Überraschende Heimniederlage

Kein guter Tag für TSV-Keeper Tobias Heiland: Hier wird er von Sonthofens Felix Thum zum 1:0 überwunden Foto: Krivec

Über das dritte Gegentor kann man wohl diskutieren: Sonthofens Gökhan Tastan durfte sich nach 56 Minuten bis an die Torauslinie in der Nähe der Eckfahne durchtanzen und von dort flanken. Tastan traf dabei noch den Fuß von TSV-Verteidiger Sebastian Nichelmann und konnte zusehen, wie sich der Ball über Landsbergs Torwart Tobias Heiland ins Tor senkte. Haltbar? Diese Frage sorgte unter den knapp 200 Zuschauern im Hacker-Sportpark noch länger für Diskussionen. Unstrittig war dage­- gen schon zuvor, dass Heiland einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte.

Noch keine drei Minuten waren gespielt, als Penz für die Gäste – sie hatten bis dato auswärts erst einen Sieg ergattert – aus knapp 40 Metern den Ball einfach mal Richtung Landsberger Tor schlug. Heiland ließ die Kugel unbedrängt fallen – zur Überraschung aller außer Sonthofens Dennis Marquardt. Der stand parat und sonst weit und breit niemand: 0:1. Auch beim 0:2 (12.) machte Heiland keine gute Figur. Bei einem Freistoß aus 40 Metern nahm er nur den halben Weg aus dem Tor, blieb dann stehen und musste zusehen, wie der lange Verteidiger Benjamin Müller den Ball über ihn zum nächsten Treffer für die Gäste köpfte. Team-Auszeit Doch auch wenn Heiland bei den Gegentreffern nicht gut aussah, lässt sich die Niederlage nicht an ihm alleine festmachen. Ein großer Teil der Landsberger Mannschaft hatte an diesem Tag eine fußballerische Auszeit genommen. Zwischen der 30. und der 50. Minute beherrschte man den Gegner klar, das reichte allerdings nicht zum Sieg gegen die Allgäuer. Spielertrainer Sven Kresin hatte zur Überraschung aller nach seiner Verletzung als Rechtsaußen begonnen, löste dann aber nach dem 0:2 doch den unglücklich agierenden Benjamin Hauke in der Innenverteidigung ab – der versuchte sich fortan als „Sechser“. Von Erfolg war das nicht gekrönt: Offensichtlich verunsichert, leistete sich der Neuzugang einige weitere Fehler und wurde von einzelnen Landsberger Zuschauern daraufhin sogar lautstark beschimpft. Vor Hauke spielte Mario Michelini, der vor allem in der Spiel­eröffnung ebenfalls nicht seinen stärksten Tag erwischt hatte. Nach knapp 84 Minuten – die Partie war längst entschieden – brach bei ihm dann offenbar der Frust durch: Nach seiner unbeherrschten Aktion gegen seinen Gegenspieler – es war bereits abgepfiffen – musste er mit einer unstrittigen Roten Karte vom Platz. Aber auch seine Teamkollegen machten es an diesem Tag nicht wesentlich besser. Sebastian Bonfert agierte oft zu umständlich, schloss allerdings die Chance zum 1:2 aus 14 Metern in der 28. Minute aus der Drehung direkt und überlegt ab. Arek Wochnik lieferte auf der linken Abwehrseite eine saubere Partie ab. Positiv ragte Muriz Salemovic heraus. Der Spielmacher, dem oft ein gewisses Phlegma vorgeworfen wird, war an jeder nennenswerten Landsberger Offensiv-Aktion maßgeblich be­teiligt. Das Tor durch Bonfert hatte er mustergültig von links im Strafraum aufgelegt, sieben Minuten vor der Pause spielte er Sebastian Spreitzer am Fünf-Meter-Raum vor dem leeren Tor frei – der brachte allerdings den Ball nicht unter Kontrolle. Auch nach 53 Minuten war es Salemovic, der erneut von rechts auf Spreitzer flankte, doch dessen Kopfball ging weit über das gegnerische Tor. Nach dieser überraschenden Niederlage liegt der TSV Landsberg nur noch auf Platz acht der Landesliga. Am Samstag muss man in Gundelfingen antreten, am 22. Oktober kann man dann gegen Durach zuhause Wiedergutmachung betreiben – dann allerdings überraschend wieder im Sportzentrum. Das Heimspiel am 29. Oktober soll aber wie angekündigt im Hacker-Sport-Park stattfinden.

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