Leonhardi-Ritt in Utting

150 Reiter und 14 Gespanne

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Eine Augenweide: Hoch zu Roß im schicken Dirndl genossen diese beiden Teilnehmerinnen den Uttinger Leonhardi-Ritt bei herrlichem Wetter. Foto: Roettig

Utting – Trotz kalendarischem Herbst hat die Sommersonne noch eine Ehrenrunde über Utting gedreht, als 150 Reiter und 14 Pferdegespanne die St. Leonhard-Kirche dreimal umritten bwz. umfuhren. Der Wettergott meinte es mit über 20 Grad gut mit dem urbayerischen Spektakel zu Ehren des Vieh- und Rosspatrons St. Leonhard. Wenn man einer alten Bauernregel glauben will, bleibt es noch viele Wochen schön: „Wie’s Wetter an Leonhardi is, bleibt’s bis Weihnachten g’wiß.“

Seit 1982 hält der Uttinger Leonhardi-Verein mit seinem rührigen Vorstand Michael Bauer die Tradition aufrecht, die an den im sechsten Jahrhundert gestorbenen Leonhard von Limoges erinnert. Er galt erst als Schutzpatron und Fürsprecher der Gefangenen, später als „Bauernherrgott“ für alle Belange des bäuerlichen Lebens sowie für Hornvieh und Rösser. Landwirte und Fuhrmannsleute riefen ihn an und baten um Schutz für ihre unentbehrlichen Last- und Arbeitstiere. Ein Spruch aus dieser Zeit: „Nach der Arbeit Schwere, an Leonhardi die Rösser ehre“.

Sonniger Leonhardi-Ritt in Utting

Diese „Ehre“ begann zunächst mit einem Festgottesdienst in St. Leonhard an der Dießener Straße mit Monsignore Heinrich Weiß und Kaplan Christian Wolf. Sie plazierten sich dann zu den Klängen des Schülerblasorchesters St. Ottilien auf einem weißblauen Podest hinter der Kirche, wo sie die Rösser bei ihrem dreimaligen Umritt mit Weihwasser und Weihrauch segneten. Die Pferde waren auf Hochglanz gestriegelt und festlich herausgeputzt worden. Viele Reiterinnen, Reiter, Kutscher und Gespannlenker zeigten sich in Dirndl und Tracht, um dem Festtag der Pferde das würdige bayerische Ambiente zu verleihen. Michael Bauer fungierte als fachkundiger Moderator und stellte den über tausend Schaulustigen die einzelnen Gruppen und Gespanne vor. Interessant für sie zu hören, warum die 1712 fertiggestellte St. Leonhard-Kirche auf gleicher Höhe zwei Eingänge hat: Bei den ersten Uttinger Leonhardi-Feiern ab 1780 ritten die Teilnehmer nämlich quer durch die Kirche.

Nach dem Vorreiter mit dem Kreuz eröffneten der Leonhardi-Verein Utting und der Patenverein Burggen mit ihren Standarten den Zug. Reitergruppen aus Achselschwang und den Landkreisen Landsberg und Weilheim präsentierten ihre Rösser zwischen den Motivwagen. Wie jedes Jahr wurde vor allem die St. Leonhard-Kirche im Miniformat bestaunt, als sie die Originalkirche umrundete.

Beifall gab es auch für „Die Vertreibung aus dem Paradies“, „Erntedank“ oder „Petrus verleugnet den Herrn“. Von der Ehrenkutsche aus winkten die Geistlichkeit und Uttings Bürgermeister Josef Lutzenberger den begeisterten „Zaungästen“ zu. Den Abschluss des Leonhardi-Festes bildete eine zünftige Brotzeit in der Reithalle Sedlmeir, wo Reiter, örtliche Honoratioren und Gäste den Nachmittag ausklingen ließen.

Der Uttinger Leonhardi-Ritt am Ammersee-Westufer gehört übrigens neben Bad Tölz, Kreuth, Warnau oder Fürstenfeldbruck zu den großen Umritten und wird wegen seiner ideenreichen Motivwagen weithin gerühmt.

Dieter Roettig

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