Überraschung in Rosenheim – EV Landsberg 2000 siegt gegen Starbulls Rosenheim, aber Klatsche gegen Halle

n den letzten Sonntag werden sich die Fans der Starbulls Rosenheim noch lange erinnern: Es war eigentlich nur eine Frage der Höhe, wie man den EV Landsberg 2000 aus dem Kathrein-Stadion fegt. Stattdessen setzte es von den Lechstädter ein derbes 3:1 gegen die Rosenheimer. Es war zugleich die Wiedergutmachung für den schwachen Auftritt der Landsberger beim 1:5 gegen Halle.

Drei Siege in Folge (zuletzt 4:3 gegen Passau) brachten die Landsberger mit in die Partie gegen die Saale Bulls. Der EVL begann gut und mit einer Großchance zur Führung. Thorsten Rau hatte nach einem Querpass die Scheibe bereits an Gäste-GoalieNorbert Paschka vorbeigelegt, kam aber nicht mehr sie heran (in der 3. Minute). Wenig später scheiterte Alex White mit einem Solo. Stattdessen gingen die Hallenser mit ihrem ersten Powerplay in Führung. Nach einem feinen Querpass stand Jedrzej Kasperczyk am rechten Pfosten richtig und markierte das 0:1 in der 5. Minute. Der EVL blieb zwar weiter am Drücker, hatte aber auch Glück, als Peter Holmgren in höchster Not gegen Janne Kujala retten musste in der 19. Minute. Auch auf Clayton Barthel war wieder einmal Verlass. Kurz nach Wiederbeginn reagierte der kanadische Verteidiger auf einen Abpraller am schnellsten und zimmerte den Puck zum 1:1 in der 21. Minute ins Kreuzeck. Danach brachen die Landsberger aber völlig ein. Zumal auch die Gäste aus Sachsen-Anhalt mit blitzschnellen Angriffen stets gefährlich blieben. Vor allem in der Mitte des zweiten Abschnitts schnürten die Saale Bulls die Hausherren regelrecht in der Verteidigung ein. Dazu kam noch ein Lapsus von Patrick Gruber in der 34. Minute. An der eigenen blauen Linie verlor er unbedrängt die Scheibe an Janne Kujala und der Finne besorgte die 1:2-Führung für Halle. Wenig später legte die Mannschaft von Jiri Otoupalik noch einen drauf. Jedrzej Kasperczyk nahm einen Abpraller am rechten Bullykreis direkt und überwand damit Peter Holmgren zum 1:3 in der 36. Minute. Die Führung ging nach 40 Minuten in Ordnung, weil Paul Caponigri nach einem feinen Solo das zwischenzeitliche 2:1 vergeigte und Thorsten Rau in Überzahl völlig frei das Tor nicht traf in der 39. Minute. Die endgültige Entscheidung fiel in der 47. Minute. Jan Fadrny bekam einen langen Pass an die blaue Linie serviert, lief alleine auf Holmgren zu und schob ein zum 1:4. Der gleiche Spieler erzielte auch fünf Minuten vor dem Ende unbedrängt den 1:5-Endstand. Mit dieser Klatsche ging es nach Rosenheim. Und es schien so weiterzugehen, wie es für den EVL aufgehört hatte. Die Starbulls machten Druck und deckten Peter Holmgren nur so mit Schüssen ein. Der Deutsch-Schwede meisterte die Situationen aber glänzend und hielt seinen Kasten sauber. Ganz im Gegensatz zu seinem Gegenüber Claus Dalpiaz. Der musste den ersten Torschuss der Landsberger überhaupt zum 0:1 in der 8. Minute passieren lassen. Jordie Preston hatte kurz hinter der blauen Linie von der linken Seite abgezogen und hatte Glück, dass der Schuss noch abgefälscht war. Rosenheim blieb aber spielbestimmend und kamen schließlich auch verdient zum Ausgleich. 48 Sekunden vor Drittelende bugsierte Matthias Hart die Scheibe in Überzahl zum 1:1 ins Tornetz. Das war allerdings schon alles, was von den Hausherren in diesem Spiel zu sehen war. Der EVL kam im zweiten Abschnitt immer besser ins Spiel und stand vor allem in der Abwehr bombensicher. Auch im Spiel nach vorne trauten sich die Mannen von Franz-Xaver Ibelherr immer mehr zu. Logische Konsequenz, die 1:2-Führung nach knapp 35 Minuten. Paul Caponigri spielte einen Traumpass hinter dem Tor auf Sebastian Wolsch und der versenkte direkt. Thorsten Rau hatte wenig später sogar noch das 1:3 auf dem Schläger, schaffte aber das Kunststück am rechten Pfosten das leere Tor nicht zu treffen. Trotzdem geriet der Sieg des EVL2000 nicht mehr in Gefahr. Rosenheim wurde immer unsicherer, das Pfeifkonzert der eigenen Fans immer lauter. So musste SBR-Coach Franz Steer am Ende alles riskieren und nahm seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Doch der Schuss ging ordentlich nach hinten los – Alex White besorgte mit einem Treffer ins leere Tor eine Sekunde vor der Schlusssirene den 1:3-Endstand. Respekt gefordert „Die Stimmung im Bus ist natürlich gut“, ließ Franz-Xaver Ibelherr auf der Heimfahrt ausrichten. Ihm selbst wird der Sieg bei den Starbulls natürlich besonders gut tun. Nach dem Passau-Spiel hatte er noch Respekt von seinen Kritikern gefordert. Auch wenn Vorstand Jochen Mörz unmittelbar danach etwas verschnupft reagiert hat, „das Thema hat sich mit dem Sieg in Rosenheim erledigt“, erklärt EVL-Chefin Karin Federl. Nun gilt die Konzentration allerdings schon den nächsten Aufgaben. Am Freitag kommt Leipzig um 20 Uhr an den Hungerbachweg, am Sonntag geht es zum Derby nach Kaufbeuren. Dort waren die Landsberger Kufencracks bereits am Montag zu einer Brauereibesichtigung beim Sponsor Aktien. Bleibt nur zu hoffen, dass die Spieler dort nicht zu tief ins Glas schauen...

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