Überstunden bringen Punkte – Siegreiches Wochendende für EV Landsberg 2000

Besser konnte das Wochenende für den EV Landsberg2000 gar nicht laufen. Zwei Spiele – zwei Siege, das ist die stolze Bilanz aus den Partien gegen den TEV Miesbach (5:4) und dem EHC Klostersee (2:1). Doch anstatt der fälligen sechs Punkte gab es nur vier, weil die Landsberger jeweils in die Overtime mussten.

Selten kommt es vor, dass der EVL in dieser Saison als Favorit in ein Oberligaspiel geht. Gegen Schlusslicht TEV Miesbach war es aber so weit. Allerdings war von der vermeintlichen Überlegenheit herzlich wenig zu sehen. Die einzige Chance in den ersten Minuten verstolperte Markus Rohde in der 5. Minute bei einem Alleingang. Auch danach gelang den Hausherren bei ihren Offensiv-Bemühungen recht wenig. Als die Partie bereits zur Begegnung zwischen Not und Elend zu verkommen drohte, schlug der EVL doch noch zu. Sebastian Wolsch lief einen Konter über rechts, legte quer und Dominik Nörenberg versenkte sieben Sekunden vor der Pausensirene zum 1:0. Allerdings wurde das Landsberger Spiel dadurch auch nicht besser. Im Gegenteil, die Schlafmützigkeit in der Abwehr wurde nach knapp 26 Minuten böse bestraft. Nach einem Bullyverlust stand Andrew Schembri plötzlich frei vor EVL-Goalie Peter Holmgren, Der Miesbacher Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und besorgte den 1:1-Ausgleich. Lediglich einer gehörigen Portion Dusel war es zu verdanken, dass die Landsberger wieder in Führung gingen. Einen eher harmlosen Schlenzer von Jordie Preston ließ TEV-Torwart Florian Lachauer zum 2:1 passieren (in der 29. Minute). Zehn Minuten später skandierten die 538 EVL-Fans aber dann "Aufhören, aufhören". Binnen 75 Sekunden drehten die Gäste das Spiel komplett und gingen mit 3:2 in Führung. Erst durfte Andreas Veicht gleich zweimal zum Ausgleich nachschießen in der 37. Minute, dann nutzte Peter Meier einen Riesenbock von Paul Caponigri und schoss am kurzen Pfosten in der 39. Minute ein. Außerdem hatten die Miesbacher bei einem Pfostenschuss später noch Pech. Caponigri machte seinen Fehler aber zu Beginn des letzten Abschnitts wieder gut. Nach einem Abspielfehler von Florian Lachauer wurde er von Markus Rohde mustergültig bedient und der US-Amerikaner hatte bei seinem 3:3 in der 42. Minute aus nächster Nähe wenig Mühe. Auch sonst schien die Kabinenansprache und die Reihenänderungen von Franz-Xaver Ibelherr zu wirken. Der EVL machte jetzt mehr Druck auf den Kasten der Miesbacher. Trotzdem musste in der 52. Minute nach einem Schuss von Sebastian Deml wieder der Pfosten retten. Dennoch blieben die Gastgeber am Drücker und gingen wieder in Führung. Einen Schuss von Alex White konnte TEV-Torwart Lachauer nicht festhalten und der zuvor schwache Jordie Preston besorgte mit einem Rückhandabstauber zwei Minuten vor Schluss die 4:3-Führung. Der Jubel über den in greifbare Nähe gerückten Sieg kam aber zu früh. Miesbach nahm den Torhüter heraus, Landsbergs Abwehr wieder mal nicht im Bilde und Sebastian Deml schaffte mit einem Direktschuss den 4:4-Ausgleich (60.). Dass es dennoch zum EVL-Sieg reichte hatten die Landsberger Peter Westerkamp und Clayton Barthel zu verdanken. Westerkamp bekam kurz vor Ende der regulären Spielzeit eine Strafe aufgebrummt und Clayton Barthel nutzte die Überzahl in der Verlängerung mit einem Schlagschuss unter die Latte zum 5:4-Endstand. Heiße Schlussphase Während die Fans trotz des laschen EVL-Auftritts immerhin neun Treffer geboten bekamen, hätte es in Klostersee gereicht, wenn sie erst zu den letzten zehn Minuten gekommen wären. Zuvor passierte auf beiden Seiten nichts – trotz genügend Torchancen. Allein im ersten Drittel hatten die Landsberger gleich mehrfach den Torschrei auf den Lippen. Doch ECHK-Keeper Florian Hochhäuser hatte offenbar einen Sahne-Tag erwischt. Genauso wie sein Gegenüber Peter Holmgren, der sein Team vor allem im zweiten Abschnitt vor einem Rückstand bewahrte. Gegen Spielende fielen dann aber die Treffer. Erst kassierte Sebastian Wolsch für einen ausgefahrenen Ellenbogen zwei Minuten, dann besorgte Jordie Preston mit einem Unterzahl-Konter sogar das 0:1 für den EVL in der 53. Minute. Allerdings hatten die Landsberger nicht lange Freude an der Führung. Noch im gleichen Überzahlspiel kassierten sie den 1:1-Ausgleich durch Braydon Cox (55.), dessen Schuss Peter Holmgren über die Kelle ins Tor rutschte. Das hieß im Klartext, wie schon am Freitag, Überstunden machen – mit Erfolg, denn im Penaltyschießen entschied Sebastian Wolsch die Partie zum 1:2-Endstand. Nach dem Spiel am Dienstag gegen Passau (Partie war bei Redaktionsschluss noch nicht beendet), nehmen die Landsberger nun Platz sechs in Angriff. Die Aufgabe scheint machbar, zumal am Freitag der Vorletzte der Nord-Gruppe Saale Bulls Halle (20 Uhr) am Hungerbachweg gastiert. Schwieriger wird es am Sonntag beim Auswärtsspiel in Rosenheim.

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