Jetzt auch noch Lärm!

Übergabeschacht führt zu Gestank und Lärm im Kauferinger Wörnitzweg

Erst Gestank, jetzt auch noch Lärm im Wörnitzweg: Ein paar Meter entfernt vom ersten Schacht ist ein neuer gebaut worden.
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Erst Gestank, jetzt auch noch Lärm im Wörnitzweg: Ein paar Meter entfernt vom ersten Schacht ist ein neuer gebaut worden.

Kaufering – Aus einem Gulli im Wörnitzweg stinkt es. Schon lange. Jetzt haben die Anwohner auch noch mit Lärm zu kämpfen. Ein Übergabeschacht des Iglinger Abwassers in das Kauferinger Kanalystem ist Ursache für die Probleme, die offenbar nur schwer in den Griff zu bekommen sind. 

Das Problem bestehe schon seit 25 Jahren, meint Klaus Frösel, Anwohner des Wörnitzweges, der das Thema im Rahmen des Tagesordnungspunktes „Anfragen der Bürger“ auf der letzten Marktgemeinderatssitzung auf den Tisch bringt. Und im Namen aller betroffenen Anwohner die „große Bitte“ an den Marktgemeinderat und Kauferings Bürgermeister Thomas Salzberger richtet, an „uns Bürger“ zu denken und das Problem konkret in Angriff zu nehmen.

In der Abwasserdruckleitung, die von Igling nach Kaufering führt, sammelt sich Schwefelwasserstoff an – der bekanntlich unangenehm nach verfaulten Eiern stinkt. Je nach Wetterlage und Wärme riecht es mal mehr, mal weniger. Die Gemeinde Igling versuchte in der Vergangenheit schon so einiges, um das Problem, „eine ewig lange Geschichte“, so Erster Bürgermeister Günter Först, einzudämmen.

Man habe die gesamte Situation durch ein Planungsbüro überprüfen und eine Studie dazu erstellen lassen. Seit Juli vergangenen Jahres sei mit dem Zusatzmittel Nutriox gearbeitet worden – eine Calcium-Nitrat-Verbindung, die den Säuregehalt des Wassers verändere und das Wachstum der für die Entstehung von Schwefelwasserstoff verantwortlichen Fäulnisbakterien hemmen soll. Nach anfänglicher Probephase habe man eine vernünftige Dosierung hinbekommen. Der Einsatz sei schließlich ein Erfolg gewesen und der Geruch weniger geworden, „ging fast bis auf Null“, so Först. Auch die Anwohner im Wörnitzweg seien „ganz zufrieden“ gewesen.

Neuer Schacht nebenan

Dennoch sollte der bestehende Schacht ausgetauscht werden. „Schließlich ist der Einsatz von Nutriox ja auch eine Kostenfrage“, sagt Wörst. Mit einem neuen Schacht habe man das Mittel daher reduzieren oder ganz ausschalten wollen. Aus technischen Gründen sei ein Austausch jedoch an dieser Stelle nicht möglich gewesen. Stattdessen habe man sich entschlossen, daneben, in ein paar Meter Entfernung, einen neuen Schacht zu bauen. Seitdem gebe es jeodch neben dem Geruchs- auch noch ein Lärmproblem, meint Klaus Frösel. Das sei immer dann da, wenn in Igling der Druckausgleich gemacht – also das Abwasser stoßweise in den Kauferinger Kanal gelassen werde. Und das könne auch nachts passieren, so Frösel.

Wir sind uns der Problematik bewusst“, sagt Thomas Salz­berger noch während der Gemeinderatssitzung und verspricht, das Thema mit der Gemeinde Igling anzugehen. Das Gespräch mit Erstem Bürgermeister Günter Först habe gleich am Folgetag stattgefunden, bestätigt Salzberger auf Anfrage des KREISBOTEN.

Hier habe man zum einen vereinbart, dass Proben des Kanalwassers auf seine Inhaltsstoffe vorgenommen werden sollen. Zum anderen habe man die Übereinkunft getroffen, dass die Lärmproblematik noch bis Ende des Jahres behoben werden solle. Das habe man auch schon in der letzten Anwohnerversammlung im September ausgemacht und kommuniziert, bestätigt Först. „Diesen Zeitraum für den Rückbau des Schachts werden wir meiner Meinung auch hinbekommen“, sagt er. Dafür habe man auch schon ein Ingenieurbüro mit den nötigen Vorbereitungen beauftragt.

500 Meter weiter weg?

Wenn alles keinen Erfolg habe, gebe es nur noch eine letzte und damit die größte Maßnahme. Und zwar eine langfristige Lösung außerhalb der Gemeinde Kauferings. Problemversursacher sei ja der letzte Schacht der Iglinger Kanalleitung auf Kauferinger Seite, so Först. Daher sehe diese Maßnahme vor, dass „wir den Schacht aus der Siedlung herausholen und nach außerhalb, etwa 500 Meter weiter Richtung Igling platzieren.“ Das müsse jedoch alles zunächst planerisch geklärt werden.

Die Umlegung des Kanals solle in diesem Fall an einer Stelle erfolgen, wo das Abwasser in einem vernünftigen Eigengefälle Richtung Kaufering fließen könne, sagt Först. Und dorthin, wo es wirklich niemanden störe. Denn sonst würden sich ja wieder andere betroffene Bürger beschweren.

Mit den Anwohnern des Wörnitzweges möchte man sich zunächst aber im kommenden Frühjahr wieder in einer Anliegerversammlung zusammenfinden, um sie zu informieren und weitere Vorhaben zu besprechen.
Andrea Schmelzle

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