transparenz umsetzen. Um Kaufering als Wirtschaftsstandort zu stärken und Arbeitsplätze am Ort zu halten, sei eine gute Zusammenarbeit mit den ansässigen Firmen notwendig. Im Gemeinderat setzt Salzberger auf überparteilichen Konsens. „Politik ist wie Fußball, man muss zusammenspielen“, sagte der langjährige VfL-Trainer und -Jugendwart in Anspielung auf eines seiner großen Hobbys.

Auf Gemeinsamkeit setzen auch CSU und UBV. CSU-Vertreter Meinrad Mayrock hofft bei Salzberger auf Führungskompetenz, die bei den letzten Bürgermeistern „mangelhaft“ gewesen sei. Es mache keine Sinn, Themen auf die Tagesordnung des Gemeinderats zu setzen, ohne vorher in Gesprächen die Mehrheitsverhältnisse auszuloten. Genau das sei aber zuletzt häufig der Fall gewesen. „Ich denke, bei Thomas wird es anders.“

Auch UBV-Fraktionssprecher Sascha Kenzler geht davon aus, dass ein Bürgermeister Salzberger die Ausschussarbeit intensiver nutzen und qualitativ bessere Beschlussunterlagen vorlegen werde. „Er hat sie oft angefordert - demnächst kann er sie anordnen“, so Kenzlers Hoffnung. Markus Wasserle, in Doppelfunktion als SPD-Unterbezirksvorsitzender und Kauferinger Bürger anwesend, kann sich nach eigener Aussage keinen besseren Kandidaten vorstellen. „Kaufering braucht dich.“

Die 18 stimmberechtigten SPD-Mitglieder sahen das genauso und votierten einstimmig für Salzbergers Nominierung. Der zeigte sich, vor allem von der Unterstützung durch die anderen Fraktionen, „geplättet“ und optimistisch. „Jetzt wuppen wir den Laden, oder?“

Ulrike Osman

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